Wie wirkt Doxazosin?
Doxazosin ist ein Alpha-1-Adrenozeptorblocker, der die entsprechenden Rezeptoren in der glatten Muskulatur von Prostata und Blasenhals gezielt blockiert. Dadurch wird die Kontraktion dieser Muskelbereiche abgeschwächt und der Widerstand, der dem Abfluss des Urins entgegenwirkt, kann sinken. Die daraus resultierende Erleichterung der Harnpassage kann dazu beitragen, Beschwerden beim Wasserlassen im Zusammenhang mit einer benignen Prostatahyperplasie zu lindern.
Dosierung von Doxagamma®
Die Behandlung wird zunächst mit 1 Tablette einmal täglich begonnen, entsprechend einer Doxazosin-Dosis von 1 mg. Nach ein bis zwei Wochen kann die verabreichte Menge in Abhängigkeit vom therapeutischen Ansprechen auf einmal täglich 2 mg, entsprechend 2 Tabletten, angepasst werden. Sofern eine weitere Dosiserhöhung erforderlich ist, können anschließend 4 mg Doxazosin pro Tag eingesetzt werden. Für diesen Behandlungsschritt sind höhere Wirkstärken des Arzneimittels erhältlich.
In der Regel liegt die einmal täglich einzunehmende Doxazosin-Menge zwischen 2 und 4 mg. Für Patienten mit benigner Prostatahyperplasie gilt eine maximale Gesamtdosis von 8 mg innerhalb eines Tages.
Bei älteren Menschen und bei eingeschränkter Nierenfunktion ist die Dosierung so niedrig wie therapeutisch erforderlich zu halten. Eine regelmäßige und sorgfältige ärztliche Kontrolle ist bei diesen Patienten während der gesamten Anwendung erforderlich.
Wurde eine Tabletteneinnahme ausgelassen, wird sie nicht nachträglich ersetzt. Nehmen Sie stattdessen am nächsten Tag zur üblichen Einnahmezeit die regulär vorgesehene Dosis. Eine doppelte Einnahmemenge zum Ausgleich ist nicht vorgesehen.
Die Anwendung sollte über den vom Arzt festgelegten Zeitraum fortgeführt werden. Setzen Sie die Tabletten erst ab, wenn die Behandlung auf ärztliche Anweisung beendet wird.
Anwendung von Doxagamma®
Die Tablette darf vor der Anwendung nicht geteilt werden, sondern ist vollständig einzunehmen. Verwenden Sie morgens ein Glas Wasser, um die vom Arzt vorgegebene Anzahl an Tabletten zu schlucken. Während der Behandlung ist der Konsum von Alkohol zu vermeiden.
Nebenwirkungen von Doxagamma®
Unter der Behandlung mit diesem Arzneimittel können Nebenwirkungen auftreten. Ob und in welchem Umfang diese auftreten, ist von Patient zu Patient unterschiedlich.
Häufige Nebenwirkungen:
- Schwindel, insbesondere beim Übergang vom Liegen oder Sitzen zum Stehen;
- Kopfschmerzen, Schläfrigkeit, Benommenheit, Ermüdung, Schwächegefühl, Teilnahmslosigkeit und Nervosität;
- orthostatischer Blutdruckabfall beim Aufrichten (orthostatische Hypotonie);
- spürbares Herzklopfen (Palpitationen) und beschleunigte Herzfrequenz (Tachykardie);
- verstopfte oder laufende Nase, Bronchitis, Husten sowie Infektionen der Atemwege;
- Übelkeit, verminderter Appetit, Verstopfung, Durchfall, abdominale Schmerzen, Verdauungsprobleme und Trockenheitsgefühl im Mund;
- Juckreiz und ungewöhnliche Empfindungen der Haut, beispielsweise Kribbeln (Parästhesien);
- Beeinträchtigung der Anpassung des Auges an unterschiedliche Sehentfernungen (Akkommodationsstörungen);
- Muskelkrämpfe sowie Schmerzen in der Muskulatur;
- unwillkürlicher Urinabgang, Zystitis, Infektionen der ableitenden Harnwege, häufigere Miktion oder Zunahme der ausgeschiedenen Urinmenge;
- Störungen beim Samenerguss;
- Flüssigkeitsansammlungen im Körpergewebe (Ödeme) sowie Schmerzen im Brustkorb.
Ein orthostatischer Blutdruckabfall kann vor allem unmittelbar nach Beginn der Therapie, bei Anwendung höherer Dosen oder bei erneuter Einnahme nach einer vorübergehenden Therapiepause auftreten. Selten kann es infolge des Blutdruckabfalls zu einer kurzzeitigen Ohnmacht (Synkope) kommen.
Seltene Nebenwirkungen:
- vermehrter Durst, zu geringe Kaliumwerte im Blut (Hypokaliämie), erniedrigte Blutzuckerkonzentration (Hypoglykämie) und Gicht;
- unangenehme Träume, Gedächtnisprobleme, Veränderungen der Stimmung, Erregtheit und depressive Zustände;
- Zittern (Tremor), versteifte Muskulatur und nachlassende Muskelkraft;
- Ohnmachtszustände (Synkopen) und Beeinträchtigungen der Blutversorgung des Gehirns;
- unscharfe Sicht, übermäßiger Tränenfluss und verstärkte Lichtempfindlichkeit;
- Tinnitus mit Wahrnehmung von Geräuschen im Ohr;
- Störungen des Herzrhythmus (Arrhythmien), Angina pectoris, Herzinfarkt sowie verminderte Durchblutung der Arme oder Beine (periphere Ischämie);
- Rachenentzündung, krampfbedingte Verengung der Atemwege (Bronchospasmus), Nasenblutungen und Schwellungen im Bereich des Kehlkopfes;
- Erbrechen und entzündliche Erkrankungen des Verdauungstrakts;
- erhöhte Nahrungsaufnahme infolge eines gesteigerten Appetits;
- Haarverlust (Alopezie), Hautausschläge, Purpura, Urtikaria, Gesichtsrötungen und plötzlich auftretende Wärmegefühle;
- Schwierigkeiten und Schmerzen bei der Harnausscheidung sowie Blut im Urin (Hämaturie);
- Impotenz sowie eine schmerzhafte, ungewöhnlich lange anhaltende Erektion (Priapismus);
- Schmerzen und Schwellungen an den Gelenken;
- Flüssigkeitsbedingte Schwellungen des Gesichts oder anderer Körperregionen;
- Fieber, Schüttelfrost und blasse Haut sowie bei älteren Menschen eine ungewöhnlich niedrige Körpertemperatur;
- abweichende Leberfunktionswerte, erhöhte Konzentrationen der Leberenzyme, Gelbsucht (Ikterus), Cholestase und entzündliche Lebererkrankung (Hepatitis);
- verlangsamter Puls (Bradykardie);
- reduzierte Zahl der Blutplättchen, weißen Blutkörperchen oder roten Blutkörperchen;
- erhöhte Werte für Harnstoff-Stickstoff und Kreatinin im Blut.
Weitere Nebenwirkungen:
- allergisch bedingte Überempfindlichkeitsreaktionen;
- Abfall des Blutdrucks (Hypotonie);
- Angstgefühle und Schlaflosigkeit (Insomnie);
- eingeschränkte Wahrnehmung von Hautreizen (Hypästhesie) sowie verändertes Geschmacksempfinden;
- Drehschwindel (Vertigo) und Verlust des Bewusstseins;
- Kurzatmigkeit beziehungsweise Atembeschwerden (Dyspnoe);
- vermehrte Ansammlung von Gasen im Darm;
- retrograder Samenerguss, bei dem die Samenflüssigkeit in die Harnblase gelangt;
- vorübergehende Vergrößerung des Brustdrüsengewebes beim Mann (Gynäkomastie);
- Schmerzen im Rücken;
- erhöhte Häufigkeit des Wasserlassens während der Nacht;
- starke Müdigkeit, allgemeines Krankheitsgefühl, diffuse Schmerzen und Zunahme des Körpergewichts;
- erhöhte Wahrscheinlichkeit für das Auftreten eines intraoperativen Floppy-Iris-Syndroms (IFIS) mit möglichen Komplikationen im Rahmen einer Kataraktoperation.
Wenden Sie sich an Ihren Arzt, wenn Nebenwirkungen stark ausgeprägt sind oder während der Therapie weitere unerwünschte Symptome auftreten.
Verträglichkeit von Doxagamma® mit anderen Arzneimitteln
Eine gleichzeitige Behandlung mit anderen Arzneimitteln sollte mit dem behandelnden Arzt abgestimmt werden.
Dies gilt insbesondere für die folgenden Medikamente und Wirkstoffgruppen:
- nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR), beispielsweise Ibuprofen;
- Präparate zur Senkung eines erhöhten Blutdrucks, einschließlich gefäßerweiternder Wirkstoffe (Vasodilatatoren);
- Nitrate, die unter anderem bei Beschwerden wie Schmerzen im Brustbereich eingesetzt werden;
- Estrogene (weibliche Hormone);
- Dopamin, Ephedrin, Adrenalin, Metaraminol, Methoxamin oder Phenylephrin, die beispielsweise bei bestimmten Erkrankungen des Herzens verwendet werden;
- Sympathomimetika, die eine anregende Wirkung auf Herz und Kreislauf besitzen und einen Blutdruckanstieg verursachen können;
- Cimetidin zur Behandlung von Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts sowie andere Medikamente, die die Wirkung dieses Präparats beeinflussen können.
Wenn Sie nicht sicher sind, ob ein von Ihnen eingenommenes Arzneimittel einer der aufgeführten Gruppen angehört, sprechen Sie mit Ihrem Arzt.
Alpha-Rezeptorenblocker, die bei Bluthochdruck oder einer gutartigen Prostatavergrößerung angewendet werden, können bei einem schnellen Wechsel in eine aufrechte Körperhaltung zu einem plötzlichen Abfall des Blutdrucks führen. Als mögliche Folgen können Schwindel und Benommenheit auftreten. Derartige Beschwerden wurden vereinzelt auch bei einer gleichzeitigen Einnahme von Phosphodiesterase-5-Hemmern zur Behandlung von Erektionsstörungen beziehungsweise erektiler Dysfunktion beobachtet. Um dieses Risiko zu verringern, sollte ein Phosphodiesterase-5-Hemmer erst dann zusätzlich angewendet werden, wenn unter der Therapie mit dem Alpha-Rezeptorenblocker stabile Blutdruckwerte erreicht wurden.
Das Arzneimittel kann Einfluss auf bestimmte Laborwerte nehmen. Informieren Sie den behandelnden Arzt über die Anwendung, damit mögliche Auswirkungen des Präparats bei der Interpretation der Untersuchungsergebnisse berücksichtigt werden können.
Informieren Sie Ihren Arzt über sämtliche Arzneimittel, die Sie aktuell einnehmen oder in letzter Zeit eingenommen haben. Dies gilt ebenfalls für Medikamente, die ohne Rezept erhältlich sind.
Kontraindikationen für Doxagamma®
Das Präparat ist nicht zur Anwendung geeignet, wenn eine bekannte Überempfindlichkeit gegen Doxazosin oder einen der sonstigen Bestandteile vorliegt. Typische Anzeichen einer allergischen Reaktion können Juckreiz, Rötungen der Haut oder Schwierigkeiten beim Atmen sein. Auch eine Allergie gegen Arzneistoffe aus der Gruppe der Chinazoline, etwa Prazosin oder Terazosin, schließt die Einnahme aus. Doxazosin gehört ebenfalls zu dieser Wirkstoffgruppe.
Bei Personen mit einer gutartigen Prostatavergrößerung (benigne Prostatahyperplasie) besteht eine weitere Gegenanzeige, wenn gleichzeitig der Blutdruck zu niedrig ist. Das Arzneimittel darf außerdem nicht verwendet werden, wenn bereits früher nach dem Wechsel in den Stand ein erheblicher Blutdruckabfall aufgetreten ist, der von Benommenheit, Schwindel oder einer Ohnmacht begleitet wurde. Dieser Zustand wird medizinisch als orthostatische Hypotonie bezeichnet.
Eine benigne Prostatahyperplasie in Verbindung mit einem Harnstau im oberen Harntrakt, einer chronischen Harnwegsinfektion oder Blasensteinen schließt die Behandlung ebenfalls aus. Nicht angewendet werden darf das Arzneimittel zudem bei einer Überlaufblase, bei fehlender beziehungsweise deutlich herabgesetzter Harnausscheidung (Anurie) oder bei einer fortschreitenden Beeinträchtigung der Nierenfunktion.
Lagerung von Doxagamma®
Für das Arzneimittel ist eine Lagertemperatur von höchstens 25 °C einzuhalten. Bewahren Sie es bis zur Anwendung in der Originalverpackung auf, damit der Inhalt vor Feuchtigkeit und Lichteinfluss geschützt ist. Das Präparat muss stets an einem für Kinder unerreichbaren Ort gelagert werden. Verwenden Sie es nicht über das auf der Verpackung ausgewiesene Verfallsdatum hinaus. Nach diesem Zeitpunkt ist eine weitere Einnahme nicht zulässig.
Behandlungsoptionen für Doxagamma®
Nehmen Sie an unserer Online-Beratung teil, um ein Rezept für entsprechende Medikamente zu bekommen, die Ihnen versandkostenfrei innerhalb von 1-2 Tagen zugestellt werden.
- Rezeptausstellung durch einen Online-Fragebogen
- Auswahl an Markenmedikamenten und deutschen Generika
- Schneller und vertraulicher Service
- Zugang zu medizinischen Fragen
Packungsbeilagen (3)
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