Wie wirkt Metronidazol?
Metronidazol zählt zu den Nitroimidazolen und entfaltet seine antimikrobielle Wirkung insbesondere gegenüber bestimmten anaeroben Bakterien. Innerhalb empfindlicher Mikroorganismen wird der Wirkstoff in aktive Reaktionsprodukte umgewandelt.
Die dabei entstehenden Verbindungen wirken auf das bakterielle Erbgut ein und stören die Integrität sowie die Funktionsfähigkeit der DNA. Als Folge wird die Synthese von Nukleinsäuren beeinträchtigt. Dies begrenzt die Vermehrung der betroffenen Erreger und kann letztlich zu ihrem Absterben führen.
Dosierung von Metronidazol Heumann®
Für das eintägige Therapieschema ist die Einnahme von 5 Tabletten als einmalige Dosis zu einer Mahlzeit vorgesehen.
Bei bakterieller Vaginose besteht alternativ die Möglichkeit einer Behandlung über 7 Tage. Hierbei werden pro Tag insgesamt 2½ Tabletten, entsprechend 1 g Metronidazol, auf 2 bis 3 Einnahmen verteilt. Bei Trichomoniasis kann, insbesondere bei anhaltenden oder schwer behandelbaren Infektionen, ebenfalls eine siebentägige Therapie durchgeführt werden. Die tägliche Dosis liegt dabei bei 2 bis 2½ Tabletten und kann gegebenenfalls bis auf 4 Tabletten erhöht werden. Die entsprechende Wirkstoffmenge beträgt 0,8 bis 1 g beziehungsweise maximal 1,6 g Metronidazol täglich und wird auf 2 bis 3 Einzelgaben aufgeteilt.
Liegt eine eingeschränkte Leberfunktion vor, ist bei der Anwendung besondere Vorsicht geboten. Abhängig von der individuellen Situation kann der Arzt eine Anpassung der Tagesdosis vornehmen.
Wenn eine Einzeldosis unbeabsichtigt zweimal eingenommen wurde, kann die weitere Einnahme anschließend nach dem üblichen Dosierungsschema fortgeführt werden. Wurde dagegen eine Dosis ausgelassen, sollte diese nicht durch eine doppelte Einnahmemenge ersetzt werden.
Anwendung von Metronidazol Heumann®
Nehmen Sie das Präparat entweder während des Essens oder unmittelbar nach einer Mahlzeit ein und trinken Sie dazu ausreichend Flüssigkeit. Die Tablette ist im Ganzen zu schlucken, kann jedoch zur Dosierung in gleich große Teile geteilt werden.
Eine gleichzeitige Einnahme des Arzneimittels mit Alkohol ist zu vermeiden.
Nebenwirkungen von Metronidazol Heumann®
Bei der Behandlung mit diesem Arzneimittel sind unerwünschte Wirkungen möglich, sie treten jedoch nicht bei allen Patienten auf. Bei Erwachsenen und Kindern zeigen sich hinsichtlich Art, Häufigkeit und Schweregrad der beobachteten Nebenwirkungen vergleichbare Ergebnisse.
Häufige Nebenwirkungen:
- veränderte Geschmackswahrnehmung, unter anderem ein metallisch empfundener Geschmack;
- Zungenbelag und bitteres Aufstoßen;
- entzündliche Reaktionen an Zunge und Mundschleimhaut;
- Druck- oder Missempfindungen im Magen sowie Übelkeit und Erbrechen;
- Appetitverlust und Durchfälle;
- dunkler gefärbter Urin aufgrund eines Abbauprodukts des Wirkstoffs, wobei diese Verfärbung keinen Krankheitswert hat.
Seltene Nebenwirkungen:
- schwerwiegende allergische Reaktionen mit möglicher Entwicklung eines anaphylaktischen Schocks und ausgeprägtem Blutdruckabfall;
- Veränderungen der Zusammensetzung des Blutes, beispielsweise eine reduzierte Thrombozytenzahl, Agranulozytose oder Panzytopenie;
- akute entzündliche Reaktionen der Bauchspeicheldrüse;
- Entzündung der Leber in Verbindung mit einer Störung des Galleabflusses und gegebenenfalls einer Gelbfärbung von Haut oder Augen;
- pseudomembranöse Enterokolitis als schwere entzündliche Erkrankung des Darms;
- Beschwerden in Muskeln und Gelenken;
- Beeinträchtigungen des Gehirns oder Kleinhirns, die unter anderem mit Verwirrtheit, erhöhter Körpertemperatur, Kopfschmerzen, Halluzinationen, Lähmungserscheinungen, Lichtempfindlichkeit oder Nackensteife verbunden sein können. Zusätzlich sind Störungen des Sehens, der Sprache, des Schluckvorgangs, der Bewegungsabläufe und des Gehens sowie Zittern und unwillkürliche Augenbewegungen möglich. Nach Beendigung der Arzneimitteltherapie können diese Veränderungen wieder abklingen.
Andere mögliche Nebenwirkungen:
- Schwindelgefühl, Kopfschmerzen, Schläfrigkeit und Schlaflosigkeit;
- psychische Veränderungen einschließlich Verwirrtheit, Unruhe beziehungsweise Erregbarkeit, depressiver Stimmung und Halluzinationen;
- beeinträchtigte Bewegungskoordination oder Krampfanfälle;
- Störungen peripherer Nerven mit Kribbeln, Taubheit oder pelzigem Empfinden an Armen und Beinen, insbesondere im Zusammenhang mit hohen Dosen oder einer längerfristigen Anwendung;
- allergisch bedingte Hauterscheinungen wie Ausschlag, Juckreiz, Quaddeln, Pusteln, entzündliche Rötungen oder plötzlich einsetzende Hautrötung mit Wärmeempfinden;
- angioneurotische Schwellungen, medikamentös ausgelöstes Fieber sowie allergische Reaktionen der Nasenschleimhaut oder Bindehaut;
- verringerte Anzahl weißer Blutkörperchen; bei längerer Behandlungsdauer können daher regelmäßige Untersuchungen des Blutbildes angezeigt sein;
- schmerzhaftes Wasserlassen, entzündliche Beschwerden der Harnblase oder unkontrollierter Urinabgang;
- Veränderungen der Leberfunktion, einschließlich eines Anstiegs bestimmter Leberenzymwerte;
- Pilzinfektionen des Genitalbereichs, beispielsweise durch Candida-Arten;
- körperliches Schwächegefühl;
- überwiegend reversible Sehstörungen, beispielsweise Doppel- oder Schleiersehen, Veränderungen der Farbwahrnehmung, eine reduzierte Sehschärfe oder Kurzsichtigkeit;
- entzündliche beziehungsweise krankhafte Veränderungen des Sehnervs;
- schwerwiegende Erkrankungen von Haut und Schleimhäuten, darunter Erythema exsudativum multiforme, Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse und fixes Arzneimittelexanthem;
- aseptische, nicht durch eine Infektion verursachte Meningitis;
- Einschränkung oder Verlust des Hörvermögens sowie Ohrgeräusche (Tinnitus);
- Versagen der Leberfunktion. In einzelnen Fällen war bei Patienten unter gleichzeitiger Behandlung mit weiteren Antibiotika eine Lebertransplantation notwendig. Bei Personen mit Cockayne-Syndrom wurden darüber hinaus akute Fälle von Leberversagen beobachtet.
Starker Durchfall, der über längere Zeit anhält und während der Therapie oder innerhalb der darauffolgenden Wochen auftritt, kann ein Hinweis auf eine pseudomembranöse Enterokolitis sein. Bei entsprechenden Beschwerden ist umgehend eine ärztliche Abklärung erforderlich. Mittel zur Hemmung der Darmperistaltik dürfen in diesem Fall nicht angewendet werden.
Eine schwere allergische Reaktion kann sich unter anderem durch Atemnot, Schwindel, Erbrechen, beeinträchtigtes Bewusstsein, kalten Schweiß sowie blasse und kalte Hände oder Füße bemerkbar machen. Bei diesen Anzeichen oder bei einer Schwellung der Atemwegsschleimhäute mit erschwerter Atmung muss unverzüglich medizinische Hilfe erfolgen.
Eine Kombination aus Fieber, deutlicher Abgeschlagenheit und Entzündungen im Bereich der Mandeln oder der Mundschleimhaut kann auf eine Agranulozytose hindeuten. Die Blutwerte sollten in einer solchen Situation schnellstmöglich ärztlich überprüft werden.
Empfindungsstörungen an Armen oder Beinen, beispielsweise Kribbeln, Taubheit oder ein pelziges Gefühl, erfordern eine sofortige Information des behandelnden Arztes. Dies gilt auch, wenn die Symptome lediglich schwach ausgeprägt sind.
Bei auftretenden Nebenwirkungen oder sonstigen auffälligen Beschwerden ist der behandelnde Arzt zu informieren.
Verträglichkeit von Metronidazol Heumann® mit anderen Arzneimitteln
Informieren Sie Ihren Arzt über alle Arzneimittel, die Sie aktuell anwenden, in letzter Zeit angewendet haben oder deren Anwendung Sie planen. Bestimmte Wirkstoffe können die Wirkung von Metronidazol verändern, während Metronidazol seinerseits Einfluss auf andere Arzneimittel nehmen kann.
Arzneimittel und Wirkstoffe, die Metronidazol beeinflussen können:
- Barbiturate und Phenytoin;
- Cimetidin;
- Disulfiram;
- Silymarin beziehungsweise Silibinin;
- Diosmin.
Arzneimittel, die durch Metronidazol beeinflusst werden können:
- Blutgerinnungshemmende Arzneimittel: Bei gleichzeitiger Behandlung mit Antikoagulanzien vom Cumarin-Typ, beispielsweise Warfarin, kann deren gerinnungshemmende Wirkung durch Metronidazol verstärkt werden. Gegebenenfalls muss die gerinnungshemmende Therapie entsprechend neu eingestellt werden.
- Busulfan: Die schädigenden beziehungsweise toxischen Wirkungen dieses Chemotherapeutikums können bei gemeinsamer Anwendung deutlich verstärkt werden.
- Ciclosporin: Metronidazol kann bei gleichzeitiger Gabe zu einem erhöhten Ciclosporinspiegel im Serum führen. Deshalb ist eine engmaschige Kontrolle der Ciclosporin- und Kreatininwerte erforderlich.
- 5-Fluorouracil: Die Ausscheidung dieses zur Tumorbehandlung eingesetzten Chemotherapeutikums kann durch Metronidazol vermindert werden. Infolgedessen ist eine Zunahme der Toxizität von 5-Fluorouracil möglich.
- Lithium: Bei einer parallelen Behandlung mit lithiumhaltigen Präparaten ist besondere Vorsicht erforderlich, da die Lithiumwerte im Blut ansteigen können. Hierdurch erhöht sich das Risiko einer Lithiumvergiftung, die unter anderem mit Zittern und Krampfanfällen einhergehen kann.
- Tacrolimus: Die gleichzeitige Anwendung kann einen Anstieg des Tacrolimusspiegels im Blut bewirken. Daher sollten sowohl die Tacrolimuskonzentration als auch die Nierenfunktion in regelmäßigen Abständen überprüft werden.
- Amiodaron: Die Kombination von Metronidazol mit Amiodaron, einem Arzneimittel gegen Herzrhythmusstörungen, kann Auswirkungen auf die Herzfunktion haben. Eine regelmäßige EKG-Kontrolle ist deshalb erforderlich. Bei Benommenheit, wahrnehmbaren Veränderungen des Herzschlags oder einer kurzzeitigen Ohnmacht sollte umgehend ein Arzt konsultiert werden.
- Mycophenolatmofetil: Bei gleichzeitiger Behandlung mit Antibiotika kann die im Körper verfügbare Menge dieses immunsuppressiv wirkenden Arzneistoffs abnehmen. Eine begleitende Überwachung durch entsprechende Laboruntersuchungen wird daher empfohlen.
Das Arzneimittel kann die Messergebnisse bestimmter Laboruntersuchungen beeinflussen. Betroffen sind die Bestimmungen von Triglyceriden, Glucose, LDH, GOT und GPT.
Kontraindikationen für Metronidazol Heumann®
Eine Einnahme des Präparats ist ausgeschlossen, wenn eine allergische Reaktion auf Metronidazol, andere Substanzen aus der Gruppe der 5-Nitroimidazole oder einen der weiteren Inhaltsstoffe des Arzneimittels bekannt ist. Lediglich bei einer lebensbedrohlichen Infektion kann eine Ausnahme in Betracht gezogen werden, sofern andere Arzneimittel keine ausreichende Wirksamkeit besitzen.
Schwangerschaft und Stillzeit
Bei einer bestehenden Schwangerschaft ist vor Beginn der Behandlung eine ärztliche Beratung durch den Frauenarzt erforderlich. Dabei wird individuell festgelegt, ob das Präparat angewendet werden kann und welche Anwendung gegebenenfalls vorgesehen ist. Während des Stillens wird der Einsatz des Arzneimittels nach aktuellem Erkenntnisstand nicht empfohlen. In bestimmten Fällen kann daher ein Beenden des Stillens erwogen werden.
Lagerung von Metronidazol Heumann®
Das Arzneimittel sollte bei höchstens 25 °C und weiterhin in der Originalverpackung gelagert werden, um den notwendigen Schutz vor Feuchtigkeit und Lichteinwirkung sicherzustellen. Wählen Sie einen Aufbewahrungsort, an dem Kinder das Präparat weder sehen noch erreichen können. Ist das auf der Packung angegebene Verfalldatum überschritten, darf das Arzneimittel nicht mehr eingenommen werden.
Behandlungsoptionen für Metronidazol Heumann® (bakterielle Vaginose)
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- Rezeptausstellung durch einen Online-Fragebogen
- Auswahl an Markenmedikamenten und deutschen Generika
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