Wie wirkt Pantoprazol?
Pantoprazol ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der Protonenpumpenhemmer. Er reduziert die Bildung von Magensäure, indem er gezielt ein Enzym in den säureproduzierenden Zellen der Magenschleimhaut hemmt, die sogenannte Protonenpumpe. Dieses Enzym ist für den letzten Schritt der Säureproduktion verantwortlich. Durch seine Blockade wird die Ausschüttung von Salzsäure deutlich verringert.
Die Absenkung der Magensäure führt dazu, dass der pH-Wert im Magen ansteigt und die Schleimhäute von Speiseröhre, Magen und Zwölffingerdarm weniger durch Säure belastet werden. Dadurch können entzündete oder geschädigte Schleimhautbereiche abheilen. Pantoprazol wird unter anderem bei gastroösophagealer Refluxkrankheit, Sodbrennen, Entzündungen der Speiseröhre sowie bei Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren eingesetzt. Zusätzlich kann der Wirkstoff zum Schutz der Magenschleimhaut verordnet werden, wenn bestimmte Arzneimittel, beispielsweise nichtsteroidale Antirheumatika, eingenommen werden.
Die säurehemmende Wirkung beginnt in der Regel innerhalb weniger Stunden nach der Einnahme. Die maximale Wirksamkeit wird meist nach mehreren Tagen kontinuierlicher Anwendung erreicht, da die Hemmung der Protonenpumpen schrittweise zunimmt. Pantoprazol beeinflusst ausschließlich die Säureproduktion des Magens und wirkt nicht direkt schmerzlindernd oder verdauungsfördernd.
Dosierung von Pantozol®
Die empfohlene Dosierung von Pantozol® richtet sich nach der jeweiligen Indikation, dem Schweregrad der Beschwerden sowie der individuellen gesundheitlichen Situation der Patientin oder des Patienten. Die genaue Festlegung erfolgt durch die behandelnde Ärztin oder den behandelnden Arzt.
Typische Dosierungsschemata bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren sind:
- Bei Sodbrennen und saurem Reflux in der Regel 20 mg Pantoprazol einmal täglich;
- Bei entzündlichen Veränderungen der Speiseröhre (Refluxösophagitis) häufig 40 mg einmal täglich;
- Bei Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwüren üblicherweise 40 mg einmal täglich;
- Zur Vorbeugung von Schleimhautschäden bei gleichzeitiger Einnahme bestimmter Schmerzmittel meist 20 mg einmal täglich.
Die Dauer der Anwendung variiert je nach Diagnose und Heilungsverlauf. Bei eingeschränkter Leberfunktion oder bei älteren Patientinnen und Patienten kann eine Dosisanpassung notwendig sein. Eine eigenständige Änderung der Dosierung oder der Einnahmedauer ohne ärztliche Rücksprache sollte vermieden werden.
Hinweise zur Einnahme des Pantozol®
Pantozol® wird in der Regel einmal täglich eingenommen, sofern ärztlich keine andere Anweisung erfolgt. Die Tablette sollte unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit, vorzugsweise mit einem Glas Wasser, geschluckt werden. Sie darf nicht zerbrochen oder zerkaut werden, da sich der Wirkstoff erst im Darm freisetzen soll. Eine eigenständige Erhöhung, Reduktion oder ein Absetzen der Dosis sollte vermieden werden. Bei längerer Anwendung kann eine schrittweise Dosisanpassung nur nach ärztlicher Rücksprache erfolgen.
Wenn eine Einnahme von Pantozol® vergessen wurde, sollte die Tablette nicht nachträglich zusätzlich eingenommen werden. Stattdessen wird die nächste Dosis zum vorgesehenen Zeitpunkt fortgesetzt. Eine doppelte Einnahme am selben Tag sollte vermieden werden, da dies das Risiko von Nebenwirkungen erhöhen kann. Eine gelegentlich vergessene Dosis beeinträchtigt die Behandlung in der Regel nicht wesentlich, bei wiederholtem Vergessen kann jedoch die Wirksamkeit vermindert sein. Bei Unsicherheit oder häufiger vergessener Einnahme kann eine Rücksprache mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt sinnvoll sein.
Nebenwirkungen von Pantozol®
Wie bei allen Arzneimitteln können auch bei der Einnahme von Pantozol® unerwünschte Wirkungen auftreten, die jedoch nicht bei jeder Person vorkommen. Art und Häufigkeit der Nebenwirkungen können von der Dosierung, der Dauer der Anwendung sowie individuellen Faktoren abhängen.
Diese Nebenwirkungen treten vergleichsweise oft auf und sind meist leicht bis mäßig ausgeprägt:
- Kopfschmerzen;
- Bauchschmerzen;
- Durchfall;
- Übelkeit;
- Erbrechen;
- Blähungen;
- Verstopfung;
Diese Beschwerden kommen seltener vor:
- Schwindel;
- Müdigkeit;
- Schlafstörungen;
- Mundtrockenheit;
- Hautausschlag;
- Juckreiz;
- vorübergehende Erhöhung der Leberwerte.
Diese Nebenwirkungen treten nur in Einzelfällen auf, sollten jedoch ernst genommen werden:
- Magnesiummangel (Hypomagnesiämie), insbesondere bei Langzeitanwendung;
- Vitamin-B12-Mangel bei längerer Therapie;
- erhöhtes Risiko für Knochenbrüche;
- Magen-Darm-Infektionen;
- akute interstitielle Nephritis;
- schwere Hautreaktionen;
- Überempfindlichkeits- oder allergische Reaktionen.
Bei einer längerfristigen oder hoch dosierten Anwendung kann es in Einzelfällen zu Veränderungen des Mineralstoffhaushalts kommen, insbesondere zu einem verminderten Magnesiumspiegel. Auch ein Vitamin-B12-Mangel ist möglich, da die verringerte Magensäure die Aufnahme dieses Vitamins beeinflussen kann. Zusätzlich wurde bei sehr langer Anwendung ein leicht erhöhtes Risiko für Knochenbrüche beobachtet, vor allem bei Personen mit bestehenden Risikofaktoren.
Eine Einnahme in der verordneten Dosierung und über die empfohlene Dauer hinaus nicht ohne ärztliche Rücksprache fortzusetzen, kann das Risiko unerwünschter Wirkungen verringern. Bei längerer Therapie können regelmäßige ärztliche Kontrollen sinnvoll sein, um mögliche Veränderungen frühzeitig zu erkennen. Das Informieren der behandelnden Ärztin oder des behandelnden Arztes über alle weiteren eingenommenen Medikamente unterstützt zusätzlich die sichere Anwendung.
Verträglichkeit von Pantozol® mit anderen Arzneimitteln
Pantoprazol kann mit anderen Medikamenten wechselwirken, da der Wirkstoff die Magensäureproduktion reduziert und dadurch die Aufnahme bestimmter Arzneistoffe im Körper verändert werden kann. Wechselwirkungen treten nicht bei jeder Person auf, sollten jedoch vor Beginn der Behandlung berücksichtigt werden.
Vorsicht ist geboten bei gleichzeitiger Einnahme von Pantozol® mit folgenden Arzneimitteln:
- Antimykotika wie Ketoconazol und Itraconazol;
- HIV-Arzneimittel wie Atazanavir;
- bestimmte andere pH-abhängige Wirkstoffe;
- Clopidogrel – mögliche Abschwächung der gerinnungshemmenden Wirkung;
- orale Antikoagulanzien wie Warfarin oder Phenprocoumon – mögliche Veränderungen der Blutgerinnung (Kontrollen erforderlich);
- Methotrexat (vor allem in hohen Dosen) – mögliche Erhöhung der Methotrexat-Spiegel;
- bestimmte Zytostatika oder Immunsuppressiva.
Eine vollständige Liste der möglichen Wechselwirkungen von Pantozol® mit anderen Medikamenten finden Sie in der Packungsbeilage.
Vor Beginn der Behandlung ist es sinnvoll, die behandelnde Ärztin oder den behandelnden Arzt über alle aktuell eingenommenen Arzneimittel zu informieren. Dazu zählen auch rezeptfreie Präparate, pflanzliche Produkte und Nahrungsergänzungsmittel, um mögliche Wechselwirkungen frühzeitig zu erkennen und zu vermeiden.
Kontraindikationen für Pantozol®
Pantozol® darf nicht angewendet werden, wenn eine Überempfindlichkeit oder Allergie gegen den Wirkstoff Pantoprazol, andere Protonenpumpenhemmer oder einen der sonstigen Bestandteile des Arzneimittels bekannt ist.
Vorsicht ist erforderlich bei schweren Leberfunktionsstörungen. In diesen Fällen sollte die Anwendung nur unter ärztlicher Kontrolle erfolgen.
Vor der Einnahme sollte außerdem eine ärztliche Abklärung stattfinden, wenn sogenannte Warnsymptome vorliegen, zum Beispiel unbeabsichtigter Gewichtsverlust, wiederholtes Erbrechen, Schluckbeschwerden, Blut im Stuhl oder anhaltende starke Bauchschmerzen. Diese Beschwerden können auf andere Erkrankungen hinweisen, die vor Beginn der Behandlung ausgeschlossen werden sollten.
Die gleichzeitige Anwendung mit bestimmten Arzneimitteln, insbesondere mit bestimmten Arzneimitteln zur Behandlung von HIV-Infektionen, beispielsweise solchen, die Nelfinavir enthalten, kann kontraindiziert sein.
Während Schwangerschaft und Stillzeit sollte Pantozol® nur nach ärztlicher Rücksprache eingenommen werden.
Lagerung von Pantozol®
Pantozol® sollte bei Raumtemperatur gelagert werden, in der Regel nicht über 25 °C. Das Arzneimittel sollte in der Originalverpackung aufbewahrt werden, um es vor Feuchtigkeit und Licht zu schützen.
Die Tabletten sollten außerhalb der Reichweite von Kindern gelagert werden. Nach Ablauf des auf der Packung angegebenen Verfallsdatums darf das Medikament nicht mehr verwendet werden.
Arzneimittel sollten nicht über das Abwasser oder den Hausmüll entsorgt werden. Für die fachgerechte Entsorgung kann die Apotheke Auskunft geben.
Behandlungsoptionen für Pantozol®
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