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Behandlung von Prostata / gutartige Prostatavergrößerung (BPH)

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gutartige Prostatavergrößerung
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Was ist eine gutartige Prostatavergrößerung (BPH)?

Die gutartige Prostatavergrößerung, medizinisch auch benigne Prostatahyperplasie (BPH) genannt, ist eine häufige Veränderung der Prostata, die vor allem bei Männern im höheren Lebensalter auftritt. Dabei nimmt das Volumen des Prostatagewebes allmählich zu. Es handelt sich um eine gutartige Veränderung und nicht um Prostatakrebs.

Die Prostata liegt unterhalb der Harnblase und umschließt einen Teil der Harnröhre. Vergrößert sich das Organ, kann es die Harnröhre zunehmend einengen und dadurch den Abfluss des Urins aus der Blase beeinträchtigen. Wie stark die Beschwerden ausgeprägt sind, hängt jedoch nicht ausschließlich von der Größe der Prostata ab.

Die Entstehung einer BPH ist eng mit dem natürlichen Alterungsprozess und hormonellen Veränderungen verbunden. Mit zunehmendem Alter steigt daher die Wahrscheinlichkeit einer Prostatavergrößerung. Nicht jede vergrößerte Prostata verursacht jedoch Beschwerden oder muss behandelt werden. Entscheidend sind die Stärke der Symptome, mögliche Auswirkungen auf die Blasenentleerung und das individuelle Risiko für Komplikationen.

Ursachen und Risikofaktoren

Die genauen Ursachen einer gutartigen Prostatavergrößerung (benigne Prostatahyperplasie, BPH) sind noch nicht vollständig geklärt. Bekannt ist jedoch, dass ihre Entstehung eng mit dem Alterungsprozess und Veränderungen des männlichen Hormonhaushalts verbunden ist. Im Laufe des Lebens kann sich das Verhältnis verschiedener Hormone verändern und das Wachstum des Prostatagewebes begünstigen.

Der wichtigste Risikofaktor ist das zunehmende Lebensalter. Während eine BPH bei jüngeren Männern vergleichsweise selten Beschwerden verursacht, nimmt ihre Häufigkeit mit den Lebensjahren deutlich zu. Auch eine familiäre Veranlagung kann eine Rolle spielen. Männer, bei deren nahen Verwandten eine gutartige Prostatavergrößerung aufgetreten ist, können ein erhöhtes Risiko haben.

Darüber hinaus werden verschiedene Stoffwechsel- und Lebensstilfaktoren mit der Entwicklung einer BPH in Verbindung gebracht. Dazu zählen insbesondere Übergewicht, Bewegungsmangel sowie Erkrankungen wie Diabetes mellitus und das metabolische Syndrom. Auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen können häufiger gemeinsam mit Beschwerden des unteren Harntrakts auftreten.

Nicht alle Risikofaktoren lassen sich beeinflussen. Ein aktiver Lebensstil, regelmäßige körperliche Bewegung und die Vermeidung von starkem Übergewicht können jedoch zur allgemeinen Gesundheit beitragen. Eine BPH lässt sich dadurch nicht sicher verhindern, und das Vorliegen einzelner Risikofaktoren bedeutet nicht automatisch, dass eine behandlungsbedürftige Prostatavergrößerung entsteht.

Symptome der Gutartige Vergrößerung der Prostata

Eine gutartige Vergrößerung der Prostata (BPH) kann verschiedene Beschwerden der unteren Harnwege verursachen. Da die Prostata einen Teil der Harnröhre umgibt, kann das zunehmende Prostatagewebe den Harnfluss beeinträchtigen. Dabei sagt die Größe der Prostata allein nicht unbedingt aus, wie stark die Beschwerden sind.

Typische Symptome einer gutartigen Prostatavergrößerung sind:

  • häufiger Harndrang, auch wenn nur geringe Mengen Urin ausgeschieden werden
  • nächtliches Wasserlassen (Nykturie), teilweise mehrmals pro Nacht
  • schwacher Harnstrahl oder eine nachlassende Stärke des Harnstrahls
  • unterbrochener Harnfluss während des Wasserlassens
  • verzögerter Beginn des Wasserlassens
  • Pressen beim Wasserlassen, um die Blase zu entleeren
  • plötzlicher und schwer aufzuschiebender Harndrang
  • Nachtröpfeln nach dem Wasserlassen
  • Gefühl einer unvollständigen Blasenentleerung

Bei einer stärker ausgeprägten Behinderung des Harnabflusses kann Restharn in der Blase zurückbleiben. Dadurch kann das Risiko für Harnwegsinfektionen, Blasensteine und weitere Komplikationen steigen. In seltenen Fällen ist ein akuter Harnverhalt möglich. Dabei kann die gefüllte Blase nicht mehr entleert werden. Ein akuter Harnverhalt muss umgehend medizinisch behandelt werden.

Da ähnliche Beschwerden auch bei anderen Erkrankungen der Harnwege oder der Prostata auftreten können, sollten neu auftretende, länger anhaltende oder zunehmende Probleme beim Wasserlassen ärztlich abgeklärt werden.

Diagnose der gutartigen Prostatavergrößerung

Die Diagnostik einer gutartigen Prostatavergrößerung (BPH) dient dazu, die Ursache von Beschwerden beim Wasserlassen zu bestimmen, deren Ausprägung einzuschätzen und andere Erkrankungen der Prostata oder Harnwege auszuschließen. Welche Untersuchungen erforderlich sind, richtet sich nach den individuellen Beschwerden und möglichen Risikofaktoren.

Zu Beginn erfolgt in der Regel ein ausführliches ärztliches Gespräch (Anamnese). Dabei werden Art, Dauer und Stärke der Beschwerden sowie bestehende Erkrankungen und regelmäßig eingenommene Medikamente erfasst. Ein standardisierter Fragebogen wie der International Prostate Symptom Score (IPSS) kann zusätzlich helfen, die Beschwerden systematisch zu bewerten.

Zur weiteren Abklärung können unter anderem folgende Untersuchungen durchgeführt werden:

  • körperliche Untersuchung: Dazu kann eine digitale rektale Untersuchung gehören, bei der Größe, Form und Beschaffenheit der Prostata beurteilt werden.
  • Urinuntersuchung: Eine Urinprobe kann Hinweise auf einen Harnwegsinfekt, Blut im Urin oder andere Veränderungen liefern.
  • Blutuntersuchung: Je nach Situation können beispielsweise die Nierenwerte kontrolliert werden.
  • PSA-Bestimmung: Der Wert des prostataspezifischen Antigens (PSA) kann bei entsprechender Indikation bestimmt werden. Ein erhöhter PSA-Wert ist nicht spezifisch für Prostatakrebs und kann auch andere Ursachen haben.
  • Ultraschalluntersuchung: Mit einer Sonografie lassen sich unter anderem Prostata, Harnblase und gegebenenfalls die Nieren beurteilen. Nach dem Wasserlassen kann außerdem die Menge des verbliebenen Restharns gemessen werden.
  • Harnflussmessung (Uroflowmetrie): Dabei wird gemessen, wie schnell und in welcher Menge der Urin ausgeschieden wird. Ein verminderter Harnfluss kann auf eine Behinderung des Urinabflusses hinweisen.

Nicht bei jedem Patienten sind alle Untersuchungen erforderlich. Bei unklaren Befunden, ausgeprägten Beschwerden oder Verdacht auf Komplikationen können zusätzliche diagnostische Maßnahmen notwendig sein. Auf Grundlage der Untersuchungsergebnisse kann der Arzt beurteilen, ob eine BPH wahrscheinlich ist und welche Behandlung im individuellen Fall geeignet sein kann.

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Behandlung einer gutartigen Prostatavergrößerung

Die Behandlung einer gutartigen Prostatavergrößerung (BPH) richtet sich nach der Stärke der Beschwerden, dem Einfluss auf den Alltag sowie nach möglichen Komplikationen. Nicht jede vergrößerte Prostata muss sofort behandelt werden. Bei leichten Symptomen kann es ausreichend sein, den Verlauf regelmäßig ärztlich kontrollieren zu lassen und bestimmte Alltagsgewohnheiten anzupassen. Eine angepasste Flüssigkeitszufuhr, insbesondere am Abend, sowie ein bewusster Umgang mit Alkohol und koffeinhaltigen Getränken können Beschwerden wie häufigen oder nächtlichen Harndrang reduzieren. Regelmäßige Bewegung kann ebenfalls sinnvoll sein.

Welche Therapie geeignet ist, muss individuell ärztlich entschieden werden. Dabei werden neben der Stärke der Symptome unter anderem die Größe der Prostata, die Restharnmenge, Begleiterkrankungen, mögliche Nebenwirkungen und die persönlichen Behandlungsziele berücksichtigt.

Achtung! Ein akuter Harnverhalt, bei dem trotz gefüllter Blase kein Wasserlassen mehr möglich ist, erfordert eine umgehende medizinische Behandlung.

Medikamente und deren Wirkung

Die medikamentöse Behandlung einer gutartigen Prostatavergrößerung (BPH) kommt vor allem dann infrage, wenn Beschwerden beim Wasserlassen den Alltag beeinträchtigen und eine operative Behandlung nicht erforderlich oder zunächst nicht vorgesehen ist. Welches Arzneimittel geeignet ist, hängt unter anderem von der Art und Stärke der Symptome, der Größe der Prostata, bestehenden Erkrankungen und möglichen Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten ab.

Für die Behandlung einer BPH stehen verschiedene Wirkstoffgruppen zur Verfügung:

  • Alpha-1-Rezeptorenblocker: Wirkstoffe wie Tamsulosin oder Alfuzosin entspannen die glatte Muskulatur im Bereich der Prostata und des Blasenhalses. Dadurch kann der Urin leichter abfließen und Beschwerden wie ein schwacher Harnstrahl oder Schwierigkeiten beim Wasserlassen können sich bessern.
  • 5-Alpha-Reduktase-Hemmer: Finasterid und Dutasterid beeinflussen den hormonabhängigen Wachstumsprozess der Prostata. Sie können das Prostatavolumen im Verlauf mehrerer Monate reduzieren und das Risiko eines akuten Harnverhalts oder eines operativen Eingriffs senken. Diese Wirkstoffe werden insbesondere bei einer deutlich vergrößerten Prostata eingesetzt.
  • PDE-5-Hemmer: Tadalafil kann bei bestimmten Patienten zur Behandlung der Beschwerden der unteren Harnwege eingesetzt werden. Der Wirkstoff kann insbesondere dann eine Behandlungsoption darstellen, wenn gleichzeitig eine erektile Dysfunktion besteht.
  • Kombinationstherapie: Bei ausgeprägten Beschwerden und einer größeren Prostata kann eine Kombination verschiedener Wirkstoffgruppen sinnvoll sein. Beispielsweise können ein Alpha-1-Rezeptorenblocker und ein 5-Alpha-Reduktase-Hemmer gemeinsam eingesetzt werden.

Die einzelnen Arzneimittel unterscheiden sich hinsichtlich Wirkungseintritt, Nebenwirkungen und Gegenanzeigen. Mögliche unerwünschte Wirkungen können beispielsweise Schwindel, Blutdruckabfall oder Veränderungen der Sexualfunktion sein. Deshalb sollte die Auswahl der Behandlung individuell durch einen Arzt erfolgen.

Während einer medikamentösen Therapie sind regelmäßige Kontrollen sinnvoll, um die Entwicklung der Beschwerden, die Wirksamkeit und die Verträglichkeit der Behandlung zu beurteilen. Arzneimittel sollten entsprechend der ärztlichen Verordnung eingenommen und nicht eigenständig in ihrer Dosierung verändert oder abgesetzt werden.

Chirurgische und minimalinvasive Behandlungsmethoden

Bei einer gutartigen Prostatavergrößerung (BPH) können operative oder minimalinvasive Verfahren erforderlich werden, wenn ausgeprägte Beschwerden bestehen, Medikamente nicht ausreichend wirken oder nicht vertragen werden. Auch bei bestimmten Komplikationen, beispielsweise wiederholtem Harnverhalt, Blasensteinen oder einer Beeinträchtigung der Harnwege, kann ein Eingriff in Betracht gezogen werden.

Ziel der Behandlung ist es, die durch das vergrößerte Prostatagewebe verursachte Einengung der Harnröhre zu verringern und den Harnfluss zu verbessern. Abhängig von der Größe der Prostata, dem allgemeinen Gesundheitszustand und den individuellen Behandlungszielen stehen unterschiedliche Verfahren zur Verfügung:

  • Transurethrale Resektion der Prostata (TUR-P): Bei diesem etablierten Verfahren wird überschüssiges Prostatagewebe über die Harnröhre schrittweise entfernt. Dadurch wird der Harnkanal erweitert und das Wasserlassen erleichtert.
  • Laserverfahren: Verschiedene Lasertechniken können eingesetzt werden, um störendes Prostatagewebe zu entfernen oder zu verkleinern. Dazu gehören beispielsweise die Laserenukleation und die Laservaporisation der Prostata.
  • Prostata-Inzision: Bei bestimmten Patienten mit einer kleineren Prostata kann es ausreichend sein, gezielte Einschnitte im Bereich der Prostata beziehungsweise des Blasenhalses vorzunehmen, um den Widerstand beim Wasserlassen zu reduzieren.
  • Minimalinvasive Verfahren: Je nach Befund können Techniken eingesetzt werden, bei denen das Prostatagewebe beispielsweise durch Wasserdampf, mechanische Implantate oder andere Verfahren behandelt wird. Einige dieser Methoden können mit einer vergleichsweise kurzen Erholungszeit verbunden sein.
  • Operative Entfernung von Prostatagewebe: Bei einer sehr großen Prostata kann in bestimmten Fällen ein umfangreicherer Eingriff notwendig sein. Dabei wird der Teil des Prostatagewebes entfernt, der den Harnabfluss behindert.

Welches Verfahren am besten geeignet ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Neben Prostatagröße und Stärke der Beschwerden werden unter anderem Begleiterkrankungen, eingenommene Medikamente, das individuelle Operationsrisiko sowie mögliche Auswirkungen auf die Sexualfunktion berücksichtigt.

Wie bei jedem medizinischen Eingriff können auch bei der Behandlung einer BPH Nebenwirkungen oder Komplikationen auftreten. Dazu gehören beispielsweise Blutungen, Infektionen, vorübergehende Probleme beim Wasserlassen oder Veränderungen der Ejakulation. Vor einem Eingriff sollte deshalb eine individuelle urologische Untersuchung und ausführliche ärztliche Beratung erfolgen.

Behandlungsoptionen für Prostata / gutartige Prostatavergrößerung (BPH)

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Mina Makar

Allgemeinmediziner

Mina ist Allgemeinmediziner mit langjähriger Erfahrung. Seinen Abschluss machte er 2008 in Medizin und Chirurgie. Er ist ausgebildeter Notfallarzt am Karolinska-Universitätskrankenhaus in Stockholm, Schweden. Mina stellt sicher, dass der medizinische Inhalt auf SofortArzt immer auf dem aktuellsten Forschungsstand ist.
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Letzte Aktualisierung am 25.08.2026 | Nächste geplante Überprüfung am 21.06.2027
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