Wie wirkt Levofloxacin?
Levofloxacin gehört zur Klasse der Fluorchinolon-Antibiotika und wirkt bakterizid. Es blockiert gezielt die bakteriellen Enzyme DNA-Gyrase und Topoisomerase IV, die essenziell für die Replikation, Transkription und Reparatur der bakteriellen DNA sind. Ohne diese Enzyme können sich die Bakterien nicht teilen, was zu ihrem Absterben führt.
Dieses Antibiotikum wird gezielt zur Behandlung von Harnwegsinfektionen, einschließlich Blasenentzündungen (Zystitis), eingesetzt. Levofloxacin erreicht im Urin hohe Konzentrationen, wodurch die Krankheitserreger direkt am Infektionsort bekämpft werden. Die bakterizide Wirkung reduziert die Entzündungsreaktionen im Harntrakt und lindert typische Symptome wie Brennen beim Wasserlassen, häufigen Harndrang und Unterbauchschmerzen.
Dosierung von Levofloxacin HEC®
Die Anzahl der Filmtabletten, die Sie einnehmen sollen, wird von Ihrem Arzt festgelegt. Sollten Sie das Gefühl haben, dass das Medikament zu stark oder zu schwach wirkt, passen Sie die Dosis nicht eigenständig an, sondern konsultieren Sie Ihren Arzt.
Für die Behandlung von Harnwegsinfektionen liegt die empfohlene Menge bei einer halben bis einer Filmtablette täglich.
Wenn versehentlich eine höhere Dosis eingenommen wurde, suchen Sie sofort ärztliche Hilfe auf und bringen Sie die Verpackung des Medikaments mit, damit das medizinische Personal nachvollziehen kann, welche Substanz und Menge eingenommen wurde.
Wurde eine Dosis vergessen, nehmen Sie diese nach, sobald Sie sich daran erinnern, außer die nächste Dosis steht kurz bevor. Eine doppelte Einnahme zur Kompensation einer vergessenen Dosis ist nicht erlaubt.
Beenden Sie die Behandlung nicht eigenmächtig, selbst wenn sich Ihre Beschwerden gebessert haben. Es ist entscheidend, den gesamten vom Arzt verordneten Behandlungszyklus einzuhalten. Ein vorzeitiger Abbruch kann zu einem Wiederauftreten der Infektion, einer Verschlechterung des Zustands oder zur Entwicklung bakterieller Resistenzen gegen das Arzneimittel führen.
Anwendung von Levofloxacin HEC®
Die Filmtabletten sind zur oralen Einnahme vorgesehen und können bei Bedarf geteilt werden. Schlucken Sie sie unzerkaut und trinken Sie dazu ausreichend Wasser. Die Einnahme kann entweder während der Mahlzeiten oder zwischen diesen erfolgen, je nachdem, wie gut Sie das Präparat vertragen.
Während der Anwendung dieses Arzneimittels und noch für zwei Tage nach Abschluss der Behandlung sollten Sie Ihre Haut vor direkter Sonneneinstrahlung schützen. Das Präparat erhöht die Empfindlichkeit der Haut gegenüber Sonnenlicht deutlich, wodurch Sonnenbrand, Kribbeln oder Blasenbildung wahrscheinlicher werden. Um dies zu vermeiden, tragen Sie einen Sonnenschutz mit hohem Lichtschutzfaktor auf, bedecken Sie Arme und Beine mit Kleidung und einem Hut und vermeiden Sie künstliche UV-Strahlung, etwa durch Solariumbesuche.
Nebenwirkungen von Levofloxacin HEC®
Beenden Sie die Einnahme des Arzneimittels und suchen Sie umgehend medizinische Hilfe, wenn Sie eine der folgenden Reaktionen bemerken.
Sehr selten:
- Allergische Reaktionen, einschließlich Hautausschlag, Schluck- oder Atembeschwerden sowie Schwellungen an Lippen, Gesicht, Rachen oder Zunge.
Selten – sofort ärztliche Hilfe erforderlich:
- Stark wässriger Durchfall, möglicherweise mit Blutspuren, begleitet von Bauchkrämpfen und Fieber, was auf eine ernsthafte Darmerkrankung hindeuten kann.
- Schmerzen oder Entzündungen von Sehnen oder Bändern mit dem Risiko eines Risses, insbesondere der Achillessehne.
- Krampfanfälle.
- Ausgedehnter Hautausschlag, hohes Fieber, erhöhte Leberwerte, Blutanomalien (Eosinophilie), vergrößerte Lymphknoten oder Beteiligung anderer Organe (DRESS-Syndrom).
- Wasserretentionssyndrom mit niedrigem Natriumspiegel (SIADH).
- Starker Abfall des Blutzuckers, einschließlich hypoglykämischem Koma, besonders relevant für Diabetiker.
- Brennen, Kribbeln, Schmerzen oder Taubheitsgefühle (Neuropathie).
- Schwere Hautreaktionen wie Stevens-Johnson-Syndrom oder toxische epidermale Nekrolyse, Blasenbildung, Hautablösung, Geschwüre in Mund, Rachen, Nase, Genitalbereich und Augen; Fieber oder grippeähnliche Symptome können vorausgehen.
- Leberprobleme, z. B. Gelbfärbung der Haut oder Augen, dunkler Urin, Juckreiz oder druckempfindlicher Bauch.
- Psychotische Reaktionen, inklusive Suizidgedanken oder suizidaler Handlungen.
- Akute Pankreatitis: Übelkeit, Bauchschmerzen, Erbrechen.
- Sehstörungen oder Augenschmerzen – sofort augenärztliche Abklärung.
- Langfristige oder dauerhafte Effekte (Monate bis Jahre): Entzündungen/Brüche von Sehnen, Gelenkschmerzen, Neuropathien, psychische Störungen (Angst, Depression, Panik, Schlafstörungen, Suizidgedanken), Störungen der Sinne (Hören, Sehen, Geschmack, Geruch).
- Aortenprobleme (Aneurysmen, Dissektionen) oder Herzklappenprobleme wurden nach Fluorchinolon-Anwendung berichtet.
Häufig:
- Schlafstörungen;
- Kopfschmerzen, Schwindel;
- Übelkeit, Erbrechen, Durchfall;
- Erhöhte Leberwerte im Blut.
Selten:
- Infektionen durch Candida oder andere Mikroorganismen;
- Veränderung der weißen Blutkörperchen (Leukopenie, Eosinophilie);
- Angst, Nervosität, Schläfrigkeit, Zittern, Schwindel;
- Atemprobleme;
- Veränderungen des Geschmacks, Appetitverlust, Verdauungsstörungen;
- Juckreiz, Hautausschlag, vermehrtes Schwitzen;
- Gelenk- oder Muskelschmerzen;
- Abnormale Leber- oder Nierenwerte;
- Allgemeine Schwäche;
- Blutgerinnungsstörungen (Thrombozytopenie);
- Verminderung weißer Blutkörperchen (Neutropenie);
- Überempfindlichkeitsreaktionen;
- Parästhesien, Tinnitus, Sehstörungen;
- Herzrhythmusstörungen, niedriger Blutdruck (Hypotonie), Muskelschwäche (wichtig bei Myasthenia gravis);
- Gedächtnisprobleme;
- Nierenfunktionsstörungen bis hin zu Nierenversagen;
- Fieber;
- Hautreaktionen nach Levofloxacin mit wiederkehrenden Flecken.
Wenn Sie eines dieser Symptome bemerken oder andere unerwartete Reaktionen auftreten, wenden Sie sich sofort an Ihren Arzt. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die hier nicht ausdrücklich aufgeführt sind.
Verträglichkeit von mit Levofloxacin HEC® anderen Arzneimitteln
Bitte achten Sie besonders auf folgende Arzneimittel, da die gleichzeitige Einnahme das Risiko für Nebenwirkungen erhöhen kann:
- Kortikosteroide (Steroide) – werden zur Behandlung von Entzündungen eingesetzt; können das Risiko von Sehnenentzündungen oder Sehnenrissen erhöhen.
- Vitamin-K-Antagonisten (z. B. Warfarin) – dienen der Blutverdünnung; das Risiko von Blutungen kann steigen, weshalb Ihr Arzt ggf. regelmäßige Blutkontrollen empfiehlt.
- Theophyllin – eingesetzt bei chronischen Atemwegserkrankungen; erhöhtes Risiko für Krampfanfälle bei gleichzeitiger Einnahme.
- Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR), wie Acetylsalicylsäure, Ibuprofen, Fenbufen, Ketoprofen oder Indomethacin – Verwendung bei Schmerzen oder Entzündungen; gleichzeitige Einnahme kann das Risiko für Krampfanfälle steigern.
- Ciclosporin – nach Organtransplantationen angewendet; erhöhtes Risiko für Nebenwirkungen von Ciclosporin.
- Arzneimittel, die den Herzrhythmus beeinflussen, z. B. Antiarrhythmika (Chinidin, Hydrochinidin, Disopyramid, Amiodaron, Sotalol, Dofetilid, Ibutilid), trizyklische Antidepressiva (Amitriptylin, Imipramin), bestimmte Makrolid-Antibiotika (Erythromycin, Azithromycin, Clarithromycin) oder bestimmte Antipsychotika.
- Probenecid – zur Gichtbehandlung; bei eingeschränkter Nierenfunktion kann eine Dosisanpassung erforderlich sein.
- Cimetidin – bei Magengeschwüren oder Sodbrennen; Dosisanpassung möglich bei eingeschränkter Nierenfunktion.
Arzneimittel, die nicht gleichzeitig eingenommen werden sollten, umfassen: Eisentabletten (bei Blutarmut), Zinkpräparate, magnesium- oder aluminiumhaltige Antazida (bei Sodbrennen), Didanosin oder Sucralfat (bei Magengeschwüren), da diese die Wirksamkeit des Präparats beeinträchtigen können.
Die Einnahme kann zu falsch-positiven Ergebnissen bei Urintests auf starke Schmerzmittel („Opiate“) führen. Informieren Sie Ihren Arzt, falls ein solcher Test geplant ist.
In bestimmten Tests zur Erkennung von Tuberkulosebakterien kann das Präparat falsch-negative Ergebnisse verursachen, sodass eine Infektion möglicherweise unentdeckt bleibt.
Informieren Sie unbedingt Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie aktuell andere Medikamente einnehmen, kürzlich eingenommen haben oder planen, weitere Arzneimittel zu verwenden. Dieses Präparat kann die Wirkung anderer Medikamente beeinflussen, und umgekehrt können bestimmte Arzneimittel die Wirkung dieses Präparats verändern.
Kontraindikationen für Levofloxacin HEC®
Das Medikament darf nicht eingenommen werden, und Sie sollten Ihren Arzt informieren, wenn Sie allergisch auf Levofloxacin, andere Chinolon-Antibiotika wie Moxifloxacin, Ciprofloxacin oder Ofloxacin oder einen der weiteren Bestandteile des Präparats reagieren. Typische Anzeichen einer allergischen Reaktion sind Hautausschlag, Probleme beim Schlucken oder Atmen sowie Schwellungen an Lippen, Gesicht, Rachen oder Zunge.
Ebenso dürfen Sie das Arzneimittel nicht einnehmen, wenn Sie derzeit oder in der Vergangenheit an Epilepsie gelitten haben oder wenn Sie zuvor Sehnenbeschwerden, beispielsweise eine Sehnenentzündung, im Zusammenhang mit einer Chinolon-Therapie hatten. Eine Sehne verbindet Muskeln mit dem Skelett.
Das Präparat ist für Schwangere, Personen, die schwanger werden könnten oder den Verdacht auf eine Schwangerschaft haben, sowie für stillende Frauen nicht geeignet.
Wenn Sie unsicher sind, ob einer dieser Punkte auf Sie zutrifft, sprechen Sie unbedingt vor der Einnahme mit Ihrem Arzt.
Lagerung von Levofloxacin HEC®
Levofloxacin HEC® sollte in seiner Originalverpackung gelagert werden, idealerweise bei Raumtemperatur und nicht über 25 °C, an einem trockenen, lichtgeschützten Ort. Das Arzneimittel muss vor Feuchtigkeit, direkter Sonneneinstrahlung und Frost geschützt werden. Nach dem Öffnen der Packung sollten die Tabletten bis zum angegebenen Verfallsdatum verwendet werden. Bewahren Sie das Präparat stets außerhalb der Reichweite von Kindern auf.
Behandlungsoptionen für Levofloxacin HEC®
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- Rezeptausstellung durch einen Online-Fragebogen
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Packungsbeilage
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