Wie wirkt Exforge®?
Exforge® ist ein Kombinationspräparat zur Behandlung von Bluthochdruck und enthält die Wirkstoffe Amlodipin und Valsartan. Amlodipin gehört zur Gruppe der Kalziumkanalblocker und bewirkt eine Entspannung der glatten Muskulatur in den Blutgefäßen, wodurch der periphere Widerstand und der Blutdruck gesenkt werden. Valsartan ist ein Angiotensin-II-Rezeptorantagonist, der die Wirkung von Angiotensin II blockiert, ein Hormon, das normalerweise zu einer Gefäßverengung und Natriumrückhaltung führt.
Durch die Kombination beider Wirkstoffe werden Blutdruck senkend sowohl die Gefäßspannung reduziert als auch die hormonell vermittelte Gefäßverengung aufgehoben. Dies führt zu einer verbesserten Durchblutung, Entlastung des Herzens und Senkung des kardiovaskulären Risikos bei Patienten mit Hypertonie. Exforge® wirkt systemisch, die blutdrucksenkende Wirkung tritt in der Regel innerhalb weniger Stunden nach der Einnahme ein und hält über 24 Stunden an.
Dosierung von Exforge®
Die empfohlene Dosis beträgt in der Regel eine Tablette täglich. Abhängig davon, wie gut Sie auf die Behandlung ansprechen, kann Ihr Arzt eine Anpassung der Dosis nach oben oder unten vornehmen. Überschreiten Sie niemals die vom Arzt verschriebene Menge. Bei älteren Patienten ab 65 Jahren sollte der Arzt besonders vorsichtig vorgehen, bevor eine Erhöhung der Dosis erfolgt. Bei Fragen zur richtigen Einnahme oder zur Dosierung wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.
Wenn versehentlich eine größere Menge des Arzneimittels eingenommen wurde, sollten Sie umgehend medizinischen Rat einholen. Eine Überdosierung kann zu Flüssigkeitsansammlungen in der Lunge führen, die sich bis zu 24–48 Stunden später als Kurzatmigkeit bemerkbar machen können.
Haben Sie die Einnahme einmal vergessen, nehmen Sie die Tablette so schnell wie möglich nach. Fahren Sie danach mit dem gewohnten Einnahmerhythmus fort. Ist der Zeitpunkt der nächsten Dosis bereits nah, lassen Sie die vergessene Tablette aus. Verdoppeln Sie nicht die Dosis, um die ausgelassene Einnahme auszugleichen.
Das eigenmächtige Absetzen des Arzneimittels kann eine Verschlechterung Ihres Gesundheitszustands bewirken. Brechen Sie die Einnahme nur ab, wenn Ihr Arzt dies ausdrücklich anordnet.
Hinweise zur Einnahme des Exforge®
Die Tablette darf nicht geteilt werden. Es wird empfohlen, das Arzneimittel täglich ungefähr zur gleichen Uhrzeit einzunehmen. Schlucken Sie die Tablette mit einem Glas Wasser. Die Einnahme ist sowohl mit als auch ohne Nahrung möglich. Vermeiden Sie die gleichzeitige Einnahme mit Grapefruit oder Grapefruitsaft.
Nebenwirkungen von Exforge®
Ein Arzneimittel kann wie alle Medikamente Nebenwirkungen verursachen, die jedoch nicht bei allen Anwendern auftreten müssen. Manche Nebenwirkungen können schwerwiegend sein und erfordern sofortige ärztliche Hilfe. In seltenen Fällen wurden schwerwiegende Reaktionen beobachtet. Treten folgende Symptome auf, informieren Sie umgehend Ihren Arzt:
- Allergische Reaktionen, die sich durch Hautausschlag, Juckreiz, Schwellungen im Gesicht, an Lippen oder Zunge, Atembeschwerden oder niedrigen Blutdruck (Ohnmacht, Benommenheit) äußern.
Häufige Nebenwirkungen:
- Grippeähnliche Symptome
- Verstopfte Nase, Halsentzündung, Schluckbeschwerden
- Kopfschmerzen
- Schwellungen an Armen, Händen, Beinen, Knöcheln oder Füßen
- Müdigkeit
- Schwächegefühl (Asthenie)
- Rötung mit Wärmegefühl im Gesicht oder Nacken
Seltene Nebenwirkungen:
- Schwindel, Drehschwindel
- Übelkeit, Bauchschmerzen
- Mundtrockenheit
- Schläfrigkeit, Kribbeln oder Taubheitsgefühl in Händen oder Füßen
- Herzrasen, Herzklopfen
- Schwindel beim Aufstehen
- Husten, Durchfall, Verstopfung
- Hautausschlag, Rötung, Juckreiz
- Gelenkschwellungen, Rückenschmerzen, Gelenkschmerzen
- Angstgefühle, Ohrenklingeln (Tinnitus)
- Ohnmachtsanfälle
- Erhöhter oder vermehrter Harndrang
- Erektionsprobleme
- Allgemeines Schweregefühl
- Niedriger Blutdruck mit Schwindel, Benommenheit oder übermäßigem Schwitzen
- Muskelkrämpfe
Wenn Sie Anzeichen von Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt, auch wenn sie hier nicht ausdrücklich aufgeführt sind.
Verträglichkeit von mit Exforge® anderen Arzneimitteln
Wenn Sie andere Medikamente einnehmen, kürzlich eingenommen haben oder planen, neue Arzneimittel einzusetzen, informieren Sie unbedingt Ihren Arzt oder Apotheker. Möglicherweise ist eine Anpassung Ihrer Dosierung oder zusätzliche Vorsichtsmaßnahmen erforderlich, und in einigen Fällen muss die Einnahme bestimmter Präparate vorübergehend oder dauerhaft gestoppt werden. Besonders aufmerksam sollten Sie bei folgenden Medikamenten sein:
- ACE-Hemmer oder Aliskiren
- Diuretika („harntreibende Mittel“)
- Lithium, das bei bestimmten Formen von Depression eingesetzt wird
- Kaliumsparende Diuretika, Kaliumpräparate, kaliumhaltige Salzersatzmittel und andere Substanzen, die den Kaliumspiegel erhöhen
- Bestimmte Schmerzmittel wie nichtsteroidale Entzündungshemmer (NSAIDs) oder selektive COX-2-Hemmer; Ihr Arzt kann die Nierenfunktion überwachen
- Antiepileptika wie Carbamazepin, Phenobarbital, Phenytoin, Fosphenytoin oder Primidon
- Johanniskraut
- Nitrate wie Glyceroltrinitrat oder andere Vasodilatatoren
- Medikamente gegen HIV/AIDS, z. B. Ritonavir, Indinavir, Nelfinavir
- Antimykotika wie Ketoconazol oder Itraconazol
- Antibiotika wie Rifampicin, Erythromycin, Clarithromycin, Telithromycin
- Herzmedikamente wie Verapamil oder Diltiazem
- Simvastatin zur Regulierung hoher Cholesterinwerte
- Dantrolen, insbesondere bei schwerer Hyperthermie
- Tacrolimus zur Unterdrückung der Immunantwort nach Transplantationen
- Weitere Arzneimittel zur Vermeidung von Transplantatabstoßungen, z. B. Ciclosporin
Achten Sie auch auf Ihre Ernährung: Grapefruit und Grapefruitsaft sollten während der Einnahme des Medikaments vermieden werden, da sie den Amlodipin-Spiegel im Blut erhöhen und somit den blutdrucksenkenden Effekt unvorhersehbar verstärken können.
Kontraindikationen für Exforge®
Das Präparat darf nicht verwendet werden, wenn bei Ihnen eine Überempfindlichkeit gegenüber Amlodipin oder anderen Kalziumkanalblockern besteht, da dies Reaktionen wie Juckreiz, Hautrötungen oder Atembeschwerden auslösen kann. Ebenso darf das Arzneimittel nicht eingenommen werden, wenn Sie allergisch auf Valsartan oder einen der sonstigen Bestandteile reagieren. Bei Zweifeln an einer möglichen Allergie sollten Sie vor der Einnahme unbedingt Rücksprache mit Ihrem Arzt halten.
Die Einnahme ist ebenfalls kontraindiziert bei schweren Leber- oder Gallenwegserkrankungen, wie beispielsweise einer biliären Leberzirrhose oder einer Abflussstörung der Gallenwege. Schwangere, die länger als drei Monate schwanger sind, sollten das Präparat nicht verwenden, und auch in der Frühschwangerschaft wird die Einnahme nicht empfohlen.
Patienten mit stark niedrigem Blutdruck, einer Aortenklappenverengung (Aortenstenose) oder kardiogenem Schock, bei dem das Herz den Körper nicht ausreichend mit Blut versorgen kann, dürfen das Arzneimittel nicht einnehmen. Ebenso ist es nicht geeignet für Personen mit Herzschwäche nach einem Herzinfarkt oder für Patienten mit Diabetes mellitus oder eingeschränkter Nierenfunktion, die mit einem blutdrucksenkenden Medikament behandelt werden, das Aliskiren enthält.
Wenn Sie schwanger sind oder eine Schwangerschaft planen, sollten Sie mit Ihrem Frauenarzt besprechen, ob und unter welchen Bedingungen eine Behandlung mit dem Präparat möglich ist. Während der Stillzeit wird die Anwendung nach aktuellem Kenntnisstand nicht empfohlen; unter Umständen sollte das Abstillen in Betracht gezogen werden.
Lagerung von Exforge®
Exforge® ist bei einer maximalen Temperatur von 25 °C zu lagern. Um die Wirksamkeit des Wirkstoffs zu erhalten, muss das Präparat vor direkter Sonneneinstrahlung sowie vor übermäßiger Hitze geschützt werden. Bewahren Sie es außerhalb der Reichweite und Sichtweite von Kindern auf, und verwenden Sie das Arzneimittel nicht mehr, sobald das auf der Verpackung angegebene Verfallsdatum überschritten ist.
Packungsbeilage
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