Wie wirkt Azithromycin?
Azithromycin zählt zu den Makrolid-Antibiotika und wirkt in erster Linie bakteriostatisch. Seine Wirkung entsteht durch die Bindung an die 50S-Untereinheit der bakteriellen Ribosomen. Dabei wird die Verlängerung der sich bildenden Proteinketten gestört, wodurch die Herstellung bakterieller Eiweiße gehemmt wird.
Bei Bakterien, die Reisedurchfall verursachen und gegenüber Azithromycin empfindlich sind, beeinträchtigt dieser Vorgang die Produktion lebensnotwendiger Proteine und begrenzt die Vermehrungsfähigkeit der Erreger. Die Wirksamkeit des Antibiotikums wird maßgeblich durch die Empfindlichkeit der jeweiligen Bakterienart sowie durch eventuell bestehende Resistenzmechanismen beeinflusst.
Dosierung von Azithromycin HEC®
Als empfohlene Dosierung ist die Einnahme einer Tablette mit 500 mg Azithromycin einmal pro Tag vorgesehen. Die Behandlung dauert zwischen einem und drei Tagen. Sollte sich der Gesundheitszustand innerhalb von 36 Stunden nach Beginn der Antibiotikatherapie nicht verbessern, muss die Einnahme eingestellt und eine ärztliche Abklärung erfolgen.
Azithromycin darf nur zur Behandlung schwerer Durchfälle verwendet werden, wenn diese mit Fieber und blutigen Stuhlbeimengungen verbunden sind.
Die unbeabsichtigte Einnahme einer größeren als der verordneten Menge Azithromycin kann zu gesundheitlichen Beschwerden oder allgemeinem Unwohlsein führen. In diesem Fall ist sofort ein Arzt zu verständigen oder die Notaufnahme des nächstgelegenen Krankenhauses aufzusuchen.
Anwendung von Azithromycin HEC®
Das Arzneimittel ist zur oralen Einnahme bestimmt. Die Tablette lässt sich teilen; die Einnahme sollte jedoch ohne vorheriges Zerkauen und zusammen mit etwas Wasser erfolgen. Ob das Präparat mit oder ohne Nahrung eingenommen wird, ist grundsätzlich unerheblich. Eine Einnahme direkt vor dem Essen kann dazu beitragen, die Verträglichkeit im Magen-Darm-Bereich zu verbessern.
Während der Behandlung ist auf alkoholische Getränke zu verzichten, da der gleichzeitige Alkoholkonsum das Risiko für das Auftreten von Nebenwirkungen erhöhen kann.
Nebenwirkungen von Azithromycin HEC®
Wie bei jeder medikamentösen Behandlung können auch bei der Einnahme dieses Präparats unerwünschte Wirkungen auftreten. Sowohl die Art der Beschwerden als auch deren Auftretenshäufigkeit können von Patient zu Patient variieren. Viele Anwender entwickeln während der Therapie keine Nebenwirkungen.
Schwerwiegende Nebenwirkungen:
- Akute schwere Überempfindlichkeitsreaktionen (Anaphylaxie): Plötzliche Atemnot, pfeifende Atemgeräusche, Schwellungen der Lippen, Augenlider oder des Gesichts sowie ausgedehnte Hautausschläge und intensiver Juckreiz können auf eine lebensbedrohliche allergische Reaktion hindeuten.
- Gefährliche Störungen des Herzrhythmus: Ein auffällig schneller oder unregelmäßiger Herzschlag kann Ausdruck einer schwerwiegenden Rhythmusstörung sein. Dazu zählt auch die als Torsade de pointes bezeichnete Form der ventrikulären Tachykardie.
- Schwerwiegende Schädigung der Leber: Eine ungewöhnlich dunkle Urinfärbung, erhebliche Appetitminderung oder eine gelbliche Verfärbung der Haut und der Skleren können Anzeichen einer ausgeprägten Leberfunktionsstörung bis hin zu Leberversagen oder Lebernekrose sein.
- Antibiotika-assoziierte Dickdarmentzündung (Colitis): Ausgeprägte Durchfälle, die gemeinsam mit krampfartigen Bauchbeschwerden, Fieber oder blutigen Stuhlbeimengungen auftreten, können auf eine schwere entzündliche Erkrankung des Dickdarms hinweisen.
- Stevens-Johnson-Syndrom und toxische epidermale Nekrolyse: Zu Beginn können sich flache, rötliche Flecken mit kreisförmiger oder zielscheibenähnlicher Struktur auf der Haut bilden. Im weiteren Verlauf sind Blasen, Ablösungen größerer Hautflächen und schmerzhafte Geschwüre an den Schleimhäuten möglich, insbesondere im Mund- und Rachenraum sowie an Nase, Augen und Genitalien. Teilweise gehen den sichtbaren Veränderungen Fieber und grippeartige Symptome voraus.
- DRESS-Syndrom (medikamentös ausgelöstes Überempfindlichkeitssyndrom): Diese schwere Arzneimittelreaktion kann durch großflächige Hautveränderungen, stark erhöhte Körpertemperatur und geschwollene Lymphknoten gekennzeichnet sein.
- Akute generalisierte exanthematische Pustulose (AGEP): Eine schwere entzündliche Hautreaktion, bei der großflächige Rötungen, Hautschuppung und zahlreiche kleine Erhebungen beziehungsweise Pusteln auftreten. Häufig besteht zusätzlich Fieber. Die ersten Anzeichen zeigen sich meist bereits kurz nach Beginn der Arzneimitteltherapie.
Diese schwerwiegenden Nebenwirkungen sind entweder selten oder ihre Häufigkeit lässt sich anhand der verfügbaren Daten nicht bestimmen. Aufgrund der möglichen gesundheitlichen Gefahren erfordern entsprechende Symptome eine sofortige medizinische Versorgung. Beenden Sie in einem solchen Fall die Einnahme des Präparats und lassen Sie sich unverzüglich ärztlich untersuchen.
Häufige Nebenwirkungen:
- Diarrhö beziehungsweise Durchfall;
- Kopfschmerz;
- Magenbeschwerden, die mit Übelkeit, Erbrechen oder Schmerzen im Oberbauch einhergehen können;
- Veränderungen der Zusammensetzung weißer Blutkörperchen, insbesondere eine Abnahme der Lymphozyten sowie erhöhte Werte von Eosinophilen, Basophilen, Monozyten oder Neutrophilen;
- Verminderung des Bikarbonatgehalts im Blut.
Seltene Nebenwirkungen:
- Starke innere Unruhe, teilweise verbunden mit ausgeprägter psychomotorischer Erregung;
- Erkrankungen oder Funktionsstörungen der Leber, die unter anderem durch eine Gelbfärbung der Haut und des Augenweißes erkennbar werden können;
- Erhöhte Empfindlichkeit der Haut gegenüber UV-Strahlung und Sonnenlicht (Photosensibilisierung).
Weitere Nebenwirkungen:
- Infektionen durch Pilzerreger, vor allem Candida-Infektionen der Mundhöhle oder des Vaginalbereichs;
- Entzündliche und infektiöse Erkrankungen wie Lungenentzündung, bakterielle Racheninfektionen, Magen-Darm-Entzündung, Atemwegsbeschwerden, Rhinitis und vaginale Infektionen;
- Veränderungen der Leukozytenzahl, beispielsweise Leukopenie, Neutropenie oder Eosinophilie;
- Erhöhte oder erniedrigte Anzahl der Blutplättchen (Thrombozytose beziehungsweise Thrombozytopenie), wobei ein Thrombozytenmangel zu einer erhöhten Blutungsneigung und leichterer Entstehung von Blutergüssen führen kann;
- Verminderter Hämatokritwert;
- Beschleunigter Abbau roter Blutkörperchen mit Entwicklung einer hämolytischen Anämie, die sich durch auffällige Blässe und Müdigkeit äußern kann;
- Psychische Veränderungen, darunter Nervosität, Angstgefühle, Schlaflosigkeit und vermehrte Schläfrigkeit;
- Schwindelanfälle, Drehschwindel (Vertigo) und vorübergehende Ohnmacht (Synkope);
- Störungen der geistigen Wahrnehmung mit Verwirrtheit, akutem Delirium, Halluzinationen oder aggressiven Verhaltensweisen;
- Krampfartige Anfälle;
- Veränderungen der Sensibilität, insbesondere Kribbeln, Taubheitsgefühle oder eine verminderte Wahrnehmung von Druck, Schmerz und Temperatur;
- Einschränkungen des Geschmacks- und Geruchssinns, einschließlich vollständigem Geschmacksverlust (Ageusie), fehlender Geruchswahrnehmung (Anosmie) oder verfälschtem Geruchsempfinden (Parosmie);
- Ungewöhnlich gesteigertes Aktivitätsgefühl;
- Verstärkte Wahrnehmung des eigenen Herzschlags (Palpitationen);
- Auffälligkeiten der elektrischen Herzfunktion, darunter eine Verlängerung des QT-Intervalls, die im Elektrokardiogramm nachweisbar ist;
- Erniedrigter arterieller Blutdruck und plötzlich einsetzende Hitzegefühle;
- Zeitweise hörbare pfeifende Atmung und Nasenblutungen;
- Verstopfung, Blähungen sowie funktionelle Verdauungsbeschwerden (Dyspepsie);
- Entzündliche Veränderungen der Magenschleimhaut (Gastritis);
- Schwierigkeiten beim Schlucken (Dysphagie), sichtbare Bauchaufblähung und Trockenheit der Mundhöhle;
- Vermehrtes Aufstoßen, schmerzhafte Läsionen im Mund sowie verstärkte Speichelsekretion;
- Auffällige Verfärbungen der Zungenoberfläche;
- Reduziertes Appetitempfinden;
- Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis), die heftige Bauchschmerzen mit Ausstrahlung in den Rücken auslösen kann;
- Verschiedene dermatologische Reaktionen, darunter juckende Hautausschläge, Nesselsucht (Urtikaria) und Dermatitis;
- Verstärkte Trockenheit der Haut und übermäßige Schweißbildung (Hyperhidrose);
- Allergisch bedingte Schwellungen tieferer Haut- und Gewebeschichten (Angioödem), besonders im Gesichtsbereich sowie an Händen und Füßen;
- Schmerzen der Muskulatur, des Rückens und des Nackens;
- Schmerzhafte oder geschwollene Gelenke, unter anderem im Rahmen einer Osteoarthritis;
- Deutliche Verminderung der Muskelkraft, einschließlich Beschwerden, die mit Myasthenia gravis in Verbindung stehen;
- Veränderungen oder Einschränkungen des Sehvermögens;
- Erkrankungen und funktionelle Beschwerden des Ohres;
- Verminderung des Hörvermögens bis zum vollständigen Hörverlust sowie Wahrnehmung von Ohrgeräuschen (Tinnitus);
- Schmerzen bei der Harnentleerung (Dysurie) sowie Beschwerden in der Nierengegend;
- Entzündliche Veränderungen des Nierengewebes, insbesondere interstitielle Nephritis, und nachlassende Nierenfunktion bis hin zum Nierenversagen;
- Unregelmäßige Blutungen außerhalb der regulären Menstruation (Metrorrhagie);
- Erkrankungen oder Funktionsbeeinträchtigungen der Hoden;
- Schwellungen infolge einer vermehrten Flüssigkeitsansammlung im Gewebe (Ödeme), vor allem im Gesicht und im Bereich der Fußknöchel und Füße;
- Allgemeine körperliche Schwäche, Abgeschlagenheit, Krankheitsgefühl und Fieber;
- Schmerzen im Brustbereich oder in anderen Körperregionen;
- Auffällige laborchemische Befunde, beispielsweise veränderte Ergebnisse von Blutuntersuchungen oder Leberfunktionstests;
- Komplikationen, die im Anschluss an medizinische Eingriffe auftreten können.
Benachrichtigen Sie Ihren behandelnden Arzt, wenn Sie während der Anwendung des Arzneimittels ungewöhnliche gesundheitliche Veränderungen feststellen. Auch Beschwerden, die in dieser Übersicht nicht ausdrücklich erwähnt werden, sollten medizinisch beurteilt werden. Bei Verdacht auf eine schwere Nebenwirkung ist eine sofortige ärztliche Notfallversorgung erforderlich.
Verträglichkeit von mit Azithromycin HEC® anderen Arzneimitteln
Während einer Therapie mit Azithromycin können bei der gleichzeitigen Verwendung anderer Arzneimittel Wechselwirkungen entstehen, die mit einem erhöhten Risiko für unerwünschte Begleitreaktionen verbunden sind. Aus diesem Grund ist vor Beginn der antibiotischen Behandlung eine ärztliche Einschätzung notwendig, um die Verträglichkeit der vorgesehenen Arzneimittelkombinationen zu überprüfen.
Besonders wichtig ist eine medizinische Überprüfung, wenn neben Azithromycin eines der folgenden Medikamente angewendet wird:
- Arzneimittel zur Regulierung erhöhter Blutfettwerte (Statine): Insbesondere Atorvastatin sowie weitere Wirkstoffe dieser Gruppe, die zur Verringerung des Cholesterinspiegels und zur Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Komplikationen wie Herzinfarkten oder Schlaganfällen verordnet werden;
- Medikamente zur Unterdrückung des Immunsystems (Immunsuppressiva): Hierzu zählt Ciclosporin, das nach Organtransplantationen die Immunabwehr hemmt und dadurch das Risiko einer Abstoßung des transplantierten Organs vermindert;
- Colchicin: Ein Arzneistoff, der vorwiegend bei Gicht und den damit verbundenen entzündlichen Beschwerden zum Einsatz kommt;
- Arzneimittel zur Hemmung der Blutgerinnung (Antikoagulanzien): Dazu gehören Dabigatran, Warfarin und vergleichbare Präparate, die der Vermeidung von Blutgerinnseln sowie der Behandlung bereits vorhandener Thrombosen dienen;
- Arzneimittel zur Unterstützung der Herzfunktion: Beispielsweise Digoxin, das bei bestimmten kardialen Erkrankungen angewendet wird.
Besondere Vorsicht gilt außerdem bei Wirkstoffen, die eine Verlängerung des QT-Intervalls im Elektrokardiogramm bewirken können. Zu den entsprechenden Medikamenten zählen:
- Herzrhythmusregulierende Arzneimittel (Antiarrhythmika): Chinidin, Procainamid, Dofetilid, Amiodaron und Sotalol;
- Arzneimittel mit antipsychotischer Wirkung: Pimozid, das zur Therapie ausgewählter psychischer Erkrankungen eingesetzt wird;
- Antidepressiv wirkende Medikamente: Citalopram;
- Antibiotika der Wirkstoffgruppe Fluorchinolone: Moxifloxacin und Levofloxacin;
- Medikamente zur Anregung der gastrointestinalen Motilität: Cisaprid;
- Weitere Arzneistoffe: Hydroxychloroquin und Chloroquin, die unter anderem bei bestimmten Infektionskrankheiten und Erkrankungen des Immunsystems verwendet werden.
Unterrichten Sie Ihren behandelnden Arzt über alle Arzneimittel, die Sie momentan einnehmen oder anderweitig anwenden, vor Kurzem verwendet haben oder deren zukünftige Anwendung Sie beabsichtigen. Dies schließt ausdrücklich auch Medikamente ein, die rezeptfrei erhältlich sind.
Kontraindikationen für Azithromycin HEC®
Das Präparat darf nicht eingenommen werden, wenn eine Überempfindlichkeit gegen Azithromycin, Erythromycin oder andere Antibiotika aus der Wirkstoffgruppe der Makrolide beziehungsweise Ketolide vorliegt. Gleiches gilt für Patienten, die auf einen der sonstigen Bestandteile des Arzneimittels allergisch reagieren.
Schwangerschaft und Stillzeit
Vor Beginn einer Behandlung mit Azithromycin sollten Frauen, die schwanger sind, stillen, eine Schwangerschaft vermuten oder eine Schwangerschaft planen, ihren Arzt konsultieren. Dieser bewertet anhand der persönlichen gesundheitlichen Situation, ob die Einnahme des Präparats medizinisch sinnvoll ist und welche möglichen Risiken dabei berücksichtigt werden müssen.
Lagerung von Azithromycin HEC®
Bei der Aufbewahrung dieses Arzneimittels ist darauf zu achten, dass die Umgebungstemperatur 25 °C nicht übersteigt. Zum Schutz vor Licht und Feuchtigkeit muss das Präparat bis zur Anwendung in der Originalverpackung verbleiben. Lagern Sie das Medikament an einem für Kinder unzugänglichen Ort, an dem es sich auch außerhalb ihres Sichtfeldes befindet. Nach Erreichen des auf der Packung angegebenen Verfallsdatums darf das Arzneimittel nicht weiter verwendet werden.
Behandlungsoptionen für Azithromycin HEC® (Reisedurchfall)
Nehmen Sie an unserer Online-Beratung teil, um ein Rezept für entsprechende Medikamente zu bekommen, die Ihnen versandkostenfrei innerhalb von 1-2 Tagen zugestellt werden.
- Rezeptausstellung durch einen Online-Fragebogen
- Auswahl an Markenmedikamenten und deutschen Generika
- Schneller und vertraulicher Service
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Packungsbeilage
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