Wie wirkt Sumatriptan?
Sumatriptan ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der Triptane, dessen Wirkung auf einer selektiven Stimulation der Serotoninrezeptoren 5-HT1B und 5-HT1D beruht. Diese Rezeptoraktivierung führt dazu, dass sich die im Verlauf einer Migräneattacke erweiterten Blutgefäße im Schädelbereich wieder verengen. Zugleich wird die Freisetzung proinflammatorischer Neuropeptide im trigeminovaskulären System vermindert. Infolgedessen werden sowohl entzündliche Vorgänge neurogenen Ursprungs als auch die Übermittlung von Schmerzreizen abgeschwächt. Sumatriptan dient ausschließlich der Therapie eines akuten Migräneanfalls und ist nicht für eine vorbeugende Behandlung vorgesehen.
Dosierung und Anwendung von Sumatriptan Heumann®
Sumatriptan wird zur Behandlung einer akuten Migräneattacke eingesetzt und sollte erst eingenommen werden, nachdem die Migränekopfschmerzen eingesetzt haben. Eine Anwendung zur Verhinderung zukünftiger Migräneanfälle ist nicht vorgesehen. Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sowie für Erwachsene über 65 Jahren wird die Einnahme nicht empfohlen.
Idealerweise erfolgt die Einnahme unmittelbar nach Beginn der Migränekopfschmerzen. Das Arzneimittel kann jedoch auch später im Verlauf einer bereits bestehenden Attacke angewendet werden.
Bei Erwachsenen im Alter von 18 bis 65 Jahren beträgt die übliche Dosis 50 mg Sumatriptan, entsprechend einer Filmtablette zu 50 mg. Bei einzelnen Patienten kann eine höhere Einzeldosis von 100 mg notwendig sein, was zwei Filmtabletten zu jeweils 50 mg entspricht. Innerhalb eines Zeitraums von 24 Stunden dürfen insgesamt nicht mehr als 300 mg Sumatriptan beziehungsweise sechs Filmtabletten zu 50 mg eingenommen werden.
Wenn nach der ersten Dosis keine Linderung der Migräne eintritt, darf während derselben Attacke keine weitere Filmtablette und auch keine andere Darreichungsform von Sumatriptan angewendet werden. In diesem Fall sollte der weitere Umgang mit den Beschwerden mit einem Arzt oder Apotheker besprochen werden.
Falls die Symptome zunächst zurückgehen und anschließend erneut auftreten, ist eine weitere Einnahme möglich. Zwischen den einzelnen Dosen muss ein Abstand von mindestens zwei Stunden liegen. Unabhängig von der Anzahl der Einnahmen darf die maximale Tagesmenge von 300 mg Sumatriptan innerhalb von 24 Stunden nicht überschritten werden.
Eine Einnahme über die empfohlene Höchstmenge hinaus kann zu gesundheitlichen Beschwerden führen. Wenn innerhalb von 24 Stunden mehr als sechs Filmtabletten zu 50 mg eingenommen wurden, sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.
Die Filmtabletten können geteilt werden und sind unzerkaut mit Wasser einzunehmen.
Nebenwirkungen von Sumatriptan Heumann®
Die Einnahme von Sumatriptan kann wie bei anderen Arzneimitteln mit unerwünschten Wirkungen verbunden sein, die jedoch nicht bei jedem Patienten auftreten. Zudem können einzelne der nachstehend aufgeführten Beschwerden auch als Begleiterscheinungen einer Migräneattacke vorkommen.
Bei Anzeichen einer allergischen Reaktion ist eine sofortige ärztliche Abklärung erforderlich. Zu den möglichen Symptomen zählen Hautausschlag, juckende Quaddeln, pfeifende Atemgeräusche, Schwellungen von Augenlidern, Gesicht oder Lippen sowie ein Kreislaufzusammenbruch. Entwickeln sich derartige Beschwerden kurz nach der Einnahme, sollte Sumatriptan nicht erneut eingenommen und unverzüglich medizinische Hilfe in Anspruch genommen werden.
Häufige Nebenwirkungen:
- Schmerzen sowie Druck-, Enge- oder Schwereempfindungen im Brustkorb, Hals oder in anderen Bereichen des Körpers;
- Störungen der Körperwahrnehmung wie Kribbeln, Taubheitsgefühl sowie Wärme- oder Kälteempfindungen;
- Übelkeit und Erbrechen, wobei beide Symptome ebenfalls durch den Migräneanfall hervorgerufen werden können;
- Schläfrigkeit oder Müdigkeit;
- Schwindel und das Gefühl körperlicher Schwäche;
- Hitzeempfindungen oder Rötung des Gesichts;
- kurzfristige Erhöhung des Blutdrucks;
- Atemnot;
- Muskelbeschwerden oder Muskelschmerzen.
Diese Druck-, Enge-, Schwere- oder Schmerzempfindungen können vorübergehend deutlich ausgeprägt sein, bilden sich in der Regel jedoch rasch zurück. Halten insbesondere Schmerzen im Brustbereich an oder werden stärker, ist eine sofortige medizinische Untersuchung erforderlich. In sehr seltenen Fällen können solche Beschwerden mit einem Herzinfarkt verbunden sein.
Seltene Nebenwirkungen:
- Brustschmerzen;
- Beeinträchtigungen beziehungsweise Veränderungen der Leberfunktion. Wenn Ihre Leberwerte im Rahmen einer Blutuntersuchung kontrolliert werden, informieren Sie das medizinische Fachpersonal über die Einnahme von Sumatriptan.
Andere Nebenwirkungen:
- allergische Reaktionen mit Hautausschlag, Nesselsucht, Atembeschwerden, Schwellungen im Gesicht oder Kreislaufkollaps;
- epileptische Anfälle, Zittern, Muskelspasmen oder eine Versteifung des Nackens;
- visuelle Störungen wie Flimmern vor den Augen, eingeschränkte Sehschärfe, Doppeltsehen sowie zeitweiliger oder in einzelnen Fällen dauerhafter Sehverlust. Ein Teil dieser Sehstörungen kann auch durch die Migräne selbst bedingt sein;
- beschleunigter, verlangsamter oder unregelmäßiger Herzschlag;
- Angina pectoris oder Herzinfarkt;
- Raynaud-Syndrom mit blasser oder bläulicher Hautfärbung und Schmerzen an Fingern, Zehen, Ohren, Nase oder Kiefer, insbesondere bei Kälte oder emotionalem Stress;
- Schwäche- oder Ohnmachtsgefühl infolge eines möglichen Abfalls des Blutdrucks;
- ischämische Kolitis, die unter anderem mit Schmerzen im linken Unterbauch und blutigem Durchfall einhergehen kann;
- Durchfall;
- Gelenkbeschwerden;
- Angst oder Unruhe;
- übermäßige Schweißbildung;
- Auftreten oder Verstärkung von Schmerzen an einer kürzlich verletzten oder bereits entzündeten Körperstelle, beispielsweise bei rheumatischen Beschwerden oder einer Entzündung des Dickdarms;
- Schwierigkeiten beim Schlucken.
Sollten Sie während der Behandlung Nebenwirkungen oder andere auffällige Beschwerden feststellen, informieren Sie Ihren Arzt. Dies gilt ebenso für unerwünschte Wirkungen, die nicht in der Packungsbeilage beschrieben werden.
Verträglichkeit von Sumatriptan Heumann® mit anderen Arzneimitteln
Bei der Einnahme von Sumatriptan müssen mögliche Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln berücksichtigt werden. Einige Wirkstoffe dürfen nicht zusammen mit Sumatriptan verwendet werden, während andere bei gleichzeitiger Anwendung die Wahrscheinlichkeit unerwünschter Reaktionen erhöhen können.
Informieren Sie Ihren Arzt daher, wenn Sie mit einem der folgenden Arzneimittel behandelt werden:
- Ergotamin oder verwandte Substanzen, zum Beispiel Methysergid: Eine gleichzeitige Anwendung mit Sumatriptan ist nicht zulässig. Nach der letzten Einnahme eines solchen Migränemittels ist eine Wartezeit von mindestens 24 Stunden einzuhalten, bevor Sumatriptan angewendet wird. Wurde Sumatriptan bereits eingenommen, dürfen Ergotamin oder ergotaminähnliche Wirkstoffe frühestens 6 Stunden später verwendet werden.
- Weitere Triptane oder 5-HT1-Rezeptor-Agonisten, beispielsweise Naratriptan, Rizatriptan und Zolmitriptan: Diese Migränemittel dürfen nicht zeitgleich mit Sumatriptan eingenommen werden. Zwischen einem anderen Triptan und Sumatriptan muss ein Abstand von mindestens 24 Stunden liegen. Auch nach der Einnahme von Sumatriptan sind mindestens 24 Stunden abzuwarten, bevor ein anderes Triptan oder ein anderer 5-HT1-Rezeptor-Agonist angewendet wird.
- SSRI und SNRI zur Behandlung von Depressionen: Die Kombination von Sumatriptan mit selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern oder Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmern kann in seltenen Fällen ein Serotonin-Syndrom auslösen. Mögliche Beschwerden umfassen Unruhe, Verwirrtheit, starkes Schwitzen, Halluzinationen, gesteigerte Reflexe, Muskelkrämpfe, Zittern, Frösteln, Schütteln und eine erhöhte Herzfrequenz. Bei entsprechenden Symptomen ist unverzüglich der behandelnde Arzt zu verständigen.
- MAO-Hemmer (Monoaminoxidase-Hemmer): Wenn Sie innerhalb der vergangenen zwei Wochen einen MAO-Hemmer zur Behandlung einer Depression eingenommen haben, darf Sumatriptan nicht angewendet werden.
- Johanniskraut (Hypericum perforatum): Pflanzliche Arzneimittel mit Johanniskraut können bei gemeinsamer Anwendung mit Sumatriptan dazu führen, dass Nebenwirkungen häufiger auftreten.
Teilen Sie Ihrem Arzt grundsätzlich mit, welche anderen Arzneimittel Sie derzeit anwenden, in letzter Zeit angewendet haben oder zukünftig anwenden möchten.
Kontraindikationen für Sumatriptan Heumann®
Von der Einnahme des Arzneimittels ist abzusehen, wenn bei Ihnen eine Überempfindlichkeit gegenüber Sumatriptan oder einem der übrigen Bestandteile bekannt ist. Sumatriptan darf ebenfalls nicht angewendet werden, wenn bestimmte Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems bestehen. Hierzu zählen eine ischämische Herzkrankheit infolge verengter Herzkranzgefäße, Angina pectoris oder ein in der Vergangenheit erlittener Herzinfarkt.
Eine Behandlung ist zudem nicht vorgesehen, wenn die Durchblutung der Beine beeinträchtigt ist und dadurch beispielsweise krampfartige Schmerzen beim Gehen auftreten. Haben Sie bereits einen Schlaganfall oder eine vorübergehende Durchblutungsstörung des Gehirns, eine sogenannte transitorische ischämische Attacke (TIA), erlitten, darf das Arzneimittel ebenfalls nicht eingenommen werden.
Bei Bluthochdruck ist die Anwendung grundsätzlich ausgeschlossen. Eine Ausnahme kann bei einem nur geringfügig erhöhten und gut eingestellten Blutdruck bestehen, wobei Sumatriptan in diesem Fall nur mit entsprechender Vorsicht angewendet werden sollte. Auch eine schwere Lebererkrankung spricht gegen die Einnahme des Arzneimittels.
Sumatriptan darf nicht zeitgleich mit bestimmten anderen Präparaten zur Migränebehandlung eingenommen werden. Dazu gehören Ergotamin-haltige Arzneimittel, vergleichbare Wirkstoffe wie Methysergid sowie andere Triptane oder 5-HT1-Rezeptor-Agonisten. Ebenso darf Sumatriptan nicht verwendet werden, wenn Sie aktuell Antidepressiva aus der Gruppe der Monoaminoxidase-Hemmer (MAO-Hemmer) einnehmen oder eine solche Behandlung innerhalb der letzten zwei Wochen erfolgt ist.
Liegt bei Ihnen eine der genannten Gegenanzeigen vor, informieren Sie Ihren Arzt und verzichten Sie auf die Einnahme des Arzneimittels.
Schwangerschaft und Stillzeit
Vor der Anwendung von Sumatriptan ist ärztlicher Rat einzuholen, wenn Sie schwanger sind, stillen, vermuten schwanger zu sein oder eine Schwangerschaft planen.
Nach der Einnahme des Arzneimittels sollte das Stillen für mindestens 12 Stunden ausgesetzt werden. Milch, die innerhalb dieses Zeitraums abgepumpt wird, darf dem Säugling nicht gegeben werden und sollte entsorgt werden.
Nach der Anwendung von Sumatriptan wurde bei einigen stillenden Frauen über Schmerzen in der Brust und/oder im Bereich der Brustwarzen berichtet. Diese Beschwerden halten normalerweise nur vorübergehend an und verschwinden in der Regel innerhalb von 3 bis 12 Stunden.
Lagerung von Sumatriptan Heumann®
Zum Schutz des Arzneimittels vor Feuchtigkeit und Lichteinwirkung sollte es bis zur Verwendung in der Originalverpackung aufbewahrt werden. Die Lagertemperatur darf 25 °C nicht überschreiten. Achten Sie zudem darauf, das Präparat so aufzubewahren, dass Kinder es weder sehen noch erreichen können. Nach dem auf der Packung vermerkten Verfallsdatum ist eine weitere Anwendung nicht mehr zulässig.
Behandlungsoptionen für Sumatriptan Heumann®
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Packungsbeilagen (2)
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