Wie wirkt Hydroxychloroquin?
Hydroxychloroquin ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der Antimalariamittel, der zusätzlich ausgeprägte immunmodulierende und entzündungshemmende Eigenschaften besitzt. Ein wesentlicher Bestandteil seines Wirkmechanismus ist die Anreicherung in bestimmten Zellstrukturen, den Lysosomen, wodurch der intrazelluläre pH-Wert verändert wird. Diese pH-Verschiebung beeinflusst verschiedene enzymatische Abläufe sowie die Verarbeitung und Präsentation von Antigenen und trägt dazu bei, überschießende Immunreaktionen zu regulieren.
Darüber hinaus kann Hydroxychloroquin die Aktivität bestimmter Toll-like-Rezeptoren hemmen und die Freisetzung entzündungsfördernder Botenstoffe reduzieren. Diese Effekte erklären seine Anwendung bei Autoimmunerkrankungen wie systemischem Lupus erythematodes oder rheumatoider Arthritis. In der Behandlung von Malaria wirkt der Wirkstoff hingegen direkt auf den Parasiten, indem er den Hämstoffwechsel innerhalb der Plasmodien stört und dadurch zur Anreicherung toxischer Stoffwechselprodukte führt, was das Überleben der Erreger beeinträchtigt.
Dosierung von Hydroxychloroquin Heumann®
Für die Vorbeugung gegen Malaria wird bei erwachsenen Personen in der Regel eine wöchentliche Einnahme von 400 mg empfohlen. Die Prophylaxe sollte üblicherweise ein bis zwei Wochen vor der Reise in ein entsprechendes Risikogebiet begonnen, während des gesamten Aufenthalts fortgeführt und anschließend noch etwa vier Wochen nach Verlassen des Endemiegebiets weitergeführt werden.
Hinweise zur Einnahme des Hydroxychloroquin Heumann®
Im Rahmen der Malariavorbeugung wird die Einnahme des Arzneimittels üblicherweise bereits vor der Einreise in ein Risikogebiet begonnen. Die Anwendung wird während des gesamten Aufenthalts fortgesetzt und auch nach der Rückkehr für einen festgelegten Zeitraum weitergeführt.
Eine regelmäßige Einnahme möglichst zur gleichen Zeit kann dazu beitragen, gleichmäßige Wirkstoffkonzentrationen im Körper aufrechtzuerhalten. Die medikamentöse Prophylaxe ersetzt jedoch nicht zusätzliche Schutzmaßnahmen. Daher sollten weiterhin vorbeugende Strategien zur Vermeidung von Mückenstichen genutzt werden, beispielsweise das Tragen geeigneter Kleidung oder die Anwendung von Insektenschutzmitteln.
Nebenwirkungen von Hydroxychloroquin Heumann®
Auch bei der Anwendung dieses Arzneimittels können unerwünschte Wirkungen auftreten, wobei nicht alle Patientinnen und Patienten davon betroffen sind. Viele Nebenwirkungen stehen in Zusammenhang mit der Dosierung und können sich nach einer Anpassung der Therapie oder nach Absetzen des Präparats wieder zurückbilden. Regelmäßige ärztliche Kontrollen sind wichtig, um mögliche Risiken frühzeitig zu erkennen und die Behandlung entsprechend anzupassen.
Beenden Sie die Einnahme und suchen Sie umgehend ärztliche Hilfe auf, wenn schwerwiegende Symptome auftreten, beispielsweise:
- Hinweise auf Leberprobleme wie allgemeines Unwohlsein, Gelbfärbung von Haut oder Augen (Gelbsucht), dunkler Urin, Übelkeit, Erbrechen oder Bauchschmerzen; in seltenen Fällen wurden schwere Leberschädigungen beobachtet.
- Ausgeprägte Hautreaktionen, darunter Hautausschläge mit Fieber, grippeähnliche Beschwerden und geschwollene Lymphknoten (z. B. DRESS-Syndrom), großflächige Blasenbildung oder Hautablösungen (z. B. Stevens-Johnson-Syndrom oder toxische epidermale Nekrolyse), pustulöse Hautveränderungen mit Fieber (AGEP) oder schmerzhafte entzündliche Hautveränderungen wie beim Sweet-Syndrom.4
Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wenn Beschwerden wie Stimmungsschwankungen, depressive Verstimmungen, Halluzinationen, Angstgefühle, Verwirrtheit, Schlafprobleme oder andere auffällige psychische Veränderungen auftreten oder länger bestehen bleiben.
Weitere mögliche Nebenwirkungen umfassen:
Sehr häufig (mehr als 1 von 10 Behandelten):
- Bauchschmerzen;
- Übelkeit.
Häufig (bis zu 1 von 10 Behandelten):
- verminderter Appetit;
- Kopfschmerzen;
- Hautausschlag oder Juckreiz;
- Magen-Darm-Beschwerden wie Blähungen, Durchfall oder Erbrechen; häufig rückläufig nach Dosisanpassung oder Absetzen;
- vorübergehend verschwommenes Sehen infolge von Akkommodationsstörungen.
Gelegentlich (bis zu 1 von 100 Behandelten):
- Netzhautveränderungen (Retinopathien) mit Pigmentstörungen oder Gesichtsfeldausfällen; frühzeitig oft reversibel, in fortgeschrittenen Fällen möglicherweise dauerhaft;
- Hornhautveränderungen wie Schwellungen oder Trübungen mit Sehstörungen, Lichtempfindlichkeit oder Halos;
- Hörstörungen wie Tinnitus oder Schwindel;
- Schläfrigkeit, Unruhe, Benommenheit oder Missempfindungen (Parästhesien);
- Veränderungen der Leberwerte;
- Pigmentveränderungen an Haut, Schleimhäuten oder Haaren sowie Haarausfall.
Häufigkeit nicht bekannt:
- Verschlechterung bestimmter Stoffwechselerkrankungen wie Porphyrie;
- erniedrigter Blutzuckerspiegel;
- Krampfanfälle oder Bewegungsstörungen;
- Taubheitsgefühle;
- allergische Reaktionen wie Nesselsucht, Schwellungen (Angioödeme) oder Atembeschwerden;
- Augenerkrankungen mit möglichen dauerhaften Sehstörungen;
- Veränderungen der Blutbildung (z. B. Anämie, Leukopenie, Thrombozytopenie oder Panzytopenie);
- Herzmuskelerkrankungen, Herzrhythmusstörungen oder Veränderungen im EKG;
- schwere entzündliche Hautreaktionen und erhöhte Lichtempfindlichkeit der Haut;
- Verschlechterung einer Schuppenflechte oder bestimmter Stoffwechselstörungen;
- Muskelerkrankungen mit zunehmender Schwäche sowie Störungen der Nervenleitung.
Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich bitte an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke. Dies gilt auch für Beschwerden, die hier nicht ausdrücklich aufgeführt sind.
Verträglichkeit von mit Hydroxychloroquin Heumann® anderen Arzneimitteln
Hydroxychloroquin Heumann® (Hydroxychloroquin) kann mit verschiedenen anderen Arzneimitteln in Wechselwirkung treten. Dies liegt unter anderem daran, dass der Wirkstoff sowohl das Immunsystem beeinflusst als auch Auswirkungen auf den Herzrhythmus und bestimmte Stoffwechselprozesse haben kann. Daher sollte vor Beginn der Behandlung eine sorgfältige Überprüfung aller gleichzeitig verwendeten Medikamente erfolgen, um mögliche Risiken zu reduzieren.
Besondere Vorsicht ist unter anderem geboten bei der gleichzeitigen Einnahme von:
- Arzneimitteln, die das QT-Intervall verlängern können, da sich das Risiko für Herzrhythmusstörungen erhöhen kann.
- weiteren Antimalariamitteln oder Antiarrhythmika mit Einfluss auf die Herzfunktion.
- Antidiabetika, da Hydroxychloroquin den Blutzuckerspiegel senken und dadurch das Risiko für Unterzuckerungen erhöhen kann.
- Digoxin, bei dem erhöhte Wirkstoffspiegel im Blut auftreten können.
- immunsuppressiven oder antirheumatischen Medikamenten, bei denen sich Wirkungen gegenseitig verstärken können.
Patientinnen und Patienten sollten ihre behandelnde Ärztin oder ihren behandelnden Arzt über sämtliche gleichzeitig eingenommenen Arzneimittel informieren, einschließlich frei verkäuflicher Präparate und Nahrungsergänzungsmittel. Treten während einer Kombinationstherapie ungewöhnliche Beschwerden auf, sollte eine ärztliche Abklärung erfolgen.
Kontraindikationen für Hydroxychloroquin Heumann®
Hydroxychloroquin Heumann® darf nicht angewendet werden, wenn eine bekannte Allergie oder Überempfindlichkeit gegen Hydroxychloroquin, Chloroquin, andere 4-Aminochinolin-Derivate oder einen der sonstigen Inhaltsstoffe des Präparats besteht. Ebenso ist die Anwendung bei bestehenden Erkrankungen oder Vorschädigungen der Netzhaut kontraindiziert, da sich das Risiko für weitere Schäden an der Retina erhöhen kann.
Von einer Behandlung ist außerdem abzusehen bei ausgeprägten Herzrhythmusstörungen, insbesondere bei einer bekannten Verlängerung des QT-Intervalls. Auch bei gleichzeitiger Einnahme von Arzneimitteln, die das QT-Intervall verlängern, ist besondere Vorsicht geboten und eine Anwendung sollte nur unter sorgfältiger ärztlicher Überwachung erfolgen. Weitere Gegenanzeigen können schwere Funktionsstörungen der Leber oder der Nieren sowie bestimmte neurologische oder hämatologische Erkrankungen sein, bei denen eine Therapie nur nach strenger individueller Nutzen-Risiko-Abwägung in Betracht kommt.
Vor Beginn der Behandlung ist eine umfassende ärztliche Untersuchung erforderlich, um mögliche Risiken zu erkennen und die Therapie sicher zu planen.
Lagerung von Hydroxychloroquin Heumann®
Für eine sachgerechte Aufbewahrung sollte das Arzneimittel unter normalen Raumtemperaturbedingungen gelagert werden. Es empfiehlt sich, das Präparat vor direkter Lichteinstrahlung, hoher Luftfeuchtigkeit und starker Hitze zu schützen, um die Qualität zu erhalten. Idealerweise verbleiben die Tabletten in der Originalverpackung, da diese zusätzlichen Schutz bietet und wichtige Produktinformationen jederzeit zugänglich bleiben.
Hydroxychloroquin Heumann® darf nach Überschreiten des angegebenen Verfallsdatums nicht mehr angewendet werden. Außerdem sollte das Medikament stets an einem Ort aufbewahrt werden, der für Kinder weder sichtbar noch erreichbar ist.
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Malariaprophylaxe Behandlung mit Hydroxychloroquin Heumann®
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