Wie wirkt Acemetacin?
Acemetacin ist ein nichtsteroidales Antirheumatikum (NSAR) mit analgetischer, antiphlogistischer und antipyretischer Wirkung. Der Wirkstoff wird im Organismus teilweise zu Indometacin metabolisiert und entfaltet seine Wirkung hauptsächlich durch die Hemmung der Cyclooxygenase-Enzyme (COX-1 und COX-2). Dadurch wird die Synthese von Prostaglandinen reduziert, die an der Entstehung von Entzündung, Schmerz und Fieber beteiligt sind.
Durch die verminderte Prostaglandinproduktion kommt es zu einer Reduktion entzündlicher Prozesse im Gewebe sowie zu einer Abschwächung der Schmerzempfindung. Acemetacin wird vor allem bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen, degenerativen Gelenkerkrankungen und akuten Schmerzsyndromen eingesetzt. Die pharmakologische Wirkung umfasst sowohl eine symptomatische Linderung von Schmerzen als auch eine Verringerung entzündlicher Schwellungen und funktioneller Einschränkungen.
Anwendungsgebiete für Acemetacin Stada®
Das Arzneimittel wird zur Linderung von Schmerzen sowie zur Reduktion entzündlicher Prozesse eingesetzt, insbesondere bei folgenden Beschwerden:
- Akuten entzündlichen Erkrankungen der Gelenke, einschließlich Gichtanfällen.
- chronischen Gelenkentzündungen, beispielsweise bei rheumatoider Arthritis (chronische Polyarthritis).
- Morbus Bechterew (ankylosierende Spondylitis) sowie weiteren entzündlich-rheumatischen Erkrankungen der Wirbelsäule.
- Schmerzhaften Reizzuständen im Zusammenhang mit degenerativen Veränderungen an Gelenken und Wirbelsäule (z. B. Arthrose oder Spondylarthrose).
- Entzündlichen Erkrankungen des Weichteilgewebes im rheumatischen Formenkreis.
Dosierung von Acemetacin Stada®
Bei Erwachsenen beträgt die übliche Tagesdosis in der Regel 60 mg bis 180 mg Acemetacin, aufgeteilt auf mehrere Einzeldosen. Häufig wird eine Anfangsdosis von 60 mg bis 120 mg täglich eingesetzt, die bei Bedarf schrittweise angepasst werden kann. Die maximale empfohlene Tagesdosis sollte 180 mg nicht überschreiten.
Die Dosierung von Acemetacin STADA® richtet sich nach der Schwere der Beschwerden, der zugrunde liegenden Erkrankung sowie dem individuellen Ansprechen des Patienten auf die Therapie. Die Behandlung sollte mit der niedrigsten wirksamen Dosis begonnen werden, um das Risiko unerwünschter Wirkungen zu minimieren. Die genaue Dosierung und Behandlungsdauer werden individuell ärztlich festgelegt.
Anweisungen zur Einnahme von Acemetacin Stada®
Acemetacin STADA® sollte gemäß der ärztlich festgelegten Dosierung regelmäßig eingenommen werden.
Die Einnahme erfolgt vorzugsweise nach den Mahlzeiten, um eine bessere Verträglichkeit zu unterstützen. Die Kapseln werden unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit, vorzugsweise einem Glas Wasser, geschluckt. Die Einnahme sollte möglichst zu gleichbleibenden Tageszeiten erfolgen, um konstante Wirkstoffspiegel zu gewährleisten. Die Kapseln dürfen nicht geöffnet, zerkaut oder zerdrückt werden. Die verordnete Dosierung sowie die vorgesehenen Einnahmeintervalle sind einzuhalten.
Nebenwirkungen von Acemetacin Stada®
Nebenwirkungen können je nach Person unterschiedlich ausgeprägt sein und stehen häufig im Zusammenhang mit der eingenommenen Dosis sowie der Dauer der Therapie.
Häufig berichtete Nebenwirkungen:
- Übelkeit;
- Erbrechen;
- Durchfall;
- Blähungen;
- Verstopfung;
- Bauchschmerzen;
- Verdauungsbeschwerden;
- Kopfschmerzen;
- Schwindelgefühl;
- Müdigkeit oder Benommenheit;
- allgemeines Schwächegefühl;
- Flüssigkeitseinlagerungen im Gewebe (Ödeme);
- erhöhter Blutdruck;
- Anstieg bestimmter Leberwerte;
- Hautreaktionen wie Ausschlag oder Juckreiz.
Seltene bis sehr seltene Nebenwirkungen:
- Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwüre;
- Blutungen oder Durchbrüche im Magen-Darm-Trakt;
- schwarzer Stuhl (Teerstuhl) oder Bluterbrechen;
- Entzündungen der Mundschleimhaut;
- Verschlechterung bestehender Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa;
- Veränderungen des Blutbildes, z. B. Anämie, Verminderung weißer Blutkörperchen oder Blutplättchen;
- erhöhte Blutungsneigung;
- Sensibilitätsstörungen oder Krampfanfälle;
- Schlafprobleme sowie Veränderungen von Gedächtnis oder Geschmacksempfinden;
- Doppelbilder oder verschwommenes Sehen;
- Ohrgeräusche (Tinnitus) oder vorübergehende Hörminderung;
- verringerte Urinausscheidung, Eiweiß oder Blut im Urin sowie Einschränkungen der Nierenfunktion;
- Haarausfall oder gesteigerte Lichtempfindlichkeit der Haut;
- schwere Hautreaktionen mit Blasenbildung;
- Nesselsucht oder ausgeprägte allergische Reaktionen mit Schwellungen im Gesichts- oder Halsbereich, Atembeschwerden oder Blutdruckabfall;
- Störungen der Leberfunktion;
- seltene gynäkologische Blutungen;
- psychische Veränderungen wie Angstzustände, depressive Verstimmungen oder – sehr selten – Halluzinationen.
Die vollständige Liste der Nebenwirkungen von Acemetacin STADA® finden Sie in der Packungsbeilage.
Verträglichkeit von Acemetacin Stada® mit anderen Arzneimitteln
Acemetacin STADA® ist ein nichtsteroidales Antirheumatikum (NSAR), dessen gleichzeitige Anwendung mit anderen Arzneimitteln zu pharmakodynamischen oder pharmakokinetischen Wechselwirkungen führen kann. Vor Beginn der Behandlung ist eine sorgfältige Überprüfung der Begleitmedikation erforderlich, da bestimmte Kombinationen das Wirkprofil oder das Risiko unerwünschter Effekte beeinflussen können.
Besondere Vorsicht ist erforderlich bei gleichzeitiger Anwendung mit:
- Anderen nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) oder Glukokortikoiden, da additive Effekte auftreten können.
- Antikoagulanzien und Thrombozytenaggregationshemmern, bei denen Wechselwirkungen möglich sind.
- Antihypertensiva oder Diuretika, da eine Beeinflussung der therapeutischen Wirkung auftreten kann.
- Lithiumpräparaten oder Methotrexat, bei denen veränderte Serumspiegel möglich sind.
- ACE-Hemmern oder Angiotensin-II-Rezeptorblockern, insbesondere bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion.
Patienten sollten ihren Arzt über alle gleichzeitig eingenommenen Arzneimittel informieren, einschließlich rezeptfreier Präparate und pflanzlicher Produkte, um potenzielle Wechselwirkungen zu berücksichtigen.
Kontraindikationen für Acemetacin Stada®
Acemetacin STADA® ist kontraindiziert bei bekannter Überempfindlichkeit gegenüber Acemetacin, Indometacin oder anderen nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) sowie gegenüber einem der sonstigen Bestandteile des Präparats. Eine Anwendung ist ebenfalls kontraindiziert bei Patienten mit anamnestisch bekannten bronchospastischen Reaktionen, Asthmaanfällen, Rhinitis oder Urtikaria im Zusammenhang mit der Einnahme von NSAR.
Das Arzneimittel darf nicht angewendet werden bei aktiven gastrointestinalen Ulzera, gastrointestinalen Blutungen oder schweren entzündlichen Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts. Weitere Kontraindikationen umfassen schwere Leber-, Nieren- oder Herzinsuffizienz sowie bekannte Gerinnungsstörungen. Während des dritten Schwangerschaftstrimesters ist die Anwendung kontraindiziert.
Vor Beginn der Therapie ist eine sorgfältige ärztliche Abklärung erforderlich, um bestehende Risikofaktoren auszuschließen.
Lagerung von Acemetacin Stada®
Acemetacin STADA® sollte gemäß den Angaben in der Gebrauchsinformation gelagert werden, um die Stabilität des Wirkstoffs und die Qualität des Arzneimittels zu gewährleisten. In der Regel wird empfohlen, das Präparat bei Raumtemperatur aufzubewahren und vor direkter Sonneneinstrahlung, übermäßiger Hitze sowie Feuchtigkeit zu schützen. Die Aufbewahrung in der Originalverpackung hilft, das Arzneimittel vor äußeren Einflüssen zu bewahren.
Nach Ablauf des auf der Verpackung angegebenen Verfallsdatums darf Acemetacin STADA® nicht mehr angewendet werden. Das Präparat ist außerhalb der Sicht- und Reichweite von Kindern zu lagern.
Behandlungsoptionen für Acemetacin Stada®
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