Wie wirkt Timolol?
Timolol ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der nichtselektiven Betablocker. Er blockiert sowohl β1- als auch β2-adrenerge Rezeptoren und hemmt dadurch die Wirkung körpereigener Katecholamine. Bei lokaler Anwendung am Auge wirkt Timolol hauptsächlich auf die β-adrenergen Rezeptoren im Ziliarkörper und vermindert die Produktion des Kammerwassers.
Durch die reduzierte Kammerwasserbildung sinkt der Augeninnendruck. Die drucksenkende Wirkung beruht überwiegend auf einer Verringerung der Flüssigkeitsproduktion und nicht auf einer Verbesserung des Kammerwasserabflusses. Die Senkung des Augeninnendrucks kann dazu beitragen, das Risiko einer fortschreitenden Schädigung des Sehnervs bei Glaukom zu verringern.
Dosierung von Timolol - 1A Pharma®
Zu Beginn der Therapie wird üblicherweise zweimal täglich jeweils ein Tropfen des Arzneimittels in den Bindehautsack des betroffenen Auges eingeträufelt.
Sobald der Augeninnendruck bei regelmäßigen Kontrolluntersuchungen den angestrebten Wert erreicht hat, kann der behandelnde Augenarzt die Dosierung auf einen Tropfen einmal täglich reduzieren.
Die Anwendung des Präparats ist normalerweise als langfristige Behandlung vorgesehen. Änderungen der Dosierung oder eine vorübergehende Unterbrechung der Therapie dürfen ausschließlich nach ärztlicher Anweisung erfolgen.
Wenn Sie den Eindruck haben, dass die Wirkung des Arzneimittels nicht ausreichend oder ungewöhnlich stark ist, sollten Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker wenden.
Falls versehentlich eine größere Menge als verordnet angewendet wurde, nehmen Sie Kontakt mit Ihrem Arzt auf. Dieser beurteilt die Situation und entscheidet, ob medizinische Gegenmaßnahmen erforderlich sind.
Haben Sie eine Anwendung vergessen, darf die versäumte Dosis nicht durch eine doppelte Tropfenmenge ausgeglichen werden.
Ein erhöhter Augeninnendruck kann über längere Zeit bestehen, ohne dass der Patient spürbare Beschwerden bemerkt. Dennoch können während dieser Zeit bleibende Schäden am Auge entstehen. Eine konsequente und regelmäßige Anwendung des Arzneimittels ist daher von großer Bedeutung, um das Sehvermögen möglichst langfristig zu erhalten.
Brechen Sie die Behandlung nicht eigenständig ab. Ein Absetzen des Präparats ohne vorherige Absprache mit dem behandelnden Arzt kann den bisherigen Therapieerfolg gefährden.
Anwendung von Timolol - 1A Pharma®
Öffnen Sie die Tropfflasche, indem Sie den Schraubverschluss entgegen dem Uhrzeigersinn drehen. Halten Sie die Flasche während der Anwendung leicht schräg und üben Sie vorsichtigen Druck aus, um die benötigte Tropfenmenge abzugeben.
Das Arzneimittel wird direkt in den Bindehautsack des zu behandelnden Auges eingeträufelt. Neigen Sie dazu den Kopf etwas nach hinten, richten Sie Ihren Blick nach oben und ziehen Sie das untere Augenlid behutsam vom Augapfel weg. Achten Sie darauf, dass die Tropferspitze die Augenoberfläche nicht berührt. Schließen Sie nach dem Eintropfen langsam die Augen.
Um das Risiko möglicher systemischer Nebenwirkungen zu verringern, sollten Sie unmittelbar nach der Anwendung etwa eine Minute lang mit einem Finger sanften Druck auf den Tränenkanal im Bereich des inneren Augenwinkels ausüben. Dadurch kann die Aufnahme des Wirkstoffs in den Körper reduziert werden.
Verschließen Sie die Tropfflasche unmittelbar nach dem Gebrauch wieder sorgfältig, indem Sie die Verschlusskappe im Uhrzeigersinn festdrehen.
Nach dem Einträufeln des Arzneimittels ist eine Wartezeit von mindestens 30 Minuten einzuhalten, bevor weiche Kontaktlinsen wieder getragen werden können.
Nebenwirkungen von Timolol - 1A Pharma®
Wie bei anderen Arzneimitteln können auch während der Behandlung mit diesem Präparat unerwünschte Reaktionen auftreten. Allerdings sind nicht alle Patienten davon betroffen.
Häufige Nebenwirkungen:
- Reizungen, Brennen oder ein unangenehmes Trockenheitsgefühl der Augen;
- Bindehautentzündung (Konjunktivitis);
- Entzündliche Veränderungen der Hornhaut (Keratitis);
- Entzündung der Lidränder (Blepharitis);
- Verminderte Empfindlichkeit der Hornhaut;
- Vorübergehende Sehstörungen.
Seltene Nebenwirkungen:
- Augen: Doppeltsehen, Herabhängen des oberen Augenlids sowie Ablösung der Aderhaut nach bestimmten chirurgischen Eingriffen zur Senkung des Augeninnendrucks.
- Herz-Kreislauf-System: Schwere Störungen der Herzfunktion, einschließlich Herzstillstand, sowie Schlaganfall.
- Hornhautveränderungen: Bei Patienten mit bereits stark geschädigter Hornhaut können phosphathaltige Augentropfen in sehr seltenen Fällen durch Kalziumablagerungen weißliche, wolkenartige Trübungen der Hornhaut verursachen.
Weitere mögliche Nebenwirkungen:
- Atemwege: Erhöhter Atemwegswiderstand, Verengung der Bronchien (Bronchospasmus) und damit verbundene Atembeschwerden. Besonders gefährdet sind Patienten mit Asthma bronchiale oder einer bestehenden Neigung zu Bronchospasmen.
- Haut und Immunsystem: Allergische Reaktionen mit Hautausschlägen oder Nesselsucht, Haarausfall (Alopezie), psoriasisähnliche Hautveränderungen sowie eine mögliche Verschlechterung einer bereits bestehenden Schuppenflechte.
- Herz-Kreislauf-System: Verlangsamter oder unregelmäßiger Herzschlag, Blutdruckabfall, Herzklopfen, Störungen der elektrischen Erregungsleitung des Herzens (atrioventrikulärer Block), Herzinsuffizienz, Flüssigkeitsansammlungen im Gewebe (Ödeme) und Brustschmerzen. Darüber hinaus können Durchblutungsstörungen der Gliedmaßen, belastungsabhängige Beinschmerzen aufgrund einer verminderten Durchblutung (Claudicatio intermittens), Raynaud-Syndrom, kalte Hände und Füße sowie eine verminderte Durchblutung des Gehirns auftreten.
- Stoffwechsel und Hormonsystem: Verschleierung typischer Warnzeichen eines niedrigen Blutzuckerspiegels (Hypoglykämie), insbesondere bei Patienten mit Diabetes mellitus, die mit Insulin behandelt werden.
- Nervensystem und psychische Gesundheit: Kopfschmerzen, Schwindel oder Benommenheit, depressive Verstimmungen, Albträume, Gedächtnisstörungen, verminderte geistige Leistungsfähigkeit sowie Missempfindungen wie Kribbeln oder Taubheitsgefühle in den Gliedmaßen. Bei Patienten mit Myasthenia gravis können sich die bestehende Muskelschwäche und weitere krankheitsbedingte Beschwerden verstärken.
- Ohren: Ohrgeräusche wie Klingeln, Summen oder Rauschen (Tinnitus).
- Magen-Darm-Trakt: Übelkeit, Durchfall, Verdauungsstörungen (Dyspepsie) und Mundtrockenheit.
- Geschlechtsorgane und Sexualfunktion: Vermindertes sexuelles Verlangen (Libidoverlust) sowie Induratio penis plastica (Peyronie-Krankheit), bei der bindegewebige Verhärtungen des Penis entstehen, die zu einer Verkrümmung führen können.
- Allgemeine Beschwerden: Schwindel, körperliche Schwäche und eingeschränkte Leistungsfähigkeit.
Die augeninnendrucksenkende Wirkung von Timolol kann nach Beendigung der Anwendung noch mehrere Tage anhalten. Nach einer längerfristigen Behandlung lässt sich in einzelnen Fällen über einen Zeitraum von zwei bis vier Wochen weiterhin eine Senkung des Augeninnendrucks feststellen.
Darüber hinaus kann der Wirkstoff bei einseitiger Anwendung auch den Augeninnendruck des nicht behandelten Auges beeinflussen.
Dieses Präparat kann die Fähigkeit zu schnellen und angemessenen Reaktionen beeinträchtigen. Seien Sie daher bei der Teilnahme am Straßenverkehr und beim Umgang mit Maschinen besonders vorsichtig.
Wenn während der Behandlung unerwünschte Beschwerden auftreten, sollten Sie sich an Ihren Arzt wenden.
Verträglichkeit von mit Timolol - 1A Pharma® anderen Arzneimitteln
Informieren Sie Ihren behandelnden Arzt über alle Medikamente, die Sie derzeit anwenden, kürzlich verwendet haben oder in Zukunft einnehmen beziehungsweise anwenden möchten. Dies ist wichtig, da bei gleichzeitiger Anwendung bestimmter Arzneimittel Wechselwirkungen auftreten können, die deren Wirksamkeit oder Verträglichkeit beeinflussen.
Insbesondere bei der Kombination mit folgenden Arzneimitteln sind mögliche Wechselwirkungen zu berücksichtigen:
- Adrenalinhaltige Augentropfen: Die gleichzeitige Anwendung kann eine Erweiterung der Pupillen (Mydriasis) hervorrufen.
- Augentropfen mit Adrenalin oder Pilocarpin: Diese Wirkstoffe können den augeninnendrucksenkenden Effekt von Timolol zusätzlich verstärken.
- Ophthalmische Betablocker: Die parallele Anwendung von zwei verschiedenen Betarezeptorenblockern in Form von Augentropfen wird nicht empfohlen.
- Systemische Betablocker: Werden gleichzeitig Betarezeptorenblocker zur Behandlung von Bluthochdruck oder Erkrankungen der Herzkranzgefäße eingenommen, kann es zu einer gegenseitigen Verstärkung der Wirkungen kommen. Dies betrifft sowohl die Senkung des Augeninnendrucks als auch die Auswirkungen auf Herz und Blutgefäße.
- Blutdrucksenkende Mittel und Herzmedikamente: Bei gemeinsamer Anwendung mit bestimmten Arzneimitteln, beispielsweise Calciumkanalblockern, Reserpin oder Betablockern, besteht ein erhöhtes Risiko für einen ausgeprägten Blutdruckabfall und eine deutliche Verlangsamung des Herzschlags (Bradykardie).
Mögliche Wechselwirkungen müssen auch dann berücksichtigt werden, wenn bestimmte Arzneimittel erst vor Kurzem abgesetzt wurden. Informieren Sie Ihren Arzt daher über sämtliche aktuellen und kürzlich abgeschlossenen medikamentösen Behandlungen.
Kontraindikationen für Timolol - 1A Pharma®
Dieses Arzneimittel darf nicht verwendet werden, wenn bei Ihnen eine Allergie oder Überempfindlichkeit gegenüber Timololmaleat oder einem der sonstigen Bestandteile des Präparats besteht.
Die Anwendung ist ebenfalls ausgeschlossen, wenn bestimmte Erkrankungen der Atemwege, des Herz-Kreislauf-Systems oder der Augen vorliegen. Dazu zählen eine erhöhte Empfindlichkeit der Bronchien gegenüber äußeren Reizen (bronchiale Hyperreagibilität), ein aktuell bestehendes oder früher diagnostiziertes Asthma bronchiale sowie chronisch-obstruktive Atemwegserkrankungen, die mit einer dauerhaften Einschränkung der Atmung einhergehen können.
Auch bei einer ungewöhnlich niedrigen Herzfrequenz (Bradykardie), einer höhergradigen atrioventrikulären Überleitungsstörung (AV-Block zweiten oder dritten Grades), einer durch Medikamente nicht ausreichend kontrollierten Herzinsuffizienz oder einem kardiogenen Schock darf das Präparat nicht angewendet werden.
Weitere Gegenanzeigen sind eine schwere allergisch bedingte Entzündung der Nasenschleimhaut (allergische Rhinitis) sowie Ernährungs- und Versorgungsstörungen der Hornhaut, die deren Gesundheit und Funktion beeinträchtigen können.
Bei Patienten, deren Augeninnendruck insbesondere während der Nacht ansteigt, sind Timolol-haltige Augentropfen nicht für die Behandlung geeignet.
Schwangerschaft und Stillzeit
Wenn Sie schwanger sind, ein Kind stillen, eine Schwangerschaft vermuten oder planen, sollten Sie vor Beginn der Anwendung dieses Arzneimittels ärztlichen Rat einholen. Ihr Arzt wird beurteilen, ob die Behandlung unter Berücksichtigung Ihrer individuellen Situation infrage kommt.
Lagerung von Timolol - 1A Pharma®
Lagern Sie dieses Präparat bei einer Umgebungstemperatur von maximal 25 °C. Um es vor Feuchtigkeit und Lichteinwirkung zu schützen, sollte das Arzneimittel bis zur Anwendung in der Originalverpackung aufbewahrt werden. Achten Sie darauf, dass Kinder weder Zugang zu dem Medikament haben noch es sehen können. Nach Ablauf des auf der Packung vermerkten Verfallsdatums ist eine weitere Verwendung des Arzneimittels nicht zulässig.
Behandlungsoptionen für Timolol - 1A Pharma®
Nehmen Sie an unserer Online-Beratung teil, um ein Rezept für entsprechende Medikamente zu bekommen, die Ihnen versandkostenfrei innerhalb von 1-2 Tagen zugestellt werden.
- Rezeptausstellung durch einen Online-Fragebogen
- Auswahl an Markenmedikamenten und deutschen Generika
- Schneller und vertraulicher Service
- Zugang zu medizinischen Fragen
Packungsbeilagen (2)
- Timolol - 1A Pharma® 0.25% Augentropfen.pdf
- timolol-0_5-at-1-a-pharma-5-mg_ml-augentropfen-loesung.pdf
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