Wie wirkt Fluconazol?
Fluconazol zählt zu den antimykotisch wirksamen Substanzen aus der Gruppe der Triazole. Der Wirkstoff blockiert in Pilzzellen ein Enzym, das für die Synthese von Ergosterol benötigt wird. Da Ergosterol eine zentrale Funktion für die Beschaffenheit der Pilzzellmembran besitzt, führt die gehemmte Bildung zu Veränderungen ihrer Struktur und Funktion. In der Folge werden Wachstum und Vermehrung empfindlicher Pilzerreger eingeschränkt. Dazu können auch Pilze gehören, die Infektionen im Bereich der Füße und Nägel hervorrufen.
Dosierung von Fluconazol Accord®
Die empfohlene Behandlungsdauer beträgt 2 bis 4 Wochen, wobei täglich 50 mg eingenommen werden.
Eine gleichzeitige Einnahme von mehr Kapseln als vorgesehen kann Unwohlsein hervorrufen. Sollte es zu einer solchen Überdosierung kommen, wenden Sie sich umgehend an Ihren Arzt oder kontaktieren Sie die Notaufnahme des nächstgelegenen Krankenhauses.
Bei einer ausgelassenen Dosis sollte die Einnahme nachgeholt werden, sobald Sie sich daran erinnern. Steht die nächste vorgesehene Einnahme allerdings kurz bevor, verzichten Sie auf das Nachholen und fahren Sie mit dem regulären Einnahmeplan fort. Die versäumte Dosis darf nicht durch eine doppelte Menge ersetzt werden.
Anwendung von Fluconazol Accord®
Verwenden Sie zur Einnahme ein Glas Wasser und nehmen Sie die Kapseln in vollständigem Zustand ein. Ein Öffnen oder Zerkauen ist zu vermeiden. Die Anwendung sollte nach Möglichkeit täglich zu einer vergleichbaren Uhrzeit erfolgen.
Nebenwirkungen von Fluconazol Accord®
Wie andere Arzneimittel kann auch dieses Präparat unerwünschte Wirkungen auslösen, wobei diese nicht bei jedem Patienten auftreten.
Setzen Sie die Anwendung sofort aus und nehmen Sie unverzüglich medizinische Hilfe in Anspruch, wenn Sie eines der folgenden Anzeichen feststellen:
- Großflächige Hautveränderungen in Form eines Ausschlags, begleitet von Fieber und vergrößerten Lymphknoten, die auf ein DRESS-Syndrom (Überempfindlichkeitsreaktion auf ein Arzneimittel) hindeuten können;
- plötzlich auftretende Atembeschwerden mit pfeifenden Atemgeräuschen, Luftnot oder Druck im Brustkorb;
- Anschwellen des Gesichts, der Lippen oder der Augenlider;
- am gesamten Körper auftretender Juckreiz, gerötete Haut oder juckende Quaddeln;
- Ausschlag der Haut;
- ausgeprägte Hautreaktionen mit Blasen, die ebenfalls im Bereich des Mundes oder an der Zunge auftreten können.
Das Arzneimittel kann darüber hinaus Auswirkungen auf die Leberfunktion haben:
- Abgeschlagenheit;
- Verlust des Appetits;
- Erbrechen;
- gelbliche Verfärbung von Haut oder Augen (Gelbsucht).
Häufige Nebenwirkungen:
- Kopfschmerzen;
- Beschwerden des Magen-Darm-Bereichs, darunter Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall;
- Abweichungen der Blutwerte oder der Werte zur Beurteilung der Leberfunktion;
- Ausschlag.
Seltene Nebenwirkungen:
- Reduzierte Anzahl roter Blutkörperchen, die unter anderem mit Blässe, Schwächegefühl oder Atemnot einhergehen kann;
- nachlassender Appetit;
- Beeinträchtigungen des Schlafs oder Schläfrigkeit;
- Krampfanfälle, Schwindelgefühl, Drehschwindel, Kribbeln oder Taubheitsgefühl sowie Veränderungen des Geschmackssinns;
- Verstopfung, Verdauungsbeschwerden, vermehrte Gasbildung oder Trockenheit im Mund;
- Schmerzen in der Muskulatur;
- beeinträchtigte Leberfunktion bis zum Auftreten einer Gelbsucht;
- Nesselsucht, Bildung von Hautblasen, Juckreiz oder verstärkte Schweißabsonderung;
- Erschöpfung, allgemeines Unwohlsein oder Fieber;
- Abnahme der weißen Blutkörperchen oder der Blutplättchen sowie weitere Veränderungen des Blutbildes;
- veränderte Blutfettwerte, beispielsweise ein Anstieg des Cholesterins, oder eine zu geringe Kaliumkonzentration im Blut;
- Tremor (Zittern);
- Auffälligkeiten im EKG sowie Veränderungen des Herzrhythmus oder der Herzfrequenz;
- Verlust von Haaren;
- schwerwiegende allergische Reaktionen mit ausgedehntem Hautausschlag, Ablösung der Haut oder Schwellungen von Gesicht und Lippen;
- schweres Versagen der Leberfunktion.
Sonstige:
- Ausgeprägte Überempfindlichkeitsreaktion mit Hautausschlag, Fieber, vergrößerten Lymphknoten und Eosinophilie, bei der zusätzlich innere Organe wie Leber, Lunge, Herz, Nieren oder Darm betroffen sein können. Diese Reaktion wird als DRESS-Syndrom bezeichnet.
Falls Sie Nebenwirkungen bei sich feststellen, wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt. Dies gilt ebenso für unerwünschte Reaktionen, die in dieser Auflistung nicht ausdrücklich aufgeführt sind.
Verträglichkeit von Fluconazol Accord® mit anderen Arzneimitteln
Machen Sie Ihren Arzt mit allen weiteren Arzneimitteln vertraut, die Sie gegenwärtig einnehmen oder anwenden, vor Kurzem verwendet haben oder deren Anwendung beziehungsweise Einnahme Sie in Zukunft beabsichtigen.
Die nachstehenden Arzneimittel dürfen nicht gemeinsam mit Fluconazol eingenommen werden:
- Astemizol oder Terfenadin (Antihistaminika zur Therapie allergischer Beschwerden);
- Cisaprid (Arzneimittel zur Behandlung von Magenbeschwerden);
- Pimozid (Arzneimittel zur Therapie psychischer Erkrankungen);
- Chinidin (Arzneimittel zur Behandlung von Störungen des Herzrhythmus);
- Erythromycin (Antibiotikum zur Behandlung von Infektionen).
Darüber hinaus kann Fluconazol die Wirkung anderer Arzneimittel beeinflussen oder selbst durch diese beeinflusst werden:
- Rifampicin oder Rifabutin, Antibiotika gegen Infektionen;
- Abrocitinib zur Therapie der atopischen Dermatitis (atopisches Ekzem);
- Alfentanil oder Fentanyl, Arzneimittel zur Narkose;
- Amitriptylin oder Nortriptylin zur Therapie von Depressionen;
- Amphotericin B oder Voriconazol gegen Pilzinfektionen;
- blutgerinnungshemmende Arzneimittel zur Vermeidung von Blutgerinnseln, zum Beispiel Warfarin oder vergleichbare Präparate;
- Benzodiazepine wie Midazolam oder Triazolam sowie ähnliche Arzneimittel, die bei Schlafproblemen oder Angstzuständen angewendet werden;
- Carbamazepin oder Phenytoin zur Therapie von Krampfanfällen beziehungsweise Epilepsie;
- Nifedipin, Isradipin, Amlodipin, Verapamil, Felodipin oder Losartan gegen erhöhten Blutdruck;
- Olaparib zur Therapie von Eierstockkrebs;
- Ciclosporin, Everolimus, Sirolimus oder Tacrolimus zur Vermeidung von Abstoßungsreaktionen nach einer Transplantation;
- Cyclophosphamid sowie Vinca-Alkaloide wie Vincristin oder Vinblastin und ähnliche Arzneimittel im Rahmen einer Krebsbehandlung;
- Halofantrin gegen Malaria;
- Statine wie Atorvastatin, Simvastatin oder Fluvastatin sowie vergleichbare Arzneimittel zur Behandlung erhöhter Cholesterinwerte;
- Methadon zur Linderung von Schmerzen;
- nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) wie Celecoxib, Flurbiprofen, Naproxen, Ibuprofen, Lornoxicam, Meloxicam oder Diclofenac;
- oral anzuwendende Kontrazeptiva („Pille“);
- Prednison (Steroid);
- Zidovudin, auch unter der Bezeichnung AZT bekannt, oder Saquinavir zur Therapie einer HIV-Infektion;
- Arzneimittel zur Behandlung von Diabetes mellitus, beispielsweise Chlorpropamid, Glibenclamid, Glipizid oder Tolbutamid;
- Theophyllin zur Therapie von Asthma;
- Tofacitinib zur Behandlung der rheumatoiden Arthritis;
- Tolvaptan zur Therapie einer Hyponatriämie (verminderter Natriumspiegel im Blut) oder zur Verzögerung einer Verschlechterung der Nierenfunktion;
- Vitamin A als Nahrungsergänzungsmittel;
- Ivacaftor als Einzelwirkstoff oder zusammen mit weiteren Arzneimitteln zur Behandlung der zystischen Fibrose;
- Amiodaron zur Therapie von unregelmäßigem Herzschlag (Arrhythmien);
- Hydrochlorothiazid, ein harntreibend wirkendes Arzneimittel;
- Ibrutinib zur Behandlung bestimmter Formen von Blutkrebs;
- Lurasidon zur Therapie der Schizophrenie.
Wenn Sie eines dieser Arzneimittel einnehmen oder anwenden, muss Ihr Arzt darüber informiert sein. Abhängig von der jeweiligen Kombination kann es erforderlich sein, die Dosierung zu verändern oder zusätzliche ärztliche Kontrollen durchzuführen, damit die vorgesehene Arzneimittelwirkung erhalten bleibt.
Kontraindikationen für Fluconazol Accord®
Auf die Einnahme dieses Präparats muss verzichtet werden, wenn Sie allergisch auf Fluconazol, auf andere in der Vergangenheit gegen Pilzinfektionen eingesetzte Medikamente oder auf einen der übrigen Inhaltsstoffe reagieren. Eine Überempfindlichkeit kann sich unter anderem in Form von Juckreiz, Hautrötungen oder erschwerter Atmung zeigen.
Bestimmte Arzneimittel dürfen nicht zeitgleich mit Fluconazol verwendet werden. Dies betrifft Astemizol und Terfenadin zur Behandlung allergischer Beschwerden, Cisaprid bei Magenproblemen, Pimozid zur Therapie psychischer Erkrankungen, Chinidin bei Störungen des Herzrhythmus sowie das gegen Infektionen eingesetzte Antibiotikum Erythromycin.
Schwangerschaft und Stillzeit
Sprechen Sie vor der Anwendung des Präparats mit Ihrem Arzt, wenn Sie schwanger sind oder stillen. Eine ärztliche Beratung ist ebenso erforderlich, wenn Sie von einer möglichen Schwangerschaft ausgehen oder beabsichtigen, schwanger zu werden.
Lagerung von Fluconazol Accord®
Für die Lagerung des Arzneimittels gilt eine Höchsttemperatur von 25 °C. Es sollte bis zur Verwendung in seiner Originalverpackung verbleiben, da diese Schutz vor Licht und Feuchtigkeit bietet. Bewahren Sie das Präparat grundsätzlich so auf, dass es von Kindern nicht erreicht werden kann. Die Anwendung ist nur innerhalb des auf der Verpackung ausgewiesenen Haltbarkeitszeitraums zulässig. Nach Überschreiten des angegebenen Verfallsdatums darf das Arzneimittel nicht mehr benutzt werden.
Behandlungsoptionen für Fluconazol Accord® (Nagelpilz und Fußpilz)
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