Wie wirkt Itraconazol?
Itraconazol gehört zur Wirkstoffgruppe der Triazol-Antimykotika. Es blockiert in den Pilzzellen ein Enzym, das für die Herstellung von Ergosterol benötigt wird. Dieser Stoff ist ein wichtiger Bestandteil der Zellmembran von Pilzen. Wird weniger Ergosterol gebildet, werden Aufbau und Funktionsfähigkeit der Pilzmembran gestört. Dadurch können sich die Pilze schlechter entwickeln und vermehren.
Dosierung und Anwendung von Itraconazol Heumann®
Bei Pilzbefall der Fußsohlen: Nehmen Sie entweder 2 Kapseln zweimal täglich ein (insgesamt 400 mg Itraconazol täglich) und führen Sie die Behandlung 7 Tage lang durch oder nehmen Sie über einen Zeitraum von 4 Wochen einmal täglich 1 Kapsel (100 mg Itraconazol täglich) ein.
Bei einer Pilzinfektion der Zehennägel: Die Behandlung erfolgt mit 2 Hartkapseln zweimal pro Tag (insgesamt 400 mg Itraconazol täglich) für jeweils 7 Tage. Danach wird die Einnahme für 3 Wochen unterbrochen. Dieses Schema wird insgesamt dreimal durchgeführt, sodass sich jeder Behandlungszyklus aus einer einwöchigen Einnahmephase und der darauffolgenden Pause zusammensetzt.
Schlucken Sie die Kapseln unmittelbar nach dem Essen im Ganzen und zusammen mit ausreichend Flüssigkeit, vorzugsweise einem Glas Wasser. Die Einnahme nach einer Mahlzeit unterstützt eine möglichst gute Aufnahme des Arzneimittels durch den Körper.
Wichtige Informationen zur Einnahme von Itraconazol Heumann®
Die Einnahme von Itraconazol kann das Reaktionsvermögen beeinträchtigen. Beim Autofahren und beim Bedienen von Maschinen ist deshalb erhöhte Aufmerksamkeit geboten.
Für die gesamte Dauer der Therapie ist eine wirksame und zuverlässige Empfängnisverhütung erforderlich. Diese Vorsichtsmaßnahme betrifft Personen unabhängig von ihrem Geschlecht.
Nebenwirkungen von Itraconazol Heumann®
Wie bei jedem Medikament sind auch bei der Anwendung von Itraconazol unerwünschte Wirkungen möglich. Sie treten jedoch nicht bei allen behandelten Personen auf.
Setzen Sie Itraconazol ab und suchen Sie umgehend ärztliche Hilfe, wenn Beschwerden auftreten, die auf eine schwere allergische Reaktion, eine schwerwiegende Hautreaktion oder eine erhebliche Beeinträchtigung der Leberfunktion hindeuten. Mögliche Warnzeichen sind insbesondere Atembeschwerden, Schwellungen im Gesicht oder an den Schleimhäuten, ausgedehnte Hautausschläge, Blasen oder sich ablösende Haut sowie deutlicher Appetitverlust, länger anhaltende Übelkeit oder Erbrechen, starke Müdigkeit, Schmerzen im Oberbauch, dunkel gefärbter Urin oder ungewöhnlich heller Stuhl.
Eine unverzügliche medizinische Untersuchung ist außerdem notwendig, wenn mögliche Anzeichen einer Herzschwäche auftreten. Hierzu gehören beispielsweise Atemnot, eine rasche und unerwartete Gewichtszunahme, Flüssigkeitseinlagerungen an den Beinen oder im Bauchbereich sowie auffällige Erschöpfung. Ebenso sollten ein Verlust des Hörvermögens, deutliche Seh- oder Empfindungsstörungen sowie intensive Schmerzen im Oberbauch in Verbindung mit Übelkeit und Erbrechen sofort ärztlich abgeklärt werden.
Häufige Nebenwirkungen:
- Kopfschmerzen;
- Schmerzen im Bauchbereich;
- Übelkeit.
Seltene Nebenwirkungen:
- Veränderungen bestimmter Blutwerte, insbesondere eine verminderte Anzahl weißer Blutkörperchen (Leukopenie);
- schwerwiegende allergische Reaktionen wie Anaphylaxie, Serumkrankheit oder Angioödem;
- Anstieg der Triglyzeride im Blut;
- Störungen der Empfindungswahrnehmung, beispielsweise Kribbeln, Taubheit oder eine herabgesetzte Schmerzempfindlichkeit;
- Beeinträchtigungen oder Veränderungen des Geschmackssinns;
- Sehstörungen wie unscharfes Sehen oder das Wahrnehmen von Doppelbildern;
- Ohrgeräusche (Tinnitus) sowie eine vorübergehende oder bleibende Verminderung des Hörvermögens;
- Herzschwäche mit Flüssigkeitsstauung sowie Atemnot;
- Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis);
- schwere Schädigungen der Leber bis zum akuten Leberversagen sowie ein erhöhter Bilirubinspiegel;
- schwerwiegende Reaktionen der Haut wie Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse, akute generalisierte exanthematöse Pustulose, Erythema multiforme, exfoliative Dermatitis oder leukozytoklastische Vaskulitis;
- verstärkte Empfindlichkeit der Haut gegenüber Licht oder Verlust von Haaren;
- vermehrter Harndrang;
- Störungen der Erektionsfähigkeit;
- Ansammlung von Flüssigkeit im Gewebe (Ödeme);
- erhöhte Konzentrationen der Kreatin-Phosphokinase im Blut.
Andere mögliche Nebenwirkungen:
- Entzündungen im Bereich der Nase oder der Nasennebenhöhlen sowie Infektionen der oberen Atemwege;
- allergische beziehungsweise Überempfindlichkeitsreaktionen;
- Durchfall, Erbrechen, Verstopfung, Verdauungsstörungen oder Blähungen;
- Beeinträchtigungen beziehungsweise Veränderungen der Leberfunktion;
- Ausschlag der Haut, Nesselsucht oder Juckreiz;
- Veränderungen oder Unregelmäßigkeiten der Menstruation;
- Granulozytopenie oder Thrombozytopenie;
- erhöhte Glukosewerte im Blut;
- Abweichungen des Kalium- oder Magnesiumspiegels, die sich beispielsweise durch Muskelkrämpfe oder Störungen des Herzrhythmus äußern können;
- Verwirrtheit, Schwindelgefühl, Schläfrigkeit oder Zittern;
- Schädigung beziehungsweise Funktionsstörung peripherer Nerven (periphere Neuropathie);
- beschleunigte Herzfrequenz (Tachykardie);
- Anstieg oder Abfall des Blutdrucks;
- Flüssigkeitsansammlungen in der Lunge, Husten oder Beeinträchtigungen des Sprechens;
- weitere Beschwerden des Magen-Darm-Trakts;
- Leberentzündung (Hepatitis) oder Gelbsucht;
- verstärkte Schweißbildung und Rötung der Haut;
- Beschwerden oder Schmerzen an Muskeln und Gelenken;
- Einschränkungen der Nierenfunktion oder unwillkürlicher Harnverlust;
- örtlich begrenzte oder allgemeine Schwellungen, darunter auch Schwellungen im Gesicht;
- Schmerzen im Brustbereich, Fieber, Schüttelfrost, Schmerzen oder starke Abgeschlagenheit;
- auffällige Laborwerte im Blut oder Urin sowie erhöhte Werte der Leberenzyme.
Sollten während der Anwendung Nebenwirkungen oder andere ungewöhnliche Symptome auftreten, informieren Sie Ihren behandelnden Arzt. Dies gilt ebenso für Beschwerden, die in dieser Übersicht nicht ausdrücklich genannt werden.
Verträglichkeit von Itraconazol Heumann® mit anderen Arzneimitteln
Itraconazol kann die Wirkung zahlreicher anderer Arzneimittel beeinflussen oder selbst durch diese beeinflusst werden. Teilen Sie Ihrem Arzt daher mit, welche Medikamente Sie aktuell einnehmen oder anwenden, in letzter Zeit verwendet haben oder demnächst verwenden möchten.
Arzneimittel, die während einer Behandlung mit Itraconazol vermieden werden sollten:
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Blutgerinnung: Apixaban, Rivaroxaban, Vorapaxar, Atorvastatin, Felodipin, Riociguat und Tadalafil.
- Epilepsie, Migräne und psychische Erkrankungen: Phenytoin, Carbamazepin, Phenobarbital, Eletriptan sowie Johanniskraut (Hypericum perforatum).
- Beschwerden und Erkrankungen der Harnblase: Tamsulosin und Tolterodin.
- Krebstherapie: Axitinib, Bosutinib, Cabazitaxel, Cabozantinib, Ceritinib, Cobimetinib, Crizotinib, Dabrafenib, Dasatinib, Docetaxel, Ibrutinib, Lapatinib, Nilotinib, Olaparib, Pazopanib, Regorafenib, Sunitinib, Trabectedin, Trastuzumab Emtansin sowie Vinca-Alkaloide, beispielsweise Vinflunin oder Vinorelbin.
- Therapie der Tuberkulose: Bedaquilin, Isoniazid, Rifabutin und Rifampicin.
- HIV- und Hepatitis-Therapie: Efavirenz, Nevirapin, Elbasvir/Grazoprevir, Simeprevir, Tenofoviralafenamidfumarat (TAF) und Tenofovirdisoproxilfumarat (TDF).
- Arzneimittel nach Organtransplantationen: Everolimus, Rapamycin (Sirolimus) und Temsirolimus.
- Behandlung einer gutartigen Prostatavergrößerung: Alfuzosin und Silodosin.
- Atemwegserkrankungen und Allergien: Ciclesonid, Ebastin und Salmeterol.
- Behandlung von Erektionsstörungen: Tadalafil sowie Vardenafil bei Männern bis einschließlich 75 Jahre.
- Sonstige Wirkstoffe: Colchicin, Fentanyl und Lumacaftor/Ivacaftor.
Sofern dies ärztlich vorgegeben ist, sollten die aufgeführten Arzneimittel auch innerhalb der ersten 2 Wochen nach Beendigung der Itraconazol-Therapie nicht angewendet werden.
Einige Wirkstoffe können unter entsprechender ärztlicher Überwachung gemeinsam mit Itraconazol eingesetzt werden. Wechselwirkungen können dazu führen, dass unerwünschte Wirkungen häufiger oder stärker auftreten oder sich die Konzentration eines beteiligten Arzneimittels im Körper verändert. In solchen Fällen können eine Dosisanpassung und zusätzliche medizinische Kontrollen erforderlich werden.
Besondere Vorsichtsmaßnahmen sind unter anderem bei folgenden Arzneimitteln erforderlich:
- Herz, Kreislauf und Blutgerinnung: Bosentan, Amlodipin, Isradipin, Nifedipin, Nimodipin, Diltiazem, Verapamil, Cilostazol, Cumarin-Antikoagulanzien wie Warfarin, Digoxin und Nadolol.
- Erkrankungen und Beschwerden des Magen-Darm-Trakts: Aprepitant, Netupitant und Loperamid. Hierzu gehören außerdem Antazida mit Aluminium, Calcium, Magnesium oder Natriumhydrogencarbonat sowie magensäurehemmende Mittel wie Cimetidin, Ranitidin, Lansoprazol, Omeprazol oder Rabeprazol.
- Schlafprobleme, Angststörungen und psychiatrische Erkrankungen: Alprazolam, Brotizolam, Buspiron, intravenös verabreichtes Midazolam, Zopiclon, Reboxetin, Venlafaxin, Aripiprazol, Cariprazin, Haloperidol, Risperidon, Galantamin und Guanfacin.
- Behandlung einer überaktiven beziehungsweise gereizten Blase: Imidafenacin, Fesoterodin, Oxybutynin und Solifenacin.
- Krebstherapie: Bortezomib, Brentuximab Vedotin, Busulfan, Erlotinib, Gefitinib, Idelalisib, Imatinib, Nintedanib, Panobinostat, Ponatinib, Ruxolitinib und Sonidegib.
- Behandlung von Infektionen: Ciprofloxacin, Clarithromycin, Erythromycin, Delamanid, Artemether/Lumefantrin, Chinin und Praziquantel.
- HIV- und Hepatitis-Behandlung: Cobicistat, verstärktes Elvitegravir, Maraviroc, Ritonavir, Ritonavir/Darunavir, Ritonavir/Fosamprenavir, Indinavir, Saquinavir sowie Glecaprevir/Pibrentasvir.
- Therapie nach einer Organtransplantation: Ciclosporin und Tacrolimus.
- Gutartige Vergrößerung der Prostata: Dutasterid.
- Asthma, allergische und entzündliche Erkrankungen: Bilastin, Rupatadin, Methylprednisolon, Dexamethason, Budesonid und Fluticason.
- Therapie von Erektionsstörungen: Sildenafil.
- Behandlung von Schmerzen und Entzündungen: Alfentanil, Buprenorphin, Oxycodon, Sufentanil und Meloxicam.
- Sonstige Arzneimittel: oral angewendetes Alitretinoin, Cabergolin, Arzneimittel auf Cannabisbasis, Cinacalcet, Dienogest, Ulipristal, Eliglustat, Ivacaftor, Methadon, Repaglinid und Saxagliptin.
Eine ausreichende Menge an Magensäure kann für die Aufnahme von Itraconazol notwendig sein. Bei Personen, die keine oder nur sehr wenig Magensäure produzieren (Achlorhydrie), bei bestimmten AIDS-Patienten sowie bei Anwendung säurereduzierender Medikamente wie H2-Rezeptorantagonisten oder Protonenpumpenhemmern kann die Aufnahme von Itraconazol vermindert sein. In diesen Situationen kann der Arzt empfehlen, das Arzneimittel zusammen mit einem säurehaltigen Getränk, beispielsweise einer nicht zuckerfreien Cola, einzunehmen.
Die aufgeführten Beispiele bilden nicht sämtliche möglichen Arzneimittelwechselwirkungen ab. Beginnen Sie während der Anwendung von Itraconazol keine zusätzliche medikamentöse Behandlung und setzen Sie bestehende Medikamente nicht eigenständig ab, ohne dies zuvor mit Ihrem Arzt zu besprechen.
Kontraindikationen für Itraconazol Heumann®
Itraconazol darf nicht eingenommen werden, wenn eine Überempfindlichkeit gegenüber Itraconazol oder einem anderen Bestandteil des Präparats besteht.
Von einer Anwendung ist außerdem abzusehen, wenn Sie schwanger sind, möglicherweise schwanger sein könnten oder eine Schwangerschaft beabsichtigen. Personen, bei denen eine Schwangerschaft eintreten kann, müssen während der gesamten Therapie eine wirksame Verhütungsmethode anwenden. Da der Wirkstoff auch nach Beendigung der Einnahme noch eine Zeit lang im Körper vorhanden sein kann, ist die Empfängnisverhütung bis zur nächsten Regelblutung nach Therapieabschluss fortzusetzen.
Eine Behandlung mit Itraconazol ist ebenfalls ausgeschlossen, wenn eine schwerwiegende Einschränkung der Herzfunktion vorliegt, insbesondere bei einer ventrikulären Funktionsstörung oder Herzinsuffizienz. Dies ist auch zu beachten, wenn bereits früher eine Herzschwäche bestanden hat.
Lagerung von Itraconazol Heumann®
Lagern Sie das Medikament in seiner ursprünglichen Verpackung bei einer Temperatur von höchstens 25 °C, um es vor Feuchtigkeit und Lichteinwirkung zu schützen. Stellen Sie sicher, dass das Arzneimittel für Kinder weder sichtbar noch erreichbar aufbewahrt wird. Nach Überschreiten des auf der Verpackung ausgewiesenen Verfallsdatums darf das Präparat nicht mehr verwendet werden.
Behandlungsoptionen für Itraconazol Heumann®
Nehmen Sie an unserer Online-Beratung teil, um ein Rezept für entsprechende Medikamente zu bekommen, die Ihnen versandkostenfrei innerhalb von 1-2 Tagen zugestellt werden.
- Rezeptausstellung durch einen Online-Fragebogen
- Auswahl an Markenmedikamenten und deutschen Generika
- Schneller und vertraulicher Service
- Zugang zu medizinischen Fragen
Packungsbeilage
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Nagelpilz und Fußpilz Behandlung mit Itraconazol Heumann®
- Wie wirkt Itraconazol?
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- Wichtige Informationen zur Einnahme von Itraconazol Heumann®
- Nebenwirkungen von Itraconazol Heumann®
- Verträglichkeit von Itraconazol Heumann® mit anderen Arzneimitteln
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