Wie wirkt Rosuvastatin?
Rosuvastatin ist ein Lipidsenker aus der Gruppe der HMG-CoA-Reduktase-Hemmer (Statine). Der Wirkmechanismus beruht auf der selektiven und kompetitiven Hemmung des Enzyms HMG-CoA-Reduktase, das einen geschwindigkeitsbestimmenden Schritt in der Cholesterinbiosynthese in der Leber katalysiert. Dadurch wird die Bildung von Mevalonat und in weiterer Folge die endogene Cholesterinproduktion reduziert.
Die verminderte Cholesterinsynthese in den Hepatozyten führt zu einer erhöhten Expression von LDL-Rezeptoren auf der Zelloberfläche. Dies steigert die Aufnahme und den Abbau von LDL-Cholesterin aus dem Blutkreislauf und senkt dessen Konzentration im Plasma. Zusätzlich kann Rosuvastatin die Triglyzeridwerte moderat reduzieren und den HDL-Cholesterinspiegel leicht erhöhen.
Dosierung und Anwendungshinweise für Rosuvastatin Hexal®
Rosuvastatin Hexal® wird zur Behandlung erhöhter Cholesterinwerte eingesetzt. Die empfohlene Anfangsdosis beträgt in der Regel 5 mg oder 10 mg einmal täglich. Abhängig vom individuellen Therapieansprechen kann die Dosis schrittweise angepasst werden, üblich sind 5–40 mg pro Tag. Die maximale Tagesdosis beträgt 40 mg und wird nur bei Patienten mit hohem kardiovaskulärem Risiko angewendet.
Die Tabletten werden einmal täglich eingenommen, unabhängig von den Mahlzeiten, vorzugsweise zur gleichen Tageszeit. Die Einnahme erfolgt unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit.
Während der Behandlung sollte eine lipidsenkende Diät beibehalten werden.
Nebenwirkungen von Rosuvastatin Hexal®
Beenden Sie die Einnahme des Arzneimittels sofort und suchen Sie umgehend ärztliche Hilfe auf, wenn Anzeichen einer schweren allergischen Reaktion auftreten. Dazu zählen insbesondere:
- Atembeschwerden, ggf. begleitet von Schwellungen im Gesicht, an Lippen, Zunge oder im Rachenraum;
- ausgeprägte Schwellungen im Gesichts- oder Halsbereich mit Schluckbeschwerden;
- starker Hautjuckreiz, möglicherweise mit Blasenbildung;
- schwere Hautreaktionen mit rötlichen, zielscheibenartigen Flecken, Hautablösung oder Geschwüren im Bereich von Mund, Augen oder Genitalien (z. B. Stevens-Johnson-Syndrom);
- großflächiger Hautausschlag mit Fieber und geschwollenen Lymphknoten (DRESS-Syndrom).
Beenden Sie die Anwendung ebenfalls und wenden Sie sich umgehend an einen Arzt:
- bei anhaltenden oder ungeklärten Muskelschmerzen, -schwäche oder Muskelkater, insbesondere in Verbindung mit Unwohlsein oder Fieber (möglicher Hinweis auf Rhabdomyolyse);
- bei einem Muskelriss;
- bei Anzeichen eines lupusähnlichen Syndroms mit Hautveränderungen, Gelenkbeschwerden oder Blutbildveränderungen.
Häufige Nebenwirkungen:
- Kopfschmerzen;
- Bauchschmerzen;
- Verstopfung;
- Übelkeit;
- Muskelschmerzen;
- allgemeine Schwäche oder Kraftlosigkeit;
- Schwindel;
- erhöhter Eiweißgehalt im Urin (meist vorübergehend);
- erhöhtes Risiko für die Entwicklung von Diabetes, insbesondere bei bestehenden Risikofaktoren wie Übergewicht oder erhöhten Blutzuckerwerten.
Gelegentliche Nebenwirkungen:Hautausschlag, Juckreiz oder andere Hautreaktionen sowie vorübergehende Veränderungen im Urinbefund können auftreten.
Seltene Nebenwirkungen:
- schwere Überempfindlichkeitsreaktionen mit Schwellungen, Atem- oder Schluckbeschwerden;
- Muskelerkrankungen mit ungewöhnlich anhaltenden Schmerzen;
- starke Bauchschmerzen (Hinweis auf eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse);
- erhöhte Leberenzymwerte;
- erhöhte Blutungsneigung durch verminderte Blutplättchenzahl;
- lupusähnliches Syndrom.
Sehr seltene Nebenwirkungen:Gelbsucht, Leberentzündung, Blutspuren im Urin, Nervenschädigungen (z. B. Taubheitsgefühl), Gelenkschmerzen, Gedächtnisstörungen sowie Brustvergrößerung bei Männern können auftreten.
Nebenwirkungen mit nicht bekannter Häufigkeit:Durchfall, Husten, Atemnot, Schwellungen, Schlafstörungen (z. B. Schlaflosigkeit oder Albträume), Störungen der Sexualfunktion, depressive Verstimmungen, Atemprobleme mit anhaltendem Husten oder Fieber, Sehnenverletzungen sowie anhaltende Muskelschwäche. In seltenen Fällen können Erkrankungen wie Myasthenia gravis oder okuläre Myasthenie auftreten, die zu ausgeprägter Muskelschwäche führen. Bei Symptomen wie zunehmender Schwäche, Doppelbildern, herabhängenden Augenlidern, Schluckbeschwerden oder Atemnot sollte umgehend ärztlicher Rat eingeholt werden.
Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken – auch solche, die hier nicht aufgeführt sind – wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.
Verträglichkeit von mit Rosuvastatin Hexal® anderen Arzneimitteln
Rosuvastatin Hexal® kann pharmakokinetische Wechselwirkungen mit verschiedenen Arzneimitteln eingehen, insbesondere durch Beeinflussung hepatischer Transportproteine (z. B. OATP1B1, BCRP). Diese Interaktionen können zu erhöhten Plasmaspiegeln von Rosuvastatin und einem gesteigerten Risiko für Nebenwirkungen, insbesondere Myopathie und Rhabdomyolyse, führen.
Besondere Vorsicht ist bei folgenden Kombinationen erforderlich:
- Ciclosporin: deutliche Erhöhung der Rosuvastatin-Konzentration im Blut.
- Fibrate (z. B. Gemfibrozil) und andere lipidsenkende Arzneimittel: erhöhtes Risiko für Muskeltoxizität.
- Proteaseinhibitoren (z. B. Ritonavir-haltige Kombinationen): mögliche Erhöhung der Rosuvastatin-Spiegel.
- Antikoagulanzien (z. B. Warfarin): mögliche Veränderung der Gerinnungsparameter.
- Antazida (Aluminium- oder Magnesiumhaltig): können die Resorption von Rosuvastatin vermindern.
Bei gleichzeitiger Anwendung mehrerer Arzneimittel ist eine ärztliche Überwachung erforderlich. Gegebenenfalls sind Dosisanpassungen notwendig, um das Risiko von Nebenwirkungen zu minimieren.
Kontraindikationen für Rosuvastatin Hexal®
Rosuvastatin Hexal® ist kontraindiziert bei Überempfindlichkeit gegen Rosuvastatin oder einen der sonstigen Bestandteile des Arzneimittels. Die Anwendung darf nicht erfolgen bei Patienten mit aktiven Lebererkrankungen oder bei ungeklärten, anhaltenden Erhöhungen der Lebertransaminasen. Ebenfalls kontraindiziert ist die Anwendung bei schweren Nierenfunktionsstörungen, insbesondere bei höheren Dosierungen.
Das Arzneimittel darf während der Schwangerschaft und Stillzeit nicht angewendet werden, da die Hemmung der Cholesterinsynthese die Entwicklung des Feten beeinträchtigen kann. Frauen im gebärfähigen Alter dürfen Rosuvastatin Hexal® nur bei zuverlässiger Kontrazeption einnehmen. Bei Patienten mit bestehender Myopathie oder einem erhöhten Risiko für Muskeltoxizität ist die Anwendung ebenfalls kontraindiziert.
Lagerung von Rosuvastatin Hexal®
Rosuvastatin Hexal® ist bei einer Temperatur von nicht über 25 °C zu lagern. Das Arzneimittel sollte in der Originalverpackung aufbewahrt werden, um die Tabletten vor Feuchtigkeit und Licht zu schützen.
Die Anwendung darf nur bis zum angegebenen Verfallsdatum erfolgen. Das Präparat ist außerhalb der Sicht- und Reichweite von Kindern aufzubewahren.
Behandlungsoptionen für Rosuvastatin Hexal®
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