Wie wirkt Scopolamin?
Scopolamin ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der Anticholinergika mit parasympatholytischer Wirkung. Er wirkt als kompetitiver Antagonist an muskarinischen Acetylcholinrezeptoren und hemmt dadurch die cholinerge Signalübertragung im zentralen Nervensystem.
Bei Reiseübelkeit reduziert Scopolamin die Weiterleitung von Bewegungsreizen aus dem Gleichgewichtsorgan an die an der Entstehung von Übelkeit und Erbrechen beteiligten Hirnregionen. Durch diese Wirkung werden vestibulär ausgelöste Brechreize abgeschwächt und das Auftreten von Übelkeit und Erbrechen während der Reise kann verhindert werden.
Dosierung von Scopoderm TTS®
Jedes transdermale Pflaster Scopoderm TTS® enthält 1,5 mg Scopolamin. Empfohlen wird die Anwendung eines Pflasters, das ungefähr 5 bis 6 Stunden vor Antritt der Reise auf eine gereinigte, trockene und haarfreie Hautpartie hinter einem Ohr aufgebracht wird.
Die Freisetzung des Wirkstoffs erfolgt kontinuierlich über einen Zeitraum von maximal 72 Stunden. Für diesen Anwendungszeitraum ist ein einzelnes Pflaster ausreichend. Bei Reisen mit kürzerer Dauer kann es entsprechend früher abgenommen werden. Wird eine Wirkung über mehr als 72 Stunden benötigt, ist das bisherige Pflaster zu Beginn des vierten Reisetages zu entfernen und ein neues Pflaster hinter dem gegenüberliegenden Ohr anzubringen.
Falls bei der Anwendung ein Fehler aufgetreten ist, beispielsweise weil das transdermale Pflaster verspätet gewechselt wurde, dürfen Sie dies keinesfalls durch eine Verdoppelung der Dosis oder eine zusätzliche Tagesdosis ausgleichen.
Unterrichten Sie Ihren behandelnden Arzt grundsätzlich darüber, wenn Sie die Therapie unterbrechen oder beenden. Teilen Sie ihm dabei auch die jeweiligen Gründe mit, insbesondere wenn Nebenwirkungen für diese Entscheidung ausschlaggebend waren.
Eine Veränderung der Dosierung durch das Zerteilen des Pflasters ist nicht zulässig. Ebenso dürfen nicht mehrere Pflaster gleichzeitig aufgeklebt werden. Während der Anwendung darf sich stets nur ein transdermales Pflaster auf der Haut befinden.
Sollte Ihnen die Wirkung von Scopoderm TTS® zu ausgeprägt oder unzureichend erscheinen, wenden Sie sich zur weiteren Beratung an Ihren Arzt.
Anwendung von Scopoderm TTS®
Falls sich das normalerweise gut haftende transdermale Pflaster unbeabsichtigt ablöst, muss es durch ein neues ersetzt werden. Nach dem Aufkleben sollte das transdermale Pflaster während der Tragedauer möglichst nicht berührt werden, da durch Druck Scopolamin an den Rändern austreten kann. Sollten Sie das Pflaster dennoch berührt haben, waschen Sie sich unverzüglich die Hände.
Nebenwirkungen von Scopoderm TTS®
Wie bei anderen Arzneimitteln können auch während der Anwendung dieses Präparats unerwünschte Wirkungen auftreten. Allerdings ist nicht jeder Patient davon betroffen.
Sollten Beschwerden auftreten, die auf eine allergische Reaktion hindeuten, ist die Anwendung von Scopoderm TTS® sofort zu beenden und unverzüglich ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Häufige Nebenwirkungen:
- Schwellungen im Bereich des Gesichts, der Lippen, der Zunge oder des Rachens;
- Schwierigkeiten beim Atmen oder Schlucken;
- Ausgeprägter Hautjuckreiz in Verbindung mit einem geröteten Hautausschlag oder Schwellungen;
- Sehstörungen bei erhöhtem Augeninnendruck, die auf ein Glaukom hinweisen können;
- Atem- oder Schluckstörungen;
- Schwellungen des Gesichts sowie der Lippen, Zunge oder des Rachenbereichs;
- Starker Juckreiz mit Hautrötungen, Ausschlag oder Schwellungen;
- Trockenheit der Mundschleimhaut;
- Müdigkeit beziehungsweise Schläfrigkeit und Schwindelgefühl;
- Unscharfes Sehen im Nahbereich und Erweiterung der Pupillen, gegebenenfalls nur auf einer Seite, insbesondere nach versehentlichem Kontakt der Augen mit Wirkstoffrückständen an den Händen;
- Störungen der Akkommodation, wodurch das Scharfstellen auf nahe oder entfernte Gegenstände beeinträchtigt sein kann;
- Verringerte Tränensekretion: Scopoderm TTS® kann unter bestimmten Bedingungen die Produktion von Tränenflüssigkeit reduzieren. Personen, die regelmäßig Kontaktlinsen tragen, sollten deshalb auf eine ausreichende Befeuchtung der Augen achten und gegebenenfalls künstliche Tränenflüssigkeit verwenden;
- Reizerscheinungen an den Augenlidern;
- Irritationen der Haut.
Seltene Nebenwirkungen:
- Erschwerte Blasenentleerung beziehungsweise Probleme beim Wasserlassen;
- Beeinträchtigungen des Gedächtnisses oder der Konzentrationsfähigkeit sowie Unruhe, Orientierungsstörungen und Verwirrtheitszustände;
- Hautausschläge.
Weitere Nebenwirkungen:
- Lokale Hautreaktionen an der Stelle, an der das Pflaster angebracht wurde, insbesondere Juckreiz, Rötung oder Brennen;
- Erhöhte Nervosität;
- Störungen der Bewegungskoordination;
- Kopfschmerzen.
Nach Beendigung der Anwendung von Scopoderm TTS® wurden vereinzelt, insbesondere nach einer Behandlung über mehrere Tage, Beschwerden wie Schwindel, Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen und Beeinträchtigungen des Gleichgewichts beobachtet. Treten solche Symptome auf, sollte eine ärztliche Abklärung erfolgen.
Verträglichkeit von mit Scopoderm TTS® anderen Arzneimitteln
Bei gleichzeitiger Anwendung von Scopoderm TTS® und anderen Arzneimitteln können Wechselwirkungen auftreten. Scopolamin besitzt anticholinerge Eigenschaften und kann insbesondere die Wirkungen zentral dämpfender sowie anderer anticholinerger Arzneimittel verstärken.
Besondere Vorsicht ist bei gleichzeitiger Anwendung folgender Arzneimittel erforderlich:
- Antihistaminika der ersten Generation: beispielsweise Diphenhydramin oder Dimenhydrinat, da sich sedierende und anticholinerge Wirkungen verstärken können.
- Trizyklische Antidepressiva: beispielsweise Amitriptylin, die das Risiko anticholinerger Nebenwirkungen erhöhen können.
- Antipsychotika: insbesondere Präparate mit ausgeprägter anticholinerger oder sedierender Wirkung.
- Beruhigungs- und Schlafmittel: beispielsweise Benzodiazepine, da eine verstärkte Dämpfung des zentralen Nervensystems möglich ist.
- Weitere Anticholinergika: beispielsweise bestimmte Arzneimittel zur Behandlung einer überaktiven Harnblase, die das Risiko von Mundtrockenheit, Sehstörungen und Harnverhalt erhöhen können.
Auch Alkohol kann die zentral dämpfenden Effekte von Scopolamin verstärken und sollte während der Anwendung vermieden werden.
Vor der Anwendung von Scopoderm TTS® sollte der behandelnde Arzt über alle gleichzeitig eingenommenen oder angewendeten Arzneimittel informiert werden. Dies gilt auch für rezeptfreie Präparate. Ob eine Kombination geeignet ist, muss unter Berücksichtigung der individuellen medizinischen Situation beurteilt werden.
Kontraindikationen für Scopoderm TTS®
Vor der Anwendung von Scopoderm TTS® müssen bestehende Erkrankungen und mögliche Risikofaktoren berücksichtigt werden.
Das Arzneimittel darf in folgenden Fällen nicht angewendet werden:
- Bei bekannter Überempfindlichkeit gegen Scopolamin oder einen der sonstigen Bestandteile des Pflasters.
- Bei bestehendem Glaukom (erhöhtem Augeninnendruck).
Besondere Vorsicht ist bei folgenden Erkrankungen und Zuständen erforderlich:
- Verengung des Magenausgangs (Pylorusstenose) oder Störungen der Darmpassage.
- Blasenentleerungsstörungen, insbesondere bei einer Behinderung des Harnabflusses.
- Herzrhythmusstörungen oder ausgeprägte Bradykardie.
- Ausgeprägte zerebrale Arteriosklerose.
- Eingeschränkte Leber- oder Nierenfunktion sowie bestimmte Stoffwechselstörungen.
- Erhöhter Augeninnendruck oder Verdacht darauf.
- Epilepsie sowie die Anwendung bei älteren Patienten aufgrund eines möglicherweise erhöhten Nebenwirkungsrisikos.
Bei Vorliegen der genannten Erkrankungen ist vor der Anwendung des Arzneimittels eine ärztliche Beratung erforderlich. Bei Verdacht auf erhöhten Augeninnendruck wird zusätzlich eine augenärztliche Untersuchung empfohlen.
Schwangerschaft und Stillzeit
Während der Schwangerschaft sollte die Anwendung von Scopoderm TTS® vorsorglich vermieden werden, da der Wirkstoff die Plazentaschranke überwinden kann.
Scopolamin geht in die Muttermilch über. Daher sollte das Arzneimittel während der Stillzeit nur mit besonderer Vorsicht und nach ärztlicher Rücksprache angewendet werden. Dabei müssen der mögliche Nutzen für die Mutter und die potenziellen Risiken für das gestillte Kind berücksichtigt werden.
Vor der Anwendung des Arzneimittels sollten Patienten ihren Arzt über bestehende Erkrankungen, eine Schwangerschaft oder die Stillzeit informieren.
Lagerung von Scopoderm TTS®
Lagern Sie das Arzneimittel außerhalb der Reichweite von Kindern. Auch bereits verwendete transdermale Pflaster müssen für Kinder unzugänglich aufbewahrt werden, da sie weiterhin Wirkstoffreste enthalten können. Verwenden Sie das Präparat nicht mehr, sobald das auf dem Umkarton angegebene Verfalldatum überschritten ist. Die Aufbewahrung muss bei Temperaturen von höchstens 25 °C erfolgen. Das Arzneimittel darf nicht eingefroren werden.
Behandlungsoptionen für Scopoderm TTS®
Nehmen Sie an unserer Online-Beratung teil, um ein Rezept für entsprechende Medikamente zu bekommen, die Ihnen versandkostenfrei innerhalb von 1-2 Tagen zugestellt werden.
- Rezeptausstellung durch einen Online-Fragebogen
- Auswahl an Markenmedikamenten und deutschen Generika
- Schneller und vertraulicher Service
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Packungsbeilage
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