Wie wirkt Terbinafin?
Der antimykotische Wirkstoff Terbinafin zählt zu den Allylaminen und beeinflusst die Membranbildung von Pilzen. Er inaktiviert die Squalenepoxidase, sodass die für die Pilzzelle notwendige Ergosterolproduktion vermindert wird. Als Folge dieses Eingriffs nimmt zugleich der Gehalt an Squalen im Zellinneren zu. Diese Veränderungen stören die Integrität und Funktionsfähigkeit der Pilzzellmembran und entfalten insbesondere gegenüber Dermatophyten eine pilzabtötende Wirkung.
Dosierung von Terbinafin AL®
Bei Erwachsenen und älteren Patienten wird Terbinafin in der empfohlenen Dosierung von einer Tablette einmal am Tag angewendet. Für Hautinfektionen ist abhängig vom Behandlungsverlauf üblicherweise eine Therapiedauer von zwei bis sechs Wochen vorgesehen. Bei versehentlicher Einnahme einer größeren als der vorgesehenen Menge muss unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden. Die Arzneimittelpackung sollte mitgeführt werden, damit der Arzt das eingenommene Präparat überprüfen kann.
Wird eine Tablette vergessen, sollte sie nachgenommen werden, sobald das Versäumnis festgestellt wird. Steht die nächste planmäßige Einnahme allerdings unmittelbar bevor, wird die ausgelassene Dosis nicht mehr nachgeholt. Stattdessen erfolgt die nächste Einnahme zur gewohnten Zeit und die Therapie wird danach entsprechend der Verordnung weitergeführt. Eine doppelte Dosis als Ersatz für die vergessene Tablette ist nicht vorgesehen. Die Behandlung sollte nur nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt beendet werden. Erfolgt eine Unterbrechung ohne vorherige ärztliche Abstimmung, sollte der Arzt unverzüglich darüber in Kenntnis gesetzt werden, um das weitere therapeutische Vorgehen festzulegen.
Anwendung von Terbinafin AL®
Die Einnahme sollte möglichst jeden Tag zur selben Tageszeit erfolgen. Schlucken Sie die Tablette unzerkaut und trinken Sie dazu ausreichend Flüssigkeit, etwa ein Glas Wasser. Die Tablette ist zur Teilung geeignet. Für die Anwendung ist kein bestimmter Abstand zu den Mahlzeiten erforderlich, sodass sie vor oder nach dem Essen eingenommen werden kann.
Nebenwirkungen von Terbinafin AL®
Während einer Behandlung mit Terbinafin können, wie bei Arzneimitteln allgemein, unerwünschte Wirkungen auftreten. Nicht jeder Anwender ist davon betroffen. Einige Symptome können auf eine ernsthafte Arzneimittelreaktion hinweisen und sollten ohne unnötige Verzögerung ärztlich abgeklärt werden.
Häufige Nebenwirkungen:
- Schmerzen im Kopf;
- Störungen des Magen-Darm-Trakts, beispielsweise Übelkeit, Bauchbeschwerden, Durchfall, beeinträchtigte Verdauung oder Völlegefühl;
- Abnahme des Appetits;
- Hauterscheinungen wie Ausschlag, Quaddeln oder Schwellungen;
- Beschwerden der Muskulatur und der Gelenke;
- verändertes Geschmacksempfinden bis zum vollständigen Ausbleiben der Geschmackswahrnehmung;
- depressive Symptome;
- Schwindel und Erschöpfungsgefühl;
- Einschränkungen oder Veränderungen des Sehvermögens.
Nach dem Ende der Terbinafin-Behandlung erholt sich der Geschmackssinn in der Regel schrittweise über mehrere Wochen. In seltenen Einzelfällen können Beeinträchtigungen der Geschmackswahrnehmung länger bestehen bleiben.
Seltene Nebenwirkungen:
- Beeinträchtigungen der Leber, einschließlich entzündlicher Lebererkrankungen, erhöhter Leberenzymwerte, Gelbsucht oder Leberversagen;
- Veränderungen der Konzentration bestimmter Blutzellen;
- schwerwiegende Reaktionen an der Haut;
- ausgeprägte allergische Reaktionen;
- Lupus erythematodes;
- vermehrter Haarausfall;
- psoriasisähnliche Hauterscheinungen oder eine Verschlechterung einer bereits vorhandenen Psoriasis.
Sehr vereinzelt wurde über schweres Leberversagen berichtet, das eine Transplantation der Leber erforderlich machte oder einen tödlichen Verlauf nahm. In den meisten dokumentierten Fällen bestanden bei den betroffenen Patienten zugleich schwere Grunderkrankungen.
Weitere mögliche Nebenwirkungen:
- Abnahme der Zahl roter Blutkörperchen;
- Angstgefühle, die mit Schlafproblemen, Antriebsminderung sowie Schwierigkeiten beim Konzentrieren oder Denken verbunden sein können;
- Empfindungsstörungen der Haut wie Taubheit oder Kribbeln;
- Tinnitus sowie eingeschränktes Hörvermögen oder andere Veränderungen des Hörens;
- erhöhte Empfindlichkeit der Haut gegenüber UV- beziehungsweise Sonnenlicht;
- Fieber;
- Verlust von Körpergewicht infolge einer beeinträchtigten Geschmackswahrnehmung;
- Störungen des Geruchssinns bis hin zum möglicherweise dauerhaften Verlust des Riechvermögens;
- verschwommene Sicht oder eine Verringerung der Sehschärfe;
- entzündliche Veränderungen an Blutgefäßen;
- Entzündung der Bauchspeicheldrüse;
- depressive Beschwerden als Folge von Geschmacksstörungen;
- schwere Überempfindlichkeitsreaktionen wie eine anaphylaktische oder serumkrankheitsähnliche Reaktion;
- DRESS-Syndrom mit Hauterscheinungen, einer Zunahme eosinophiler Blutzellen und möglicher Entzündung innerer Organe;
- Zerfall von Muskelgewebe (Rhabdomyolyse) oder erhöhte Werte der Kreatinphosphokinase im Blut;
- grippeähnliche Beschwerden mit beispielsweise Frösteln, Abgeschlagenheit sowie Hals-, Muskel- oder Gelenkschmerzen.
Bei Auftreten von Nebenwirkungen während der Anwendung von Terbinafin sollte ärztlicher Rat eingeholt werden. Dies gilt ebenfalls für unerwünschte Beschwerden, die in dieser Übersicht nicht genannt sind.
Verträglichkeit von Terbinafin AL® mit anderen Arzneimitteln
Die gleichzeitige Anwendung von Terbinafin mit bestimmten Medikamenten kann deren Wirkung verändern. Umgekehrt können andere Wirkstoffe beeinflussen, wie Terbinafin im Körper wirkt. Aus diesem Grund ist es wichtig, den behandelnden Arzt über die gesamte derzeitige Arzneimitteltherapie zu informieren.
Dies betrifft vor allem die gleichzeitige Verwendung folgender Arzneimittel oder Wirkstoffe:
- Rifampicin: ein Medikament zur Therapie bestimmter Infektionskrankheiten;
- Cimetidin: ein Arzneimittel, das beispielsweise bei Verdauungsbeschwerden und Magengeschwüren eingesetzt wird;
- bestimmte Wirkstoffe gegen Depressionen: dazu zählen trizyklische Antidepressiva wie Desipramin, selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) sowie einzelne Monoaminoxidase-Hemmer vom Typ B (MAO-B-Hemmer);
- bestimmte Medikamente gegen Pilzerkrankungen: beispielsweise Fluconazol und Ketoconazol;
- Dextromethorphan: ein Wirkstoff zur symptomatischen Behandlung von Husten;
- orale hormonelle Kontrazeptiva: bei manchen Patientinnen können während der Anwendung Veränderungen der Menstruation auftreten. Möglich sind unter anderem unregelmäßige Monatsblutungen, Zwischen- oder Durchbruchblutungen sowie das Ausbleiben der Menstruation;
- bestimmte Betablocker und Mittel gegen Herzrhythmusstörungen: hierzu gehören beispielsweise Metoprolol, das bei bestimmten Herzerkrankungen oder erhöhtem Blutdruck eingesetzt wird, sowie Antiarrhythmika wie Propafenon und Amiodaron;
- Koffein;
- Ciclosporin: ein Medikament, das die Funktion des körpereigenen Abwehrsystems vermindert;
- Warfarin: ein Arzneimittel mit gerinnungshemmender Wirkung.
Geben Sie Ihrem Arzt darüber hinaus Auskunft über alle weiteren Medikamente, die Sie aktuell verwenden, in jüngerer Vergangenheit angewendet haben oder zukünftig einzunehmen beziehungsweise anzuwenden beabsichtigen.
Kontraindikationen für Terbinafin AL®
Die Einnahme von Terbinafin ist nicht zulässig, wenn eine Allergie gegen Terbinafin oder einen der übrigen Bestandteile des Präparats besteht. Darüber hinaus darf das Arzneimittel bei einer schweren Funktionsstörung der Leber nicht verwendet werden.
Schwangerschaft und Stillzeit
Frauen, die schwanger sind, eine Schwangerschaft vermuten oder schwanger werden möchten, sollten sich vor einer Behandlung mit Terbinafin von einem Arzt beraten lassen. Während der Stillperiode darf Terbinafin nicht eingenommen werden. Der Wirkstoff wird in die Muttermilch abgegeben und kann dadurch eine mögliche Gefährdung für den gestillten Säugling darstellen.
Lagerung von Terbinafin AL®
Zur korrekten Aufbewahrung ist das Arzneimittel in seiner Originalverpackung bei einer Temperatur bis höchstens 25 °C zu lagern. So wird der Inhalt vor Feuchtigkeit und Licht geschützt. Wählen Sie einen Lagerungsort, der für Kinder nicht zugänglich ist. Das Präparat darf nur bis zu dem auf der Verpackung genannten Verfallsdatum verwendet werden und ist danach nicht mehr anzuwenden.
Behandlungsoptionen für Terbinafin AL®
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