Wie wirkt Atovaquon/Proguanilhydrochlorid-ratiopharm®
Atovaquon/Proguanilhydrochlorid-ratiopharm® ist ein Kombinationspräparat zur Vorbeugung und Behandlung von Malaria, das die Wirkstoffe Atovaquon und Proguanil enthält. Seine Wirkung beruht darauf, dass gleichzeitig mehrere lebenswichtige Stoffwechselwege des Plasmodium-Parasiten gestört werden. Atovaquon greift in die Energiegewinnung des Erregers ein, indem es die Funktion der mitochondrialen Elektronentransportkette – insbesondere den Cytochrom-bc1-Komplex – hemmt. Dadurch wird die Energieproduktion beeinträchtigt, was wiederum die Bildung von Nukleinsäuren und die Zellvermehrung des Parasiten einschränkt.
Proguanil entfaltet seine Wirkung nach der Umwandlung zum aktiven Metaboliten Cycloguanil. Dieser blockiert das Enzym Dihydrofolatreduktase und unterbindet damit die folsäureabhängige DNA-Synthese im Erreger. Durch das Zusammenspiel beider Wirkstoffe entsteht eine verstärkte, sich ergänzende Wirkung gegen verschiedene Entwicklungsstadien von Plasmodium, insbesondere gegen die Blutformen. Auf diese Weise wird die Vermehrung der Parasiten reduziert und das Risiko einer klinisch ausgeprägten Malariaerkrankung gesenkt.
Dosierung von Atovaquon/Proguanilhydrochlorid-ratiopharm®
Bei Erwachsenen wird zur Vorbeugung einer Malariainfektion in der Regel eine tägliche Einnahme von einer Tablette empfohlen, die 250 mg Atovaquon und 100 mg Proguanil enthält. Die Prophylaxe sollte üblicherweise ein bis zwei Tage vor der Einreise in ein Risikogebiet begonnen werden. Während des gesamten Aufenthalts ist die regelmäßige Einnahme fortzuführen und auch nach der Rückkehr noch sieben Tage lang beizubehalten, um einen ausreichenden Schutz zu gewährleisten.
Zur Behandlung einer unkomplizierten akuten Malaria erhalten Erwachsene üblicherweise eine höhere Dosierung: vier Tabletten einmal täglich über einen Zeitraum von drei aufeinanderfolgenden Tagen. Dies entspricht einer Tagesdosis von insgesamt 1000 mg Atovaquon und 400 mg Proguanil.
Die konkrete Dosierung von Atovaquon/Proguanilhydrochlorid-ratiopharm® hängt davon ab, ob das Präparat zur Vorbeugung oder zur Therapie eingesetzt wird. Die endgültige Festlegung der Dosierung sowie der Behandlungsdauer erfolgt individuell durch medizinisches Fachpersonal.
Hinweise zur Einnahme des Atovaquon/Proguanilhydrochlorid-ratiopharm®
Die Tabletten sollten möglichst täglich zur gleichen Uhrzeit eingenommen werden, damit gleichmäßige Wirkstoffkonzentrationen im Körper erreicht werden. Eine Einnahme zusammen mit einer Mahlzeit oder einem Milchprodukt kann die Aufnahme der Wirkstoffe verbessern und somit die Wirksamkeit der Behandlung unterstützen. Bei der vorbeugenden Anwendung gegen Malaria ist es wichtig, rechtzeitig vor der Reise zu beginnen und die Einnahme auch nach der Rückkehr für den empfohlenen Zeitraum weiterzuführen.
Eine medikamentöse Prophylaxe allein bietet keinen vollständigen Schutz. Ergänzende Maßnahmen wie konsequenter Mückenschutz sollten daher weiterhin beachtet werden. Kommt es innerhalb der ersten Stunde nach der Einnahme zu Erbrechen, kann es notwendig sein, eine zusätzliche Dosis einzunehmen.
Nebenwirkungen von Atovaquon/Proguanilhydrochlorid-ratiopharm®
Wie bei jedem Arzneimittel können auch bei diesem Präparat unerwünschte Wirkungen auftreten, wobei nicht alle Anwenderinnen und Anwender betroffen sind. Einige Nebenwirkungen sind selten, sollten jedoch ernst genommen werden, insbesondere wenn sie plötzlich auftreten oder sich rasch verschlimmern.
Schwere allergische Reaktionen:Zu den möglichen Anzeichen zählen Hautausschlag oder starkes Jucken, plötzlich einsetzende Atembeschwerden oder ein Engegefühl im Brust- oder Halsbereich sowie Schwellungen im Gesicht, an den Augenlidern, Lippen, der Zunge oder an anderen Körperstellen. In solchen Fällen sollte unverzüglich ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden.
Schwere Hautreaktionen:Dazu gehören Hautveränderungen mit Blasenbildung, teilweise mit zielscheibenähnlichem Muster (Erythema multiforme), oder ausgedehnte Hautausschläge mit Blasen und Ablösung der Haut, insbesondere im Bereich von Mund, Nase, Augen oder Genitalien (Stevens-Johnson-Syndrom).
Sehr häufig beobachtete Nebenwirkungen:
- Kopfschmerzen;
- Übelkeit oder Erbrechen;
- Bauchschmerzen;
- Durchfall.
Häufig auftretende Nebenwirkungen:
- Schwindelgefühl;
- Schlafprobleme;
- ungewöhnliche oder intensive Träume;
- depressive Verstimmung;
- verminderter Appetit;
- Fieber;
- juckender Hautausschlag;
- Husten.
Mögliche Veränderungen in Blutuntersuchungen:
- verminderte Anzahl roter Blutkörperchen (Anämie), die sich durch Müdigkeit, Atemnot oder Kopfschmerzen äußern kann;
- reduzierte Zahl weißer Blutkörperchen (Neutropenie) mit erhöhtem Infektionsrisiko;
- niedrige Natriumwerte im Blut (Hyponatriämie);
- erhöhte Leberenzymwerte.
Gelegentliche Nebenwirkungen:
- Angstgefühle;
- Herzklopfen;
- Schwellungen oder Rötungen im Mundbereich;
- Haarausfall;
- Nesselsucht (juckende, erhabene Hautreaktionen);
- gelegentlich erhöhte Amylasewerte im Labor.
Seltene Nebenwirkungen:
- Halluzinationen (Wahrnehmung nicht vorhandener Dinge).
Weitere mögliche Nebenwirkungen (Häufigkeit nicht bekannt):
- Entzündung der Leber (Hepatitis);
- Gallenstau (Cholestase);
- beschleunigter Herzschlag (Tachykardie);
- Entzündungen der Blutgefäße (Vaskulitis) mit rötlichen oder violetten Hautveränderungen;
- Krampfanfälle;
- Panikattacken oder starke emotionale Reaktionen;
- Albträume;
- schwere psychische Störungen mit Realitätsverlust;
- Verdauungsbeschwerden;
- Geschwüre oder Blasen im Mundraum;
- Ablösung der Haut;
- erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Sonnenlicht.
Treten ungewöhnliche oder anhaltende Beschwerden während oder nach der Reise auf, sollte eine ärztliche Abklärung erfolgen.
Verträglichkeit von mit Atovaquon/Proguanilhydrochlorid-ratiopharm® anderen Arzneimitteln
Atovaquon/Proguanilhydrochlorid-ratiopharm® enthält die Wirkstoffe Atovaquon und Proguanil und kann bei gleichzeitiger Einnahme mit anderen Medikamenten Wechselwirkungen verursachen. Diese können entweder die Wirksamkeit der Malariavorbeugung beziehungsweise -behandlung verändern oder das Risiko für Nebenwirkungen erhöhen. Daher sollte die gleichzeitige Anwendung mit anderen Arzneimitteln sorgfältig geprüft werden.
Besondere Aufmerksamkeit ist erforderlich bei der Kombination mit bestimmten Wirkstoffen. Dazu zählen unter anderem Rifampicin oder Rifabutin, da diese die Konzentration von Atovaquon im Blut verringern können. Auch Metoclopramid kann die Aufnahme des Wirkstoffs beeinflussen und dadurch seine Wirkung abschwächen. Bei der Einnahme von Warfarin oder anderen oralen Antikoagulanzien können Veränderungen der Blutgerinnung auftreten, weshalb eine engmaschige Kontrolle notwendig sein kann.
Darüber hinaus können Tetrazykline die Atovaquon-Spiegel verändern, und bei einigen antiretroviralen Medikamenten sind pharmakokinetische Wechselwirkungen möglich. Es ist daher wichtig, die behandelnde Ärztin oder den behandelnden Arzt über sämtliche gleichzeitig verwendeten Arzneimittel zu informieren – einschließlich frei verkäuflicher Präparate, pflanzlicher Produkte und Nahrungsergänzungsmittel. Sollten während einer Kombinationstherapie ungewöhnliche Beschwerden auftreten, sollte eine ärztliche Abklärung erfolgen.
Kontraindikationen für Atovaquon/Proguanilhydrochlorid-ratiopharm®
Atovaquon/Proguanilhydrochlorid-ratiopharm® darf nicht angewendet werden, wenn eine bekannte Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe Atovaquon oder Proguanil oder gegen einen der weiteren Inhaltsstoffe besteht. Ebenso ist das Präparat bei ausgeprägter Einschränkung der Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance unter 30 ml/min) nicht vorgesehen, da die Ausscheidung von Proguanil und dessen Abbauprodukten vermindert sein kann.
Zur Behandlung schwerer oder komplizierter Malariaverläufe ist Atovaquon/Proguanilhydrochlorid-ratiopharm® nicht geeignet. Dies gilt insbesondere für zerebrale Malaria oder schwere Krankheitsformen mit Beteiligung innerer Organe. In solchen Situationen sind andere, meist intravenös verabreichte Therapieoptionen erforderlich.
Während der Schwangerschaft sollte das Arzneimittel ausschließlich nach sorgfältiger ärztlicher Abwägung von Nutzen und möglichen Risiken eingesetzt werden, da die Sicherheit für das ungeborene Kind individuell beurteilt werden muss. In der Stillzeit ist vor der Anwendung eine ärztliche Beratung notwendig, da die Wirkstoffe in die Muttermilch übergehen können. Vor Therapiebeginn sollte stets eine medizinische Prüfung erfolgen, um mögliche Gegenanzeigen auszuschließen und eine sichere Behandlung zu gewährleisten.
Lagerung von Atovaquon/Proguanilhydrochlorid-ratiopharm®
In der Regel wird empfohlen, das Arzneimittel bei Raumtemperatur aufzubewahren und vor direkter Sonneneinstrahlung, übermäßiger Hitze sowie erhöhter Feuchtigkeit zu schützen. Die Tabletten sollten möglichst in der Originalverpackung aufbewahrt werden, um sie vor äußeren Einflüssen zu schützen.
Nach Ablauf des auf der Verpackung angegebenen Verfallsdatums darf Atovaquon/Proguanilhydrochlorid-ratiopharm® nicht mehr verwendet werden. Das Arzneimittel ist außerhalb der Sicht- und Reichweite von Kindern zu lagern.
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Malariaprophylaxe Behandlung mit Atovaquon/Proguanilhydrochlorid-ratiopharm®
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