Wie wirkt Levothyroxin?
Euthyrox® wird zur Behandlung einer Unterfunktion der Schilddrüse (Hypothyreose) angewendet. Der enthaltene Wirkstoff Levothyroxin ist ein synthetisches Hormon, das in seiner Wirkung dem natürlichen Schilddrüsenhormon Thyroxin (T4) entspricht.
Im Körper übernimmt Levothyroxin die Funktionen des fehlenden Hormons und trägt zur Regulation zahlreicher wichtiger Prozesse bei. Dazu gehören unter anderem der Energiestoffwechsel, die Aktivität der Zellen sowie die Steuerung von Herzfrequenz, Körpertemperatur und Nährstoffverwertung. Durch diese Wirkung hilft das Präparat, die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit zu verbessern und typische Beschwerden einer Hypothyreose zu reduzieren.
Dosierung von Euthyrox®
Für eine passgenaue Behandlung stehen Tabletten mit unterschiedlichen Wirkstärken (25–200 Mikrogramm Levothyroxin-Natrium) zur Verfügung. In den meisten Fällen genügt die Einnahme einer Tablette täglich.
Die Dosierung richtet sich nach dem jeweiligen Krankheitsbild:
- Schilddrüsenunterfunktion:Zu Beginn werden bei Erwachsenen üblicherweise 25–50 Mikrogramm täglich verordnet. Die Dosis kann in Abständen von etwa 2–4 Wochen schrittweise um 25–50 Mikrogramm erhöht werden, bis eine Erhaltungsdosis von 100–200 Mikrogramm täglich erreicht ist.
- Behandlung und Vorbeugung eines Kropfes:Üblicherweise 75–200 Mikrogramm täglich.
- Begleittherapie bei Schilddrüsenüberfunktion (in Kombination mit Thyreostatika):50–100 Mikrogramm täglich.
- Nach Operation bei Schilddrüsenkrebs:150–300 Mikrogramm täglich.
In Einzelfällen kann auch eine niedrigere Dosis ausreichend sein.
Besondere Patientengruppen
- Bei älteren Patienten, bei Personen mit koronarer Herzkrankheit sowie bei schwerer oder lang bestehender Hypothyreose wird die Therapie besonders vorsichtig begonnen. Es wird mit einer niedrigen Dosis gestartet, die unter regelmäßiger Kontrolle langsam gesteigert wird.
- Patienten mit geringem Körpergewicht oder großem Kropf benötigen häufig geringere Mengen des Wirkstoffs.
Dauer der Anwendung
- Bei einer Schilddrüsenunterfunktion sowie nach einer Operation wegen eines bösartigen Tumors ist die Behandlung in der Regel langfristig oder lebenslang erforderlich.
- Bei gutartigem Kropf oder zur Vorbeugung eines erneuten Wachstums kann die Einnahme über Monate oder Jahre, in manchen Fällen ebenfalls dauerhaft erfolgen.
- Bei Kombination mit Thyreostatika wird das Präparat so lange angewendet, wie diese Therapie notwendig ist.
- Für die Behandlung eines gutartigen Kropfes mit normaler Schilddrüsenfunktion beträgt die empfohlene Behandlungsdauer etwa 6 Monate bis 2 Jahre. Bleibt der gewünschte Erfolg aus, kann der Arzt alternative Therapien in Erwägung ziehen.
Wenn Sie zu viel eingenommen haben
Anzeichen einer Überdosierung sind im Abschnitt „Nebenwirkungen“ beschrieben. Sollten entsprechende Beschwerden auftreten, wenden Sie sich bitte umgehend an Ihren Arzt.
Wenn Sie eine Einnahme vergessen haben
Nehmen Sie die versäumte Dosis nicht nachträglich ein. Setzen Sie die Behandlung im gewohnten Einnahmerhythmus fort.
Wenn Sie die Behandlung abbrechen
Eine regelmäßige Einnahme ist entscheidend für den Therapieerfolg. Verändern oder beenden Sie die Behandlung nicht eigenständig, da sich Ihre Beschwerden sonst erneut verschlechtern können.
Hinweise zur Einnahme des Euthyrox®
Die gesamte Tagesdosis wird am besten morgens eingenommen, vorzugsweise auf nüchternen Magen und etwa 30 Minuten vor der ersten Mahlzeit. Die Tablette sollte mit ausreichend Flüssigkeit, idealerweise einem Glas Wasser, geschluckt werden. Eine Einnahme ohne vorherige Nahrungsaufnahme fördert die optimale Aufnahme des Wirkstoffs im Körper.
Nebenwirkungen von Euthyrox®
Wie bei allen Arzneimitteln können auch bei diesem Präparat unerwünschte Wirkungen auftreten, die jedoch nicht jeden Patienten betreffen.
Eine zu hohe Dosierung oder eine individuelle Unverträglichkeit – insbesondere zu Beginn der Behandlung bei rascher Dosissteigerung – kann Beschwerden auslösen, die denen einer Schilddrüsenüberfunktion ähneln.
Häufig beobachtete Nebenwirkungen sind:
- Herzklopfen;
- Schlafprobleme;
- Kopfschmerzen;
- Nervosität;
- beschleunigter Puls (Tachykardie).
Selten kann es zu folgenden Reaktionen kommen:
- erhöhter Hirndruck.
Weitere mögliche Nebenwirkungen umfassen:
- Überempfindlichkeitsreaktionen;
- innere Unruhe;
- Zittern (Tremor);
- Herzrhythmusstörungen;
- Druck- oder Engegefühl in der Brust (Angina-ähnliche Beschwerden);
- Wärmeempfindlichkeit oder Hitzegefühl;
- Kreislaufzusammenbruch bei Frühgeborenen mit sehr niedrigem Geburtsgewicht;
- Durchfall oder Erbrechen;
- allergische Hautreaktionen wie Hautausschlag oder Nesselsucht;
- Angioödeme (Schwellungen im Gesichts- oder Rachenbereich, ggf. mit Atem- oder Schluckbeschwerden);
- Muskelschwäche oder Muskelkrämpfe;
- Verminderung der Knochendichte (Osteoporose) bei längerer Anwendung hoher Dosen, insbesondere bei Frauen nach den Wechseljahren;
- Störungen des Menstruationszyklus;
- vermehrtes Schwitzen;
- Fieber;
- Gewichtsabnahme.
Bei einer Überempfindlichkeit gegenüber Levothyroxin oder einem der sonstigen Bestandteile können allergische Reaktionen der Haut oder der Atemwege auftreten.
Sollten Nebenwirkungen auftreten, informieren Sie bitte Ihren Arzt. Gegebenenfalls wird die Dosierung angepasst oder die Behandlung vorübergehend unterbrochen. Nach Abklingen der Beschwerden kann die Therapie in der Regel vorsichtig fortgesetzt werden.
Wenden Sie sich auch dann an Ihren Arzt, wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht aufgeführt sind.
Verträglichkeit von mit Euthyrox® anderen Arzneimitteln
Wenn Sie Biotin einnehmen oder kürzlich eingenommen haben, informieren Sie bitte Ihren Arzt sowie das Laborpersonal – insbesondere vor Untersuchungen zur Kontrolle Ihrer Schilddrüsenwerte. Biotin kann die Ergebnisse solcher Tests verfälschen.
Bitte teilen Sie Ihrem Arzt auch mit, wenn Sie andere Arzneimittel anwenden, vor Kurzem eingenommen haben oder deren Einnahme planen.
Mögliche Wechselwirkungen
Das Arzneimittel kann die Wirkung anderer Präparate beeinflussen oder selbst in seiner Wirkung verändert werden:
- Antidiabetika (z. B. Metformin, Glimepirid, Glibenclamid, Insulin):Die blutzuckersenkende Wirkung kann abgeschwächt sein, daher sind insbesondere zu Beginn der Therapie regelmäßige Blutzuckerkontrollen erforderlich. Eine Anpassung der Dosis kann notwendig werden.
- Gerinnungshemmende Mittel vom Cumarin-Typ (z. B. Dicumarol):Die Wirkung kann verstärkt werden, wodurch sich das Blutungsrisiko erhöht. Kontrollen der Gerinnungswerte sind daher wichtig.
- Herzwirksame Arzneimittel (z. B. Sympathomimetika, Digoxin) sowie bestimmte Antidepressiva (z. B. Imipramin, Amitriptylin) können ebenfalls beeinflusst werden.
Informieren Sie vor geplanten Operationen das medizinische Personal über die Einnahme dieses Präparats, da Wechselwirkungen mit bestimmten Narkosemitteln (z. B. Ketamin) möglich sind.
Wichtige Einnahmeabstände
Einige Medikamente können die Aufnahme von Levothyroxin im Darm vermindern. Beachten Sie daher folgende Abstände:
- Gallensäurebinder und Phosphat- oder Kaliumbinder (z. B. Colestyramin, Colestipol, Colesevelam, Sevelamer):Einnahme von Levothyroxin 4–5 Stunden vorher.
- Antazida, Sucralfat sowie aluminium-, eisen- oder calciumhaltige Präparate:Einnahme von Levothyroxin mindestens 2 Stunden vorher.
Arzneimittel, die die Wirkung abschwächen können:
- Propylthiouracil;
- Glucocorticoide;
- Betablocker (z. B. Propranolol);
- Sertralin;
- Chloroquin oder Proguanil;
- Enzyminduzierende Substanzen (z. B. Barbiturate, Carbamazepin, Phenytoin, Rifampicin, Johanniskraut);
- Östrogenhaltige Präparate (z. B. Hormonersatztherapie, Verhütungsmittel);
- Tyrosinkinase-Inhibitoren (z. B. Imatinib, Sunitinib);
- Orlistat;
- HIV-Proteasehemmer (z. B. Ritonavir, Indinavir, Lopinavir);
- Protonenpumpenhemmer (z. B. Omeprazol, Pantoprazol), die die Aufnahme im Darm reduzieren können.
Arzneimittel, die die Wirkung verstärken können:
- Salicylate (insbesondere in höheren Dosierungen);
- Dicumarol;
- hoch dosiertes Furosemid;
- Clofibrat.
Weitere Hinweise:
- Amiodaron kann die Schilddrüsenfunktion beeinflussen – sprechen Sie darüber mit Ihrem Arzt.
- Vor Untersuchungen mit iodhaltigen Kontrastmitteln sollten Sie Ihren Arzt informieren.
- Sojahaltige Lebensmittel können die Aufnahme von Levothyroxin verringern, sodass bei Änderungen der Ernährung eine Anpassung der Dosis erforderlich sein kann.
Wenn Sie Fragen zu möglichen Wechselwirkungen haben, wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt.
Kontraindikationen für Euthyrox®
Euthyrox® enthält den Wirkstoff Levothyroxin und darf nicht angewendet werden, wenn eine Überempfindlichkeit gegenüber diesem Wirkstoff oder einem der sonstigen Bestandteile besteht.
Eine Einnahme ist außerdem bei unbehandelter Schilddrüsenüberfunktion kontraindiziert, da die zusätzliche Zufuhr von Hormonen den Stoffwechsel weiter steigern und den Zustand verschlechtern kann.
Darüber hinaus darf das Präparat nicht bei akutem Herzinfarkt, akuter Entzündung des Herzmuskels (Myokarditis) sowie bei unbehandelter Nebennierenrindeninsuffizienz angewendet werden. In solchen Fällen kann Levothyroxin zu einer Verschlechterung des Gesundheitszustands führen. Daher sollten diese Erkrankungen vor Beginn der Behandlung ausgeschlossen oder entsprechend behandelt werden.
Während der Schwangerschaft ist die Anwendung grundsätzlich möglich, jedoch muss die Dosierung sorgfältig ärztlich überwacht werden. Eine gleichzeitige Einnahme mit thyreostatischen Arzneimitteln ist in dieser Zeit nicht erlaubt.
Lagerung von Euthyrox®
Euthyrox® sollte bei Temperaturen bis maximal 25 °C gelagert werden. Bewahren Sie das Arzneimittel in der Originalverpackung auf, um es vor Licht und Feuchtigkeit zu schützen.
Nach dem auf der Packung angegebenen Verfallsdatum darf das Präparat nicht mehr verwendet werden. Zudem ist darauf zu achten, dass die Tabletten für Kinder unzugänglich aufbewahrt werden.
Behandlungsoptionen für Euthyrox®
Nehmen Sie an unserer Online-Beratung teil, um ein Rezept für entsprechende Medikamente zu bekommen, die Ihnen versandkostenfrei innerhalb von 1-2 Tagen zugestellt werden.
- Rezeptausstellung durch einen Online-Fragebogen
- Auswahl an Markenmedikamenten und deutschen Generika
- Schneller und vertraulicher Service
- Zugang zu medizinischen Fragen
Packungsbeilage
Verpassen Sie keine wichtigen Informationen! Die Aktualität dieser Packungsbeilage kann nicht garantiert werden. Sichern Sie sich die neueste Version in der Medikamentenverpackung!